Paukenschlag beim SV Südkirchen - Trainerduo Fritsche/Kriesinger geht

mlzFußball-Kreisliga

Sportlich ist der Verein aktuell mit der Situation nicht ganz zufrieden, doch das ist nicht der Grund für den doppelten Abgang. Ein gemeinsames Grillen brachte den Ausschlag.

von Nico Ebmeier

Südkirchen

, 05.03.2020, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tabellenplatz zehn und am vergangenen Spieltag mit 1:7 beim Spitzenreiter Hiltrup verloren. Für den SV Südkirchen will es in dieser Saison einfach nicht so richtig laufen. Und nun gehen auch noch beide Trainer von Board.

Bis zum Sommer wird das Duo Stephan Kriesinger und Jens Fritsche noch an der Seitenlinie des SV Südkirchen stehen, doch dann ist Schluss. 13 Spieler haben die beiden Trainer also noch Zeit, um das angestrebte Saisonziel noch zu erreichen - Platz fünf. Im nächsten Sommer wird dann ein anderer Trainer an der Seitenlinie stehen.

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„Wir sind extrem traurig, dass die beiden entschieden haben, im Sommer zu gehen“, sagt SVS-Geschäftsführer Franz-Josef Dornhege. „Aber beide Trainer standen immer im engen Kontakt zu uns und dann müssen wir es eben akzeptieren.“ Doch wieso zieht es das Trainerduo aus ihrer sportlichen Heimat? „Das sind bei Beiden nur private beziehungsweise berufliche Gründe“, gibt Dornhege zu verstehen.

Jens Fritsche (v.l.) und Stephan Kriesinger gehen im Sommer.

Jens Fritsche (v.l.) und Stephan Kriesinger gehen im Sommer. © Sebastian Reith

Jens Fritsche zieht aktuell seine einjährige Tochter auf und würde gerne mehr Zeit für sie haben. Stephan Kriesinger nimmt sich eine kurze Trainerauszeit, weil er im nächsten Jahr beruflich mehr eingespannt sein wird. „Wir wollen natürlich Trainer, die zu 100 % bei der Mannschaft sind und nicht häufig an der Seitenlinie fehlen“, sagt Dornhege. „Jens und Stephan sind dann selbst auf uns zugekommen und sagten, dass sie das in der nächsten Saison so nicht mehr leisten können.“

Jens Fritsche war seit Oktober 2016 spielender Trainer beim SV Südkirchen, damals noch zusammen mit Felix Windmeier. Kriesinger stieß im folgenden Sommer dazu. Für den SVS war diese Zusammenkunft ein Segen, denn nach dem Bezirksligaabstieg 2012 und dem Absturz in die B-Liga 2016 formte das Duo ein neues, konkurrenzfähiges Team und schraubte die Erwartungshaltung immer weiter nach oben. In diesem Jahr sollte dann das zweite Mal der Sprung in die Top 5 folgen.

„Sie haben bei uns überragende Arbeit geleistet und haben immer viel auf die Jugend gesetzt“, lobt Dornhege. „Dass sich in jedem Jahr drei bis vier A-Jugendliche etablieren, ist vielleicht einmalig.“

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Die Entscheidung, das Traineramt ad acta zu legen, fiel auch den beiden Coaches ordentlich schwer. „Es sind bei uns beiden mit Sicherheit anderthalb weinende Augen, aber auch ein halbes lachendes, da wir nun unseren anderen Verpflichtungen mehr nachgehen können“, sagt Jens Fritsche. Ein gemeinsames Grillen im Hause Fritsche brachte den Ausschlag.

Jens Fritsche möchte mich mehr um seine Tochter kümmern.

Jens Fritsche möchte mich mehr um seine Tochter kümmern. © Jura Weitzel

„Es war eine ganz komische Stimmung, weil wir beide wussten, dass es so kommen wird. Aber wir haben es immer weiter vor uns hergeschoben, bis wir es dann am späten Abend ausgesprochen haben“, erzählt Stephan Kriesinger. „Wir beide können dem Verein in Zukunft einfach nicht mehr das geben, was er verdient hat.“

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So steht der SV Südkirchen also wieder vor einer Trainersuche. „Einen Nachfolger haben wir noch nicht. Aber am Liebsten würden wir den neuen Trainer gerne in spätestens drei Wochen vorstellen“, sagt Geschäftsführer Franz-Josef Dornhege. Es gebe zwar schon einige Interessenten, aber bis dato noch nichts Spruchreifes. Der neue Trainer soll dann den Umbruch beim SV Südkirchen weitertreiben.

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„Wir suchen wieder einen jungen Coach, der wie Jens und Stephan voll auf die Jugend gesetzt. In der nächsten Saison will der SV Südkirchen wieder oben angreifen,“ lautet die Kampfansage Dornheges, der nochmal ausdrücklich betont, „dass wir liebend gerne einfach mit beiden Trainer weitergemacht hätten.“

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