Daniel Krüger vom FC Nordkirchen holt sich zum ersten Mal die Torjägerkanone

mlzRN-Torjägerkanone

27 Tore hat Daniel Krüger in der Fußball-Bezirksliga 8 in der zurückliegenden Saison geschossen. Damit entschied er das Ranking der treffsichersten Stürmer für sich.

Nordkirchen

, 07.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Was für eine Saison für Daniel Krüger! Von den Nordkirchener Fans wurde er zum Spieler der Saison gekürt und er gewann zusätzlich die RN-Torjägerkanone, gesponsert von André Brüse. Mit Sportredakteur Sebastian Reith sprach Krüger über die vergangene Serie und über die neuen Aufgaben in der Bezirksligastaffel 11.

Hat die Mannschaft die Relegationsniederlage in Lippetal mittlerweile verdaut?

Natürlich wirkt das Ganze nach - auch, wenn ich nun Spieler der Saison und Torschützenkönig wurde - dass der Aufstieg so knapp verpasst wurde. Aber in dieser Relegation waren ausschließlich starke Gegner, sodass wir uns da keinen wirklich großen Vorwurf machen müssen. Generell sind wir mit der Saison sehr zufrieden und wie das alles gelaufen ist.

27 Tore haben Sie erzielt. Haben Sie damit im Vorfeld gerechnet?

Vor der Saison hatte ich überhaupt kein Ziel. Als ich im Vorjahr drei oder vier Törchen gemacht habe, konnte keiner damit rechnen, dass es so gut wird. Als es dann immer wieder fluppte, nimmt man sich schon vor, in jedem Spiel ein Tor zu schießen.

Sie hatten in der Saison das Endspiel gegen Bövinghausen, dass Sie sogar gewonnen haben und plötzlich ganz nah dran waren am Aufstieg. War das dann der Grund, wieso ein neuer Glaube entfacht wurde?

Ja, dieser Sieg gab einfach einen großen Schub. Als wir aber gesehen haben, wen Bövinghausen noch im Restprogramm hat und dass sich die Mannschaft auch keine Fehler leistet, wussten wir leider recht früh, dass der Aufstieg unwahrscheinlich wird.

Wie gehen Sie nun in die neue Saison?

Es ist alles neu. Wir wissen noch nicht ganz genau, wo wir stehen und werden unsere Ziele erst nach den ersten Wochen wirklich festlegen können. Ich denke, dass der Beginn gegen Stadtlohn schon der erste richtige Gradmesser sein wird.

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Sie haben es gerade schon angesprochen. Der Wechsel in die Bezirksliga-Staffel 11 hat die letzten Wochen bestimmt. Wie sind Sie mit dem ganzen Wirbel umgegangen?

Letztendlich waren immer wieder andere Staffeln im Gespräch, weil wir in einem Grenzgebiet liegen. Und das lässt einen natürlich auch nicht ganz locker. Jetzt sind es zwar insgesamt längere Strecken, aber mit den neuen Gegnern und den neuen Plätzen ist das mit Sicherheit auch alles ganz nett. Ich bin da also gar nicht böse drum, gerade weil wir nun gegen Dülmen, Olfen und Lüdinghausen ein paar schöne Duelle auf dem Fahrplan haben.

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Die schöneren Duelle wären natürlich gegen den VfL Senden und gegen den SV Herbern gewesen, oder?

Das ist ja klar. Wir wären sicherlich auch gerne eine Liga höher gegangen und hätten uns gerne mit Senden, Herbern und Werne duelliert. Aber das hat ja leider knapp nicht geklappt.

Glauben Sie, dass es Gegner gibt, die sich speziell auf Sie einstellen?

Das könnte schon sein. So war es auch in der letzten Saison schon. Gerade in einer Liga, wo wir als Mannschaft noch unbekannt sind. Da picken sich die Verteidiger vielleicht einen wie mich raus. Aber die Herausforderung nehme ich gerne an.

Kennen Sie das Gefühl aufzusteigen?

