Der SC Capelle hat seit Jahren dasselbe Problem und noch keine Lösung dafür

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Beim SC Capelle fehlt es in den letzten Jahren an konstanter Leistung über die komplette Saison. Trainer Reinhard Behlert sieht die Gründe dafür auch in seiner eigenen Vergangenheit.

von Janis Czymoch

Capelle

, 11.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Sonntag, der 24. Februar 2019 und der SC Capelle kassiert gegen TuS Saxonia Münster die 14. Niederlage im 19. Saisonspiel. Und das obwohl der Verein in der Vorsaison 2017/2018 erst aus der Fußball-Kreisliga A in die Staffel B3 abgestiegen war. Kurz zuvor hatte SSC-Trainer Reinhard Behlert die Mannschaft übernommen, ihre Talfahrt aber zunächst auch nicht stoppen können.

Für Capelle, die als Absteiger durchaus ambitioniert in die Saison gegangen waren, bedeutet das zum Zeitpunkt der Übernahme durch Behlert den 15. Tabellenplatz und somit sogar einen Abstiegsrang. „Wir standen damals alles andere als gut da“, erinnert sich Behlert zurück.

Unfreiwilliges Markenzeichen des SC Capelle

Was daraufhin allerdings folgt, haben sie in Capelle mittlerweile zu fast so etwas wie ihrem unfreiwilligen Markenzeichen gemacht: einen Fehlstart eindrucksvoll wieder abzuwenden.

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In den verbleibenden elf Saisonspielen verdreifacht der SSC seine Punkteausbeute aus der Hinrunde und hat nach dem letzten Spieltag der Saison 2018/2019 insgesamt 14 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang. Somit gehört Capelle zu Beginn der nächsten Spielzeit 2019/2020 zu den Favoriten in der Kreisliga B, kann diesem Status aber zunächst wieder nicht gerecht werden.

Nach acht Spieltagen findet sich Capelle im unteren Teil der Tabelle wieder - bei nur zwei Siegen und einer Tordifferenz von minus neun. Doch abermals gelingt es den Capellern den Fehlstart abzuwenden - mit einem fast schon dramatischen Ende. Der SCC gewinnt neun der darauf folgenden zehn Spiele und katapultiert sich mit dieser Siegesserie auf den dritten Tabellenplatz. Dennoch nimmt die Spielzeit ein abruptes Ende für den SCC: Die Saison wird wegen der Corona-Pandemie abgebrochen und Capelle verpasst den Aufstieg um einen einzigen Punkt.

SC Capelles Behlert sieht Parallelen zu vorherigen Trainer-Stationen

Auch in der aktuellen Saison bleiben sich Behlert und der SC Capelle ihrer Linie treu. Nach einem holprigen Start gewinnt der SSC sein letztes Ligaspiel vor dem Lockdown gegen Spitzenreiter VfL Senden II deutlich mit 3:0 und hat aktuell nur noch zwei Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.

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Reinhard Behlert glaubt aber trotz dieser wiederkehrenden schwachen Saisonstarts seiner Mannschaft nicht, dass es eine Musterlösung für das Problem der Capeller gibt. „Man muss jeden Saisonstart für sich sehen und kann die in den vergangenen Jahren nur schwer miteinander vergleichen“, sagt der Trainer. „Dieses Jahr hatten wir zum Beispiel Corona-bedingt eine sehr lange Vorbereitung mit vielen Verletzten.“

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Dennoch gesteht sich Behlert ein, „dass auch schon bei meinen Stationen vor dem SSC der Saisonstart nicht meine Stärke gewesen ist und wir öfters schwach gestartet sind“, sagt Behlert. „Ich überlege daher viel hin und her und suche die Fehler natürlich auch bei mir.“

Behlert hofft, „noch ein paar Saisonstarts mitzuerleben, um zu gucken, wo ich den Hebel ansetzen kann“ und gibt zu: „Die Lösung für unser Saisonstart-Problem habe ich noch nicht herausgefunden.“

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