Tim Bröer fehlt dem FC Nordkirchen zum Rückrundenstart - Verwirrung über Sperre

mlzFußball

Der FC Nordkirchen muss Sonntag im ersten Ligaspiel des Jahres 2020 auf Tim Bröer verzichten. Oder doch nicht? Eine mögliche Sperre schwebt da über Tim Bröer.

Nordkirchen

, 05.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Experimente gab es beim FC Nordkirchen einige in der Vorbereitung. Issam Jaber, Trainer des Fußball-Bezirksligisten, hatte vor zwei Wochen Joachim Mrowiec im zentralen Mittelfeld getestet - als Sechser und nicht Sturm. Der Grund: Jaber suchte Ersatz für Tim Bröer, den er als gesperrt für das Ligaspiel am Sonntag (15 Uhr) beim FC Epe abgehakt hatte.

Nach Angaben der Nordkirchener sollte Tim Bröer gesperrt sein und eine Gelbsperre absitzen. Die fünfte Gelbe Karte, die für ein Spiel Sperre sorgt, sah er im Spiel vor der Winterpause gegen den SuS Stadtlohn. Für Nordkirchen stand also fest: Tim Bröer muss gegen den FC Epe, wenn es wieder losgeht, zugucken.

Tim Bröer ist gar nicht gesperrt

Doch Bröer ist nicht gesperrt, wie Staffelleiter Horst Dastig auf Nachfrage bestätigte. Er hat in seine Unterlagen geguckt und auch das DFB.net eingesehen, über das die Trainer digital ihre Startaufstellungen eingeben. Wäre Bröer gesperrt, wäre vor seinem Account ein Symbol in Form eines Schlosses. Doch dem ist nicht so. „Der Spieler darf spielen“, stellte Dastig klar.

Er begründet das mit der sogenannten „Zehn-Tage-Regel“. Dieser zufolge verfällt die Sperre von einem Spiel automatisch nach zehn Tagen. Deshalb sind spielfreie Wochenenden und andere Lücken im Spielplan gern genutzter Anlass, die angesammelten Karten straffrei abzufeiern.

Im zentralen Mittelfeld ist Tim Bröer für seine robuste Spielweise bekannt, die ihm auch schon mal Verwarnungen einbringt. Ein unfairer Spieler ist Bröer aber nicht.

Im zentralen Mittelfeld ist Tim Bröer für seine robuste Spielweise bekannt, die ihm auch schon mal Verwarnungen einbringt. Ein unfairer Spieler ist Bröer aber nicht. © Weitzel

In den Durchführungsbestimmungen steht wörtlich: „Ein Spieler, den der Schiedsrichter in fünf Meisterschaftsspielen durch Zeigen der Gelben Karte verwarnt hat, ist automatisch für die nächsten zehn Tage für alle Spiele im Seniorenbereich (ausgenommen Pokalspiele, Entscheidungsspiele sowie DFB-/DFL-Spielklassen) seines Vereins, höchstens jedoch für ein Meisterschaftsspiel der Mannschaft, in der die Verwarnung erfolgte, gesperrt, ohne dass es eines besonderen Verfahrens oder einer Benachrichtigung bedarf.“

Zehn-Tage-Regel gilt auch über den Jahreswechsel

In Nordkirchen kennt man die Regel sogar sehr gut. Jaber war aber davon ausgegangen, dass sie über die Winterpause ausgesetzt ist. Sieht ein Spieler direkt vor der Winterpause die fünfte Verwarnung, ist er auch im neuen Jahr für das erste Ligamatch gesperrt. Ein Irrtum, wie Dastig meint: „Das ist mir nicht bekannt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regel Unsicherheiten auslöst. Die Satzung ist in dem Fall aber eindeutig: „Eine Übertragung auf das neue Spieljahr bzw. bei einem Vereinswechsel während des Spieljahres in eine andere Spielklassenebene ist ausgeschlossen.“

Allerdings erklärte der Ligaboss auch, dass der Verband Bestrebungen habe, das Regelwerk dahingehend zu ändern, derartige Schlupflöcher in der Spielordnung zu schließen. „Das wird bald kommen“, ist sich Dastig sicher - und dann wäre Bröer wirklich gesperrt.

Jaber könnte ihn also einsetzen, aber Bröer wird trotzdem nicht kicken. Er hat Urlaub gebucht - nach Aussage des Nordkirchener Trainers aber schon lange, bevor die Sperre absehbar war. „Das“, sagt Jaber, „war vorher schon geplant.“

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