Ich bin damals in der A-Jugend mit Herbern aus der Bezirksliga aufgestiegen und bin auch im Jahr danach in der Landesliga fast nochmal aufgestiegen. Mit den Senioren bin ich 2012 auch in die Westfalenliga aufgestiegen. Das waren richtig geile Erfahrungen und deswegen wollte ich das unbedingt wiederholen.

Sie haben alleine acht Jahre bei den Herberner Senioren gespielt. Was ging Ihnen im Fuchs-Cup durch den Kopf, als Sie in Herbern gegen Ihre alte Liebe gespielt haben?

Es war immer schön hier und ich freue mich jedes Mal sehr, wieder hierher zu kommen. Aber nach einem Jahr in Nordkirchen bin ich mir sicher, dass der Wechsel genau die richtige Entscheidung war. Ich wollte endlich wieder spielen, wieder Spaß am Fußball haben. In Herbern kam ich leider wegen vieler Verletzung nicht mehr richtig zum Zug.

Gab es aus Herberner Sprüche, als Sie vor zwei Jahren nach Nordkirchen gewechselt sind?

Bei mir verlief das damals alles sehr glimpflich. Viele haben verstanden, wieso ich diesen Weg nach Nordkirchen gegangen bin. Dennoch muss man sich immer etwas anhören. Besonders, als ich nach Herbern zum Fuchs-Cup zurück gekommen bin. Aber egal ob Kreisliga oder Bundesliga - so etwas ist doch völlig normal.

Sie haben tatsächlich in der Saison kaum ein Spiel verpasst und eigentlich jedes Spiel über 90 Minuten absolviert. Was bedeutet das für Sie?

Es war ein völlig neues Gefühl. Jede Einheit mitzunehmen und immer topfit zu sein, nicht immer von Verletzungen zurückgeworfen zu werden. Ich bin, glaube ich, so fit wie noch nie.

Vorne im Sturm wird in der kommenden Saison mit Patrick Trawinski ein richtig guter Mann fehlen, der sogar zwei Klassen höher regelmäßig trifft. Zusätzlich fehlt mit Dominick Lünemann einer Ihrer liebsten Vorlagengebern. Wer wird Sie nun mit Flanken füttern?

Ich hätte garantiert die Torjägerkanone nicht gewonnen, wenn ich nicht so viele Vorlagen von Stift (Trawinski, Anm. d. Red.) und Dome (Lünemann, Anm. d. Red.) bekommen hätte. Klar, es ändert einiges, besonders weil wir nicht mehr dieses große Tempo über außen haben. Aber mit Simon Mors kann ich sicher vorne sehr gut zusammen spielen. Wobei aber auch Robin Schwick diese Lücke gut schließen wird.

Ist Ihnen denn eine Doppelspitze oder ein Dreiersturm lieber?

Grundsätzlich sehe ich durch die Verpflichtung von Simon Mors einige Möglichkeiten im Sturm. Wir können bestimmt gut als Doppelspitze zusammen spielen, können im 4-4-2 oder im 3-5-2 spielen, haben aber genau so gutes Personal für ein 4-3-3.

Generell haben Sie aber einen sehr schmalen Kader für die neue Saison, oder?
Es werden mindestens 34 Spiele, die mit dieser Kaderbreite nochmal härter werden. Wir müssen die Angeschlagenen wieder fit bekommen und besonders in der heißen Phase nach dem Winter auch alle gesund bleiben.

Sie hatten nun in Ihrer Seniorenzeit mit Christian Bentrup, Holger Möllers und Issam Jaber drei verschiedene Trainer. Wie unterscheiden sie sich?

Einen davon zu präferieren ist nicht möglich. Das sind alles komplett unterschiedliche Typen. Holger Möller und Issam Jaber sind sehr impulsiv. Christian Bentrup dagegen war immer sehr ruhig. Alle Trainer haben einen in der Vorbereitung sehr fit gemacht. Eventuell war die Vorbereitung in Herbern etwas härter.

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