Wolfgang Mowinkel ist Moses, der Macher

LÜNEN Eine Institution des Lüner Sports wird am Donnerstag (12. März) 75 Jahre alt: Wolfgang "Moses" Mowinkel, seit dem 25. November 1997 Ehrenvorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV). Ein Porträt.

von Von Bernd Janning

, 10.03.2009, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seine sportliche Laufbahn begann er als Jugend-Fußballer beim BV Lünen. Doch später schlug sein Herz nur noch für den Wasserball. Seit dem 1. April 1949 gehört "Moses" dem SV Lünen 08 an - also zu jener Zeit, in der das Freibad in Gahmen gebaut wurde.

Erst war er als Torhüter der ersten Mannschaft im Becken, dann im Altherren-Team - und später mehr als drei Jahrzehnte als Vorsitzender. Der heutige SVL-Vorsitzende Franz-Josef Richter war in dieser Zeit Jugendvertreter und erinnert sich: "Wir hatten es damals nicht leicht miteinander. Aber wir haben immer eine Lösung gefunden. Ich habe damals viel von ihm gelernt."Mowinkel auch als Kommunalpolitiker tätig

Über die Vereinsaktivitäten hinaus widmete sich Mowinkel dem sportlichen Wohlergehen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen Lünens in vielen Gremien in verantwortlichen Positionen. Seit 1962 ist er Vorstandsmitglied im SSV, unter dessen Dach 110 Vereine und 24 000 Mitglieder stehen. Erst war er Beisitzer, von 1972 bis 1986 zweiter, von 1986 bis 1997 Vorsitzender. Anschließend wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Zwei Jahre leitete Mowinkel den Kreissportbund Unna, sechs Jahre war er zweiter Vorsitzender. Auch als Kommunalpolitiker machte sich Wolfgang Mowinkel einen Namen. Von 1975 bis 1994 war er SPD-Ratsherr. Von 1970 bis 1994 brachte er sein Fachwissen in den Sportausschuss ein, bis 1975 als Bürgervertreter, dann als gewähltes Ratsmitglied. Von 1979 bis 1994 saß er dem Gremium vor. Am Anfang seiner kommunalpolitischen Aktivitäten gehörte er auch dem Jugendwohlfahrtsausschuss der Stadt an.Träger der Goldenen Ehrennadel des Stadtsportverbandes

Seine Verdienste um den Sport in Lünen und in der Kommunalpolitik wurden mit der Goldenen Ehrennadel des SV Lünen 08, des Westdeutschen Schwimmverbandes sowie der Goldenen Ehrennadel des Stadtsportverbandes gewürdigt. Wolfgang Mowinkel ist seit 1994 Träger des Ehrenringes der Stadt.

Beruflich war der gelernte Industriekaufmann als Prokurist und Geschäftsführer der Firmengruppe Kesting in Brambauer, Berlin und Erfurt wesentlich am Aufbau und der Leitung beteiligt. Der passionierte Jäger ist Vater von vier erwachsenen Kindern und stolzer Opa von vier Enkeln. Mit seiner Ehefrau Hertha feierte Wolfgang Mowinkel bereits die Goldene Hochzeit.Ein Mann mit Ecken und KantenLegendär sind die Briefe, die Mowinkel als Arbeitsanweisung den Vorstandsmitgliedern zukommen lässt. Hinweise wie „unbedingt sofort erledigen“ sind mehr als eine höfliche Aufforderung. Im Jahre des 100. SVL-Geburtstages begleitete er wie kein anderer den Vorstand mit Rat und Tat. Bei Jahreshauptversammlungen fehlt er nie, findet immer kritische – aber mit der Milde des Alters – immer häufiger auch lobende Worte.

Wasserball ist seine Leidenschaft. Oft erzählt er von den ersten Spielen im Kanal bei 16 Grad, die unterbrochen werden mussten, wenn sich ein Schiff näherte. Seinen sportlichen Höhepunkt erlebte er 1964, als er mit dem SVL in die zweithöchste deutsche Spielklasse aufstieg.

Selbst in den 80er Jahren hielt er als Torwart der Vierten noch so manchen Strafwurf. Noch heute besucht er die Heimspiele. Sein Enkel Kai spielt in der Ersten. Seine aufmunternden Worte, die immer noch stimmgewaltig vom Beckenrand ertönen – unvergessen.

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