Corona-Krise bremst die Trainersuche beim SV Südkirchen aus

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Wer wird Trainer beim SV Südkirchen? Eine Antwort hat der Verein darauf nicht. Als die Corona-Pandemie hereinbrach, geriet nämlich auch die Trainersuche bei dem Traditionsverein ins Stocken.

Südkirchen

, 31.03.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Franz-Josef Dornhege lacht etwas, als wir ihn fragen, ob er es sich selbst nicht vorstellen könnte, das Traineramt beim B-Ligisten SV Südkirchen zu übernehmen. Dornhege war viele Jahre Jugendtrainer, hat einen Trainerschein und kennt Dorf und SV wie seine Westentasche. „Wir haben darüber auch schon diskutiert. Aber nee, das geht einfach nicht“, wiegelt er ab.

Seine drei Söhne Marvin, Nils und Robin spielen alle in der ersten Mannschaft. Ein Patenkind ist auch schon Teil des Kaders und im Sommer soll ein weiteres Patenkind aufrücken - zu viel Familie, zu viele enge Beziehungen wären es dann beim SV Südkirchen, dass Dornhege seine Aufstellung tatsächlich unbefangen zusammenstellen kann.

Das Thema hinter der gar nicht so abwegigen Überlegung, dass Abteilungsleiter Franz-Josef Dornhege sich selbst auf die Trainerbank setzt, ist aber ernst. Der SV Südkirchen ist nämlich weiter auf Trainersuche. Seit der Verein bekanntgegeben hat, dass Klub und Trainerduo Stephan Kriesinger/Jens Fritsche am Saisonende getrennte Wege gehen, hat der SV Südkirchen die Fühler ausgestreckt. Bisher erfolglos. „Nein, es gibt noch nichts Neues“, sagte Dornhege.

Ungünstiger Zeitpunkt für Trainersuche

Zwar bestehe Kontakt zu Kandidaten, bei denen Dornhege auch ein „gutes Gefühl“ hat. Die Corona-Krise hat bei der Trainerfindung dennoch gewaltig auf die Bremse gedrückt. „Es ist ein ganz ungünstiger Zeitpunkt für eine Trainersuche. Das ist ein großes Problem“, betonte Dornhege. Denn Telefon-Verhandlungen mit möglichen Nachfolgern von Kriesinger und Fritsche, mit denen der Verein übrigens gerne weitergemacht hätte, seien nicht Dornheges Art.

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„Man ist da total eingeschränkt. Es ist besser, wenn man sich gegenübersitzt und sich in die Augen guckt“, sagte Dornhege. Und schließlich will der Verein für seine erste Elf einen geeigneten Kandidaten finden - und sich sicher sein, dass es auch zwischen Verein, Chefcoach und Mannschaft passt. Menschlich, sportlich, finanziell.

Persönlicher Kontakt ist kaum möglich

Nicht nur der persönliche Kontakt zu Kandidaten ist angesichts der Ausbreitung des Coronavirus eingeschränkt. Auch könnten mögliche Interessenten, die aktuell noch bei anderen Vereinen gebunden sind, mit ihren abgebenden Vereinen nicht persönlich sprechen. Auch deswegen zieht sich die Suche hin. Absagen hat sich der Verein schon einige eingehandelt.

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Vieles ist in der Schwebe: „Man weiß ja nicht, wie es weitergeht mit diesem Virus“, so Dornhege. Wann geht der Spielbetrieb wieder los oder weiter? Wie sehen die Modalitäten für die neue Saison aus? Auch das hemme die Gespräche der Südkirchener, die zwar eine nagelneue Platzanlage vorweisen können, aber auch in der zweittiefsten Liga im deutschen Fußball spielen. Andere Vereine haben sportlich klar bessere Argumente.

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Und hinzu kommt dann noch, dass der SV Südkirchen nicht gerade früh dran ist. Die meisten Klubs haben die Weichen längst gestellt. Dornhege aber bleibt optimistisch, hält die Augen in alle Richtungen offen. Jung soll der neue Mann sein und Spaß vermitteln. „Ein guter Spielertrainer wäre auch möglich“, sagt Dornhege, der aber lieber einen Trainer hätte, der das Geschehen auf dem Kunstrasen analytisch von außen verfolgt.

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