Nordkirchens Neuzugang Ufuk Ekincier: „Auf dem Platz bin ich ein Monster!“

mlzFußball

Er könnte Nordkirchens Top-Transfer werden: Ufuk Ekincier (24) folgt Coach Mario Plechaty und wechselt zum FC Nordkirchen. Im Interview erzählt er, dass Plechaty ein Hauptgrund für den Wechsel ist.

Nordkirchen

, 06.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mario Plechaty, Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen, sagt über Neuzugang Ufuk Ekincier, dass dieser das Zeug hat, bei jedem Westfalenligisten Stammspieler werden zu können. Am Telefon bestätigt sich der Eindruck, den Mario Plechaty schilderte („ein ganz lieber Mensch“), denn Ekincier antwortet ruhig und mit Bedacht auf die Fragen. Dabei haben es die Antworten des 24-Jährigen in sich.

Herr Ekincier, Ihr Trainer Mario Plechaty sagte, dass sie ein körperlich starker Spieler sind. Gehen Sie dahin, wo es wehtut?

Ich habe definitiv keine Angst vor Schmerzen und bin sicher ein Typ, der dahin geht, wo es wehtut, und der sich auf dem Platz zerreißt. Ich würde schon sagen, dass ich auf dem Platz ein Monster bin. Da kenne ich keine Freunde und keine Familie und vergesse alles um mich herum.

Unser Foto zeigt Sie Stirn an Stirn mit Milan Sekulic. Sie sind für den FC Iserlohn aufgelaufen und waren beim Auswärtsspiel beim Lüner SV. Was war da los?

Ich glaube, ich lache ihn da aus. Ich erinnere mich daran aber nicht mehr. Es kommt aber schon mal häufiger vor.

Milan Sekulic (l.) vom Lüner SV und Ufuk Ekincier, hier noch für den FC Iserlohn, haben eine Meinungsverschiedenheit.

Milan Sekulic (l.) vom Lüner SV und Ufuk Ekincier, hier noch für den FC Iserlohn, haben eine Meinungsverschiedenheit. © Timo Janisch

Häufiger?

Ja. Ich habe einen Spielstil, der für andere Mannschaften - sagen wir - nervig ist. Es gibt Spieler, die ständig auf mich einreden und versuchen, zu provozieren und mich aus dem Konzept zu bringen. Ich kann aber auch hart sein, wenn ich nicht in Ballbesitz bin - körperlich, aber alles fair.

Sie gehen nun von der Westfalenliga zwei Spielklassen tiefer in die Bezirksliga - ein Rückschritt?

Ich spiele jetzt seit sieben Jahren im Seniorenbereich, in den ich mit 17 gekommen bin. Ich bin noch nie mit einer Mannschaft auf- oder abgestiegen. Vielleicht ist es gar kein Rückschritt, wenn man Freizeit und Familie nach vorne rückt.

Zur Person

Das ist Ufuk Ekincier

  • Ufuk Ekincier (24) ist in Iserlohn geboren und in Dortmund aufgewachsen. Hier spielte er in der Jugend unter anderem bei Borussia Dortmund und dem VfL Bochum, eher er in der U17 zum Karlsruher SC ging.
  • Hier absolvierte Ekincier parallel eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Bei den Senioren spielte er zwischen Ober- und Verbandsliga beim TSV Grudbach, TSV Reichenbach, ASV Durlach und dem 1. FC Bruchsal.
  • Ufuk ist der drei Jahre ältere Bruder von Baris Ekincier (21), der beim VfL Bochum unter Vertrag steht und an den österreichischen Zweitligisten Austria Klagenfurt ausgeliehen war. Anders als Baris besitzt Ufuk Ekincier keine Staatsbürgerschaft von Aserbaidschan, sondern nur von der Türkei.
  • Der Mittelfeldspieler ist 1,83 Meter groß und wiegt 93 Kilogramm.

Also wollen Sie nicht mehr in die Oberliga, die Mario Plechaty Ihnen zutraut?

Ich bin jetzt 24. Früher hatte ich die Möglichkeit, Oberliga, Regionalliga oder noch höher zu spielen. Den Sprung habe ich trotzdem nie gemacht oder verpasst. Ich setze mir dieses Ziel nicht mehr, weil ich mit der Situation zufrieden bin. Ich muss nicht mehr danach streben.

Was treibt Sie nach Nordkirchen?

Primär war es meine Freundin, mit der ich in Münster-Roxel in eine Wohnung gezogen bin. Ich habe dann mit Mario kurz telefoniert, weil ich unter ihm spielen wollte. Es gab also zwei Faktoren. Meine Freundin und Mario Plechaty - so hat sich das ergeben.

Sie hätten auch beim BSV Roxel in der Landesliga anfragen können. Also war der Trainer die entscheidende Komponente für Nordkirchen?

Ja, eigentlich schon. Zum BSV Roxel würde ich nur fünf Minuten zu Fuß laufen. Ich hatte mich auch mit anderen Vereinen unterhalten. Der Umzug ist jetzt erst in der letzten Zeit passiert. Zum Glück hatte ich noch nirgendwo zugesagt. So kam es dann zur Entscheidung, nach Nordkirchen zu gehen.

Waren Sie schon an der Anlage und kennen Sie Spieler des Kaders?

Ja, mehrmals. Meine Freundin und ich gehen am Schloss gerne spazieren. Aus der Mannschaft kenne ich noch niemanden, außer Lars Rustige und Daniel von der Ley. Mit beiden habe ich ja in Iserlohn zusammengespielt.

Welches Ziel haben Sie beim FC Nordkirchen?

Ich habe mir noch keins gesetzt, sondern will alles in Ruhe auf mich zukommen lassen. Dafür kenne ich mich in der Liga auch noch zu wenig aus. Ich will vor allem in Münster Fuß fassen. Ich arbeite jetzt in der Firma, in der auch mein Vater arbeitet als Wig-Schweißer.

Ihr Trainer Mario Plechaty sagte, dass Sie zu wenig Torgefahr ausstrahlen. Hat er Recht?

Ich war noch nie der Spieler, der selbst gerne die Tore schießen wollte. Aber im Grunde hat er Recht, dass ich öfter auf das Tor schießen könnte.

Lesen Sie jetzt