Tattoo: Fußballer verewigt ein Sportfoto seines Torjubels auf der Haut

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Der Ball ist rund. Ein Spiel hat 90 Minuten. Fußballer sind tätowiert. Oder? Ein Foto der Redaktion wird verblichenes Papier wohl überstehen - denn ein heimischer Fußballer hat es sich als Tattoo verewigt.

Nordkirchen

, 06.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Statistiken besagen: Tattoos sind raus aus dem Nischendasein. Jeder Fünfte ist in Deutschland tätowiert - und unter Bundesliga-Fußballern scheint der Tattookult manchmal noch weitaus stärker verbreitet zu sein. Ein Amateurfußballer aus Nordkirchen hat sich für ein Tattoo ein spezielles Motiv überlegt: Auf die Haut ließ er sich einen Torjubel eingravieren. Den hatte ein Sportfotograf dieser Redaktion eingefangen. Jetzt ist das Bild als Tattoo für die Ewigkeit festgehalten.

In den vergangenen Wochen fehlte Robin Schwick beim Training gelegentlich. Das hatte einen Grund: Nach Sitzungen beim Tätowierer musste die oberflächige Wunde verheilen - da herrscht Sportverbot, sonst erhöht sich die Infektionsgefahr.

Issam Jaber war zwei Jahre lang Trainer von Robin Schwick beim FC Nordkirchen.

Issam Jaber war zwei Jahre lang Trainer von Robin Schwick beim FC Nordkirchen. © Sebastian Reith

Bereut hat Robin Schwick die Pause nicht. „Ich finde Tattoos sehr cool. Viele Fußballer sind ja volltätowiert“, sagt Schwick. Der Nordkirchener, der zwei Jahre lang einer der Leistungsträger beim Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen war, wechselt in diesem Sommer zum Nachbarn SV Herbern in die Landesliga.

Erstes Tattoo erinnert an die Familie

Sein erstes Tattoo hatte er im Februar bekommen. Auf dem linken Arm befindet sich nun eine Taube. „Mein Opa war Taubenzüchter, mein Vater ist es auch. Das erinnert mich daran“, sagt Robin Schwick. Ein zweites, kleineres Tattoo in Form eines Schriftzuges kam danach auf dem rechten Arm dazu. Doch eigentlich will sich Robin Schwick eher auf den linken konzentrieren. Der rechte soll weitgehend frei bleiben.

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Für das dritte Tattoo entschied er sich für ein Fußballthema. Doch es sollte kein einfacher Ball oder ein Schuh werden - Schwick wollte ein individuelleres Motiv haben, das ihn an seine Sportart erinnert. Und da kam ein besonderes Foto ins Spiel.

Robin Schwicks Jubel wird Vorlage für das Tattoo

Das Foto entstand am 8. September 2019 - es war ein Heimspiel des FC Nordkirchen gegen den RC Borken-Hoxfeld in der Bezirksliga 11 und eines der besten, die Schwick für seinen Verein bis dahin gemacht hatte. Bereits nach 16 Minuten netzte Schwick zur Führung ein und drehte jubelnd. Klack, klack, klack - zwei Tage und einen weiteren Treffer später war das Foto des jubelnden Nordkircheners groß im Blatt. Für Technikfans: Die Brennweite betrug 120 Millimeter, der Augenblick der Belichtung dauerte nur eine 1600stel-Sekunde bei Blende 2,8 und Iso 250.

Robin Schwick jubelt über das 1:0 gegen Borken-Hoxfeld. Dieses Foto ließ sich Schwick in das Tattoo integrieren.

Robin Schwick jubelt über das 1:0 gegen Borken-Hoxfeld. Dieses Foto ließ sich Schwick in das Tattoo integrieren. © Sebastian Reith

Für Robin Schwick hatte das Foto eine besondere Bedeutung: „Es ist ein sehr schönes Bild. Man erkennt meine Lieblingszahl 11. Die habe ich immer versucht, zu bekommen. Mein Vater hat außerdem den gleichen Jubel verwendet.“ Auch Vater Emil Schwick war einst Torjäger für den FC Nordkirchen.

Ab zum Tätowierer

Gemeinsam mit seinem Tätowierer Nawang Bhutia aus Münster entwickelte er am Computer ein Auge, in dessen Iris nun das Fußballthema seinen Platz finden sollte. So entstand per Photoshop eine Vorlage. Zuschauer im Hintergrund verschwanden, stattdessen kreierte der Künstler Flutlicht-Atmosphäre.

Am Computer entstand eine Vorlage für das Tattoo.

Am Computer entstand eine Vorlage für das Tattoo. © Robin Schwick

Dann kamen Nadel und Farbe: In mehreren Sitzungen und insgesamt sechs bis sieben Stunden wurde das Tattoo gestochen. Ganz billig ist es auch nicht: 120 Euro kostet eine Stunde beim Tätowierer. Robin Schwick ist es das wert: „Ich werde es ja für den Rest meines Lebens auf der Haut tragen.“

Und ist es so geworden, wie er es sich vorgestellt hat? „Besser sogar!“, antwortet Schwick, „ich hätte nicht gedacht, dass es so gut wird.“ Und die Schmerzen? „Auszuhalten.“ Allerdings sei die Stelle am Körper auch nicht sehr schmerzempfindlich.

Auf dem Oberarm, knapp oberhalb des Ellenbogens, prangt das neue Tattoo von Robin Schwick.

Auf dem Oberarm, knapp oberhalb des Ellenbogens, prangt das neue Tattoo von Robin Schwick. © Robin Schwick

Weitere Pläne hat Schwick erstmal nicht. Nur, dass er weiß, dass er am linken Arm gerne irgendwann weitere Tattoos hätte. Farbtattoos möchte er dabei erstmal nicht verwenden. „Das ist, glaube ich, nicht so mein Ding. Ich bleibe bei Schwarz-weiß.“

Ein paar Sprüche habe er auch schon kassiert. „Manche sagen, dass man sich mit einem Foto von sich selbst darstellt“, sagt Schwick. Doch ihn stört es nicht. Schließlich ist Kunst auch Geschmackssache. Schwick dazu: „Ich mag´s!“

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