Tischtennis-Meister FC Nordkirchen verzichtet auf die Aufstiegswürden

Tischtennis

Kreisliga statt Bezirksklasse - Trotz Meisterschaft gibt der FC Nordkirchen sein Aufstiegsrecht an einen Verfolger weiter. Der Verein fühlt sich personell nicht gut genug aufgestellt für die höhere Liga.

Nordkirchen

, 07.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Steffen Rohlmann und Daniel Schlecht - das Duo vom FC Nordkirchen spielt auch in der kommenden Saison weiter in der Kreisliga.

Steffen Rohlmann und Daniel Schlecht - das Duo vom FC Nordkirchen spielt auch in der kommenden Saison weiter in der Kreisliga. © Jürgen Weitzel

Jubelarien waren bei den Tischtenniscracks des FC Nordkirchen nicht ausgebrochen, als der Westdeutsche Tischtennisverband (WTTV) die Saison abbrach und die Nordkirchener mit sofortiger Wirkung zum Meister erklärte.

Das lag zum einen daran, dass die Nordkirchener den Titel gerne nach einer vollständigen Saison abgesahnt hätten. „Es fühlt sich nicht nach einer richtigen Meisterschaft an“, sagte Spieler Markus Schulze Zumkley, „es ist eine Meisterschaft auf dem Papier.“ Unstrittig ist, dass der nach 17 Spieltagen immer noch unbesiegte Spitzenreiter aus Nordkirchen die Liga im Griff hatte. Zum anderen war nicht sicher, in welcher Personalkonstellation der FCN in der kommenden Saison überhaupt antreten könnte. Schon damals ließ Schulze Zumkley offen, ob der Verein nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse 2015/16 auch wirklich in diese zurückkehren würde - oder freiwillig in der Kreisliga bleibt.

Nun ist der Verzicht offiziell: Die unsichere personelle Lage führte schließlich dazu, dass die Nordkirchener nun auf den Aufstieg aus freien Stücken verzichten und dem SV Herbern sowie dem Werner SC den Vortritt lassen. Familienvater Steffen Rohlmann tritt aus familiären Gründen kürzer. Er war in dieser Saison Nordkirchens Topspieler. Und dann ist da noch André Mevenkamp, der in Köln wohnt. „Wir können nicht verlangen, dass er jede Woche da zu sein hat. Wir waren froh, dass er die Wege jede Woche auf sich genommen hat. Aber das ist nicht selbstverständlich“, sagte Schulze Zumkley, der auch stellvertretender Abteilungsleiter ist.

Meister FC Nordkirchen hat keine Neuzugänge gefunden

Die Suche nach Verstärkung lief ins Leere. „Wir hätten eigentlich noch bis zum 15. Mai Zeit“, so Schulze Zumkley. Bis dann muss der FCN sich entschieden haben, ob er aufsteigt oder nicht. Doch es war abzusehen, dass der Verein bis dahin keine frische Neuverpflichtung mehr an Land zieht. „Wir haben unsere Kandidaten abgeklappt. Da war nichts zu machen. Und bezahlen wollen wir nichts. Damit fangen wir erst gar nicht an“, sagt Schulze Zumkley.

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Die Mannschaft hält er in der Bezirksklasse für konkurrenzfähig, allerdings nur, wenn der FCN jedes Spiel in Topbesetzung angeht. In der Kreisliga könne man die Mannschaft leichter mit Reservisten auffüllen, ohne herbe Qualitätsverluste hinzunehmen.

Deshalb bleibt der Meister in der Kreisliga, erwartet hier mit dem viele Jahre höherklassig spielenden Absteiger TTC SG Selm ein Derby, das es so noch nie gab. Schulze Zumkley: „Ich erinnere mich nicht, dass wir das schon mal hatten.“ Besser ein Derby als Personalnot in der Bezirksklasse. „Das hatten wir schon einmal. Das müssen wir nicht nochmal haben“, sagt Schulze Zumkley.

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