Nach Horror-Verletzung: Verteidiger des SV Südkirchen hat Zweifel - und wundert sich

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Vor mehr als einem Monat streckt es einen Verteidiger des SV Südkirchen bei einem Spiel in der Fußball-Kreisliga B derart nieder, dass er ins Krankenhaus gebracht werden muss. Das hinterlässt Spuren.

von Janis Czymoch

Südkirchen

, 12.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Ergebnis interessiert beim SV Südkirchen am Ende so gut wie niemanden mehr. Denn die Mannschaft sorgt sich am Ende um einen Verteidiger des Fußball-B-Ligisten, den es böse erwischt hat.

Der Freistoß aus dem Halbfeld segelt im hohen Bogen in den Strafraum von Polonia Münster, Nils Dornhege versucht mit aller Macht an den Ball zu kommen. Doch ein stumpfer Schlag ins Gesicht bremst den Verteidiger des SV Südkirchen plötzlich aus und er sinkt mit starken Schmerzen zu Boden.

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„Mir war schwindelig und ich konnte mich einfach nicht mehr auf den Beinen halten“, erzählt der 2,04-Meter große Abwehrhüne. Das Spiel gegen Polonia findet Anfang September statt und Dornhege wird noch am Platz behandelt und dann von einem Krankenwagen abtransportiert.

Nils Dornhege (M.) verletzte sich, als er in einem Zweikampf zum Ball ging.

Nils Dornhege (M.) verletzte sich, als er in einem Zweikampf zum Ball ging. © Patrick Fleckmann

Im Hospital geben ihm die behandelnden Ärzte trotz einer schlimmen Diagnose den Ratschlag von einer Operation abzusehen. „Der Arzt hat vielleicht 20 Sekunden gebraucht, um meine Nase abzutasten und gesagt, dass sich beide Seiten gleich anfühlen.“

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Da stand die Diagnose doppelter Nasenbruch zwar schon fest, die Ärzte raten dem 21-Jährigen aber zu einer konservativen Behandlung ohne OP.

Doch der Spieler ist skeptisch und konsultiert, nachdem er aus dem Krankenhaus raus ist, einen weiteren Arzt. „Ich bin dann mit den MRT-Bildern aus dem Krankenhaus zu einem HNO-Arzt in Werne und der hat mir sofort dazu geraten, eine Operation durchzuführen, da ansonsten Atemprobleme auftreten können“, sagt Dornhege.

Dornhege sieht den Corona-Lockdown als Nachteil für den SV Südkirchen

Insgesamt ist der Verteidiger nach seiner Horror-Verletzung fünf Wochen krankgeschrieben und denkt in der Zeit auch über seine Fußballer-Laufbahn nach. „In den 15, 16 Jahren, die ich Fußball spiele, ist das meine erste große Verletzung gewesen und ich habe mich schon gefragt, ob ich danach wieder so in die Zweikämpfe gehen kann wie davor.“

Wie es dann zur ersten schlimmen Verletzung kommen konnte, darüber wundert sich Dornhege dann selbst ein wenig. „Es ist so lange nichts passiert und bei meiner Größe überhaupt komisch, dass mich der Gegenspieler im Gesicht treffen konnte.“

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Bei seiner Länge ist das eine berechtigte Frage, wobei der Südkirchener dem Gegner ausdrücklich keine Absicht unterstellen will. Nun ist Dornhege wieder auf dem Weg der Besserung und freut sich schon auf das Ende des Lockdowns, den er übrigens eher als Nachteil für seine Mannschaft, den SV Südkirchen, sieht.

Es hätte ein paar Spiele gebraucht, bis die Mannschaft die Vorstellungen des neuen Trainers Michael Luppus verinnerlicht hatte. „Von meinem Gefühl her waren wir voll drinnen und hatten die anfänglichen Schwierigkeiten überstanden. Es ist definitiv negativ für uns aus dem Spielmodus rausgekommen zu sein.“

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