FC Nordkirchen lässt dem SuS Olfen im Derby keine Chance

mlzFußball: Bezirksliga 11

400 Zuschauer sehen ein einseitiges Derby, in dem der FC Nordkirchen dem SuS Olfen in Halbzeit eins die Grenzen aufzeigt. In Hälfte zwei schaltet Nordkirchen in den Verwaltungsmodus.

Nordkirchen, Olfen

, 15.09.2019, 22:38 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Grinsen konnte sich Issam Jaber nicht verkneifen. Der Trainer des FC Nordkirchen kniff die Augen zusammen und nickte leicht, aber bestimmt, als er auf das Kurzpassspiel seiner Mannschaft beim 2:0-Derbysieg gegen den SuS Olfen angesprochen wurde. „Wir haben unser Kurzpassspiel – oder wie es heißt, Tiki-Taka – sehr, sehr gut laufen lassen“, sagte Jaber mit einem Lächeln. Man sah, dass er stolz auf seine Mannschaft war.

Das schnelle Zusammenspiel auf engstem Raum war nur einer der Unterschiede, die Nordkirchen und Olfen an diesem Fußball-Sonntag vor 400 Zuschauern im Steversportpark in Olfen aufwiesen. Manch ein Zuschauer staunte nicht schlecht über die Körpergröße von Nordkirchens Spielern: Der Dreiersturm mit Simon Mors, Joachim Mrowiec – Jabers einzige Änderung gegenüber dem Hoxfeld-Sieg – und Daniel Krüger messen alle mehr als 1,90 Meter.

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Und trotzdem ist Nordkirchens Angriff pfeilschnell auf den Beinen – noch ein Unterschied und ein Vorteil gegenüber Olfen. Vieles im FCN-Spiel ging nicht nur zu schnell für die Köpfe der Olfener Spieler, sondern auch für die Muskeln. Sowohl Rechtsverteidiger Daniel Czempik als auch das Innenverteidiger-Duo aus Sven Schlestein und Matthias Potthoff hatte ab und an Probleme hinterherzukommen.

Das galt auch für das Mittelfeld, in dem Nordkirchen die Kontrolle eroberte und auch nie richtig hergab. Michael Karwot bekam Robin Schwick auf der rechten Seite selten zu fassen und musste gelb-rot-gefährdet frühzeitig ausgewechselt werden. Links hatte Fabian Konietzni mit Ex-Profi Benjamin Siegert zu kämpfen.

Wenige Chancen für Olfen

Am ehesten hielt noch Olfens defensiver Mittelfeldspieler Darius Brüggemann gegen seinen Kegelbruder Daniel Berger ein Unentschieden im Eins-zu-Eins-Vergleich der Mittelfeldleute. So hatte auch Niklas Mählmann gegen Tim Bröer einen ganz schweren Stand. Richtig zur Entfaltung kam der SuS-Spielmacher nie. Seine beiden Torchancen führten nicht zum Torjubel. Bei seinem Schuss von der Strafraumkante flog sein Ball viel zu zentral in Richtung Kasten.

Kein Problem für Sandhowe. Und nachdem sich Mählmann den Ball zehn Minuten später selbst vorgelegt hatte, schoss er vorbei – da war mehr drin. Ehrlicherweise war es das auch schon mit Olfens guten Chancen.

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Nordkirchen produzierte davon eine ganze Reihe mehr, vor allem ab Mitte der ersten Hälfte. „Wir haben das so umgesetzt, wie wir uns das die ganze Woche auch vorgenommen hatten“, sagte Issam Jaber.

Olfens Abwehrchef Matthias Potthoff fälschte nach 25 Minuten einen Ball an den linken Pfosten ab. Danach schrie Mrowiec laut auf, der Schiedsrichter sah aber kein Fehlverhalten von Potthoff – und Mrowiec bekam keinen Elfmeter, sondern musste sich von Potthoff und Aushilfstorwart Christian Götz Schwalbenvorwürfe anhören – knifflig. Das 2:0 zur Pause war hochverdient.

Verdiente Niederlage für die Heimmannschaft

Olfen wirkte zeitweise überfordert. Das bestätigte Matthias Potthoff auch. „Der eine oder andere war das mit Sicherheit ab Minute 20 bis 25. Die ersten Minuten waren wir eigentlich ganz gut im Spiel. Dann hatten wir viele Ballverluste und kamen kaum hinterher“, so Potthoff.

Der spielende Co-Trainer bezeichnete die Niederlage als verdient. „In der zweiten Halbzeit haben wir gute Szenen drin, wo wir 16 bis 20 Meter vor dem Tor dann die falsche Entscheidung treffen“, sagte Potthoff und erlaubte sich auch eine Spitze in Richtung der Gäste: „Der Unterschied ist, dass die die Dinger wegmachen. Das ist dann auch Qualität. Man hat gesehen, warum da vielleicht der eine oder andere Euro fließt – wie man zumindest hört – und bei uns nicht.“

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Am Ende war Florian Fricke der einzige Olfener, der gewonnen hat. Seit 19 Jahren ist Olfen seine Heimat, die Schuhe schnürt der ehemalige Oberliga-Akteur aber für den FC Nordkirchen. „Olfen hat uns eine schwere Aufgabe gestellt. Die haben sich zu keinem Zeitpunkt hängen gelassen oder sind unfair geworden. Es war ein tolles Spiel, auch für die Zuschauer“, sagte Capt’n Fricke, kritisierte aber die Chancenverwertung seines Teams. „Das hat uns in den letzten Wochen schon ein bisschen die Sicherheit gekostet. Wenn wir einen Standard kassieren, wird es ein ganz unangenehmes Spiel“, sagte Fricke.

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