Christoph Wisse feiert wieder große Erfolge - aber in einer anderen Sportart

mlzMünsterland-Giro

Einst stand Christoph Wisse für den FC Nordkirchen auf dem Fußballplatz. Seit einer schweren Knieverletzung gehört das der Vergangenheit an. Eine neue Leidenschaft hat er längst gefunden.

Nordkirchen

, 08.10.2019, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oft ist Christoph Wisse nicht mehr am Fußballplatz des FC Nordkirchen. „Sonst juckt es zu sehr in den Beinen“, sagt Wisse. Denn obwohl es juckt - selbst Fußballspielen kann Wisse nicht mehr. Der Kreuzbandriss von 2015 macht Einsätze unmöglich.

Aber Wisse fehlt auch die Zeit, um wieder selbst gegen den Ball zu treten. Der ehemalige FCN-Spieler hat mittlerweile ein neues Hobby gefunden. Vier bis fünf Mal die Woche schwingt er sich aufs Rennrad, fährt für das Rose-Team zudem 20 bis 25 Rennen pro Saison.

Christoph Wisse feiert wieder große Erfolge - aber in einer anderen Sportart

Schienbeinschoner und Stollenschuhe hat Christoph Wisse gegen Rennrad und Sturzhelm eingetauscht. © Markus Stera / Steraphoto

Mit dem Radsport hat Wisse sich eine Sportart ausgesucht, die er als „krasses Gegenteil“ zum Fußball sieht. „Auch wenn wir als Mannschaft zusammenarbeiten: Alles was man erreicht, erarbeitet man sich selbst“, sagt Wisse. Mit dem Rad ist er viel in der Natur unterwegs, sieht vor allem während der Trainingslager großartige Landschaften.

Christoph Wisse feiert den Erfolg ausgerechnet beim Heimrennen

Und erfolgreich ist er auch noch. Am Donnerstag überquerte er beim Jedermann-Rennen über 100 Kilometer des Münsterland-Giros als Dritter die Ziellinie. Zwar gewann Wisse 2018 schon mal ein 60-Kilometer-Rennen in Dresden, den Erfolg in Münster schätzt er wegen der Distanz und der Konkurrenz aber höher ein. „Auch, weil es das Heimrennen ist“, so Wisse.

Christoph Wisse feiert wieder große Erfolge - aber in einer anderen Sportart

Christoph Wisse feiert seinen großen Erfolg beim Münsterland-Giro. © Markus Stera / Steraphoto

Der 34-Jährige fuhr ein taktisch kluges Rennen. Auf der flachen Strecke mit nur wenigen Hügeln setzte er bei Kilometer 18, 19 wie geplant eine Attacke. Eigentlich wollte er das große Hauptfeld nur teilen und sich von einigen Mitstreitern distanzieren. Plötzlich war Wisse aber Teil einer vierköpfigen Ausreißergruppe, der Rest konnte das Tempo nicht mitgehen. „Vielleicht haben viele gedacht, das wäre sehr früh. Dann sind wir alles gefahren, was ging“, sagt Wisse. Von den Windverhältnisse begünstigt, holte das Hauptfeld die Ausreißer nicht mehr ein.

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„Sehr ausfüllend“, sei der Radsport für ihn, so Wisse. Mit einigen Freunden bestritt er schon während seiner Zeit als Fußballer den Triathlon in Münster, wagte sich so ans Radrennfahren heran. „Ohne Sport funktioniert das nicht, das brauche ich keinem Fußballer erklären“, sagt Wisse. Irgendwann legte er sich das erste eigene Rad zu. Den Münster-Triathlon lässt er übrigens immer noch nicht aus. In diesem Jahr wurde er Siebter über die Volksdistanz.

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