200 Kilometer pro Auswärtsspiel: Olfens Volleyballerinnen müssen weite Fahrten zurücklegen

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Da kommt einiges zusammen: Olfens Volleyballerinnen werden in der neuen Verbandsliga viel weitere Auswärtsfahrten zu Spielen zurücklegen müssen. Das wäre in einer anderen Staffel nicht so dramatisch gewesen.

Olfen

, 22.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es schlecht läuft, verbringt der SuS Olfen in der kommenden Saison mehr Zeit hinterm Steuer als auf dem Volleyballparkett. Nachdem der Westdeutsche Volleyball-Verband (WVV) den Aufsteiger in die Verbandsliga 5 eingruppiert hat, blühen den Olfenerinnen weite Auswärtsfahrten. Die Autobahn 2 kann man sich in Olfen schon mal als Favorit ins Navigations-Logbuch speichern.

Auf den notwendigen Saisonabbruch durch das Coronavirus reagierte der WVV mit großzügigen Wildcardregelungen. Wer die wenige Spieltage vor dem Saisonende abgebrochene Saison noch auf einem Aufstiegsplatz hätte beenden können, bekam den Aufstieg angeboten. Das selbe Prinzip im Keller: Wer sich noch hätte retten können, darf auch drinbleiben - wie unwahrscheinlich es auch gewesen wäre.

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Auch der SuS Olfen war ein Gewinner und stieg in die Verbandsliga auf. Doch aus dem vermehrten Aufstieg resultierte eine höhe Mannschaftszahl, als die bisher vier Staffeln fassen konnten. Die Folge: Der WVV erhöhte die Gruppenanzahl. Statt bisher vier gibt es in der Saison 2020/21 nun fünf Verbandsligen. Der SuS Olfen wurde dabei in die Staffel 5 eingruppiert und spielt also gegen zahlreiche Teams aus Ostwestfalen.

Drei nahe und sieben ganz weite Fahrten

In der Staffel 4 dagegen, die das zentrale Münsterland umfasst und sogar zwei Teams weniger beinhaltet, wären die Fahrten für die Mannschaft von Dietmar Köhler wesentlich kürzer gewesen. Wie viel kürzer, hat die Redaktion mit einem Routenplaner nachgemessen: Olfens Spielerinnen werden neben den beiden kurzen Fahrten nach Lüdinghausen, wo nicht nur die Union-Reserve, sondern auch die Verbandsauswahl außer Konkurrenz ihre Heimspiele austrägt, und der Fahrt nach Bönen (Kreis Unna) sieben weite Auswärtsreisen in den Raum Bielefeld/Minden/Paderborn unternehmen müssen.

Auswärtsfahrten des SuS Olfen

Gegner sind sortiert nach Kilometern absteigend.
  • Union Lüdinghausen II (10 Kilometer, 12 Minuten)
  • WVV-Auswahl (10 Kilometer, 12 Minuten)
  • TuS Bönen (42 Kilometer, 41 Minuten)
  • VfB Schloß Holte (118 Kilometer, 1:14 Stunde)
  • SV BW Sande (120 Kilometer, 1:24 Stunde)
  • SC Halle (132 Kilometer, 1:20 Stunde)
  • SuS Holzhausen (138 Kilometer, 1:35 Stunde)
  • VC Altenbeken-Schwaney (140 Kilometer, 1:38 Stunde)
  • OTSV Preußisch Oldendorf (141 Kilometer, 1:35 Stunde)
  • 1. VC Minden (164 Kilometer 1:41