Willi Schmidt - Wie der Motorrad-Fan BVB-Betreuer wurde

Sportlerporträt

Fußball kam erst vor drei Jahren dazu. Auf dem Motorradsattel sitzt er schon viel länger: Willi Schmidt - das ist im Lüner Fußball einer der Männer, die eher im Hintergrund ehrenamtlich wirken. Dabei leistet er einen wahrhaft unbezahlbaren Einsatz für die Westfalenliga-Kicker vom BV Brambauer-Lünen. Ein Porträt.

BRAMBAUER

von Von Bernd Janning

, 02.08.2011, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Willi Schmidt - Wie der Motorrad-Fan BVB-Betreuer wurde

Wahre Bruderliebe geht über den Bauch. Uli Schmidt geht seinem Bruder Willi über das Trikot. Das Brambauer Trio komplett macht Daniel Dauster.

Zum Fußball kam Willi Schmidt erst relativ spät. "Fußball, damit hatte ich nie richtig etwas am Hut. Um meine Abende sinnvoller zu gestalten, entschloss ich mich dann vor drei Jahren, zu jedem Training in die Glückauf-Arena zu gehen, den BV Brambauer bei allen Heim- und Auswärtsspielen zu begleiten," erklärt er.

Es dauerte nicht lange bis der damalige Trainer Dirk Bördeling den Dauergast bemerkte. "Willst du nicht den Betreuer machen?" fragte ihn der Coach.

Nachfolger von Georg Appelt und Patrick Janzen

"Ich nahm an und habe diese Entscheidung nicht eine Sekunde bereut", so Schmidt und fügt hinzu: "Beim BV Brambauer gehört man anscheinend doch schon ohne Ja zu sagen dazu." Schmidt wurde Nachfolger von Georg Appelt und Patrick Janzen. Mit Ende dieser Saison schied auch Friedhelm Krämer aus dem Betreuerstab aus.

"Friedhelm war für mich ein guter Lehrmeister. Wenn ich mal wieder mit dem Motorrad unterwegs bin, springt er noch für mich ein."

Unterstützt wird Willi Schmidt von seinem Bruder Uli und ganz aktuell von Daniel Dauster. Dabei ist sich der BVB beim Betriebswirt Dauster 100-prozentig sicher, dass dieser keine Interna aus der Kabine trägt.Der Fußball und die Enkel bestimmen Schmidts Freizeit

Wem könnte er diese erzählen? Natürlich seinem Chef, dem Bundestagsabgeordneten Dieter Wiefelspütz. In dessen Wahlkampfbüro in Lünen arbeitet Dauster. Wiefelspütz war bis zum 30. Mai noch Vorsitzender des größten Lokalkonkurrenten, dem Bezirksligisten Lüner SV.

Fußball bestimmt den einen Teil der Freizeit von Willi Schmidt. Die Enkel den anderen. "Das kann ganz schön anstrengend sein", sagt er und lacht mit Blick auf die Jüngsten seiner Familie.Schmidts zweite große Leidenschaft: Das Motorrad

Wer einmal Motorrad (aktuell BMW Bandit) fährt, will immer wieder auf den Bock steigen. "Komm doch mit uns auf die Isle of Man," sagt Schmidt.

Auf dieser Insel in der Irischen See zwischen Irland und Schottland wird seit 1907 ein Motorrennen, seit 1911 auf dem 60,7 km langen Snaefell Mountain Course auf abgesperrten, öffentlichen Straßen, ausgerichtet.

Hinfahren, zugucken, immer wieder kommen - Willi Schmidt war begeistert. 1988 war er das erste Mal dort. Nur 1997 musste er einmal passen. Oft geht es mit dem Motorrad weiter bis nach Schottland. Ende August geht es wieder auf die Insel.

Mit dem Enkel im Beiwagen

Zuvor wird jedoch der Beiwagen ans Motorrad montiert, in den dann der zehnjährige Enkel Justin klettert. Mit dem Opa geht es nach Winterswijk in Holland zum Zelten. Zurück zum Fußball. Schmidt ist Fan der Dortmunder Borussia und - wie könnte es anders sein - seiner Jungs beim kleinen BVB in Brambauer: "Ich komme mit allen bestens klar. Die sind alle nett, zuvorkommend. Ich denke, dass Brambauer auch in dieser Saison wieder den Klassenerhalt schaffen wird."

Auf die Frage nach den schönsten und schlechtesten Erlebnissen beim BVB hat er kurze Antworten parat: "Schön ist, dass wir nie abgestiegen sind. Schlechtes habe ich hier nie erlebt."

Schmidts Wunsch: Wieder Derbys gegen den LSV

Und für den heimischen Fußball äußert er einen Wunsch, den mit ihm ganz viele Fußball-Fans der Stadt haben: "Es wird Zeit, dass der Lüner SV wieder aufsteigt, mit uns in einer Klasse spielt. Diese Ortsderbys vor über 1000 Fans, die waren doch immer ganz toll."ZUR PERSONWilli Schmidt wurde am 9. Juni 1951 in Brambauer geboren. Er lernte Kraftfahrzeug-Mechaniker beim Autohaus Wilberg, war dann 30 Jahre Bergmann auf Minister Achenbach. Heute ist er Rentner. Seit dem 28. Juli 1972 ist er mit Hiltrud (geb. 24. 9. 54) verheiratet. Die beiden Töchter Nicole (38 Jahre) und Tanja (33) sind ebenfalls „unter der Haube“, haben jeweils ein Kind, Talea und Justin.

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