Sammelte zahlreiche Medaillen: Top-Athlet Klaus Liedtke (81) gestorben

Nachruf

Klaus Liedtke war für seinen Sport auf der ganzen Welt unterwegs, sammelte dabei zahlreiche Titel. Jetzt ist er im Alter von 81 Jahren gestorben. Eine Doping-Affäre hing ihm seit 2004 nach.

von Bernd Janning, Sebastian Reith

Lünen

, 24.02.2021, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Bild aus dem Jahr 1989 zeigt Klaus Liedtke bei einer seiner Paradedisziplinen: dem Kugelstoßen.

Dieses Bild aus dem Jahr 1989 zeigt Klaus Liedtke bei einer seiner Paradedisziplinen: dem Kugelstoßen. © Janning

Mit Klaus Liedtke verstarb am Montag (22. Februar 2021) einer der erfolgreichsten Leicht- und Schwerathleten der Stadt Lünen im Alter von 81 Jahren. Zig Titel als Deutscher-, Europa- und Weltmeister prägen seinen Weg als Sportler. Allerdings wirft eine ungeklärte Doping-Affäre aus dem Jahr 2004 einen dunklen Schatten auf seine Karriere.

Liedtke, der im Januar 1940 in der Westfaliastraße in Lünen geboren wurde, lernte auf der Zeche Viktoria den Beruf des Schmieds, ging später zur Polizei, arbeitete bei Hoesch, war Milchbauer, übernahm eine Tankstelle und gründete 1977 sein erstes Sportstudio an der Karlstraße in Gahmen. Eine bewegte Historie.

In unterschiedlichen Disziplinen unterwegs

Anfang der 80er Jahre baute er an der Straße Im Engelbrauck neben dem Südbahnhof ein neues Studio auf. Dieses führt bis heute sein zweiter Sohn Uwe. Neben der Sportstätte hat auch der erste Sohn von Thea und Klaus Liedtke, Kraftfahrzeugmeister Peter, seine Werkstatt.

Klaus Liedtke sammelte während seiner Karriere zahlreiche Medaillen.

Klaus Liedtke sammelte während seiner Karriere zahlreiche Medaillen. © Goldstein

In jungen Jahren war Liedtke ein guter Leichtathlet und vor allem vielseitig. Er lief die 100 Meter-Distanz in 10,71 Sekunden, sprang zudem 7,51 Meter weit und wies mit 1,94 Meter auch im Hochsprung einen exzellenten Wert auf. Als Zehnkämpfer kam er zudem auf 7460 Punkte, nach heutiger Wertung wären das 7700 Zähler.

Liedtke startete seine Karriere zuerst beim Lüner SV, wechselte dann zur TG Dortmund, der späteren LG Olympia. Anschließend führte ihn sein Weg zur DJK SuS Brambauer, dem VfB 08 Lünen und ab 1993 zu Schalke 96 und zum SuS Oberaden. Immer wieder warb er für die Leichtathletik, kritisierte dabei aber auch die weniger guten Trainingsmöglichkeiten in und um Lünen.

Bereiste für die Wettkämpfe viele Länder

In sportlicher Hinsicht sahnte er insbesondere in der Senioren-Altersklassen ab. Er wurde in den Wurfdisziplinen mit der Kugel und dem Diskus über ein Dutzend Mal Welt- und über 40 Mal Europameister.

Über das Bodybuilding kam Liedtke schließlich zum Kraftsport. 1988 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Athletik-Club (AC) Lünen, wurde später dessen Vorsitzender. Der ACL war Spezialist im Kraftdreikampf – Bankdrücken, Kreuzheben und Kniebeuge. Noch im gleichen Jahr wurde Klaus Liedtke Deutscher Meister, dessen Sohn gleichzeitig Dritter der Deutschen Junioren-Meisterschaft. Wenig später glückte beiden mit dem Team der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Thea und Klaus Liedtke waren über 50 Jahre verheiratet.

Zu den internationalen Wettkämpfen wurde Klaus stets von seiner Frau begleitet. Das Duo lernte dabei – bis auf Afrika – alle Kontinente kennen und war in fast 60 Ländern der Welt zu Gast. Eine Erklärung für seine positive Probe am 11. September 2004 hatte der der Fitnessstudio-Betreiber unterdessen nie. Der Skandal im Spätherbst seiner Karriere zog eine zweijährige Sperre nach sich.

Liedtke widersprach Doping-Vorwürfen

Die positive Probe bei den Deutschen Altersklassenmeisterschaften 2004 war ein Eklat. Bei der Wettkampfkontrolle in Lübeck war er positiv auf Oxymetholon getestet worden - ein anaboles Steroid. Die B-Probe bestätigte die A-Probe. Es folgte die Suspendierung vom Verband. Im Sommer 2005 entschied der Disziplinarausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes dann: Liedtke ist schuldig.

Klaus Liedtke widersprach immer deutlich. In einem Interview 2005 sagte er: „Ich habe Heuschnupfen, bekam drei Mal einen Herzkatheder gesetzt, muss regelmäßig meine Medikamente nehmen. Hätte ich dieses Mittel, das meines Wissens hier kaum verbreitet ist, genommen, hätte das für mich lebensgefährlich sein können. Ich bin doch nicht dumm.“

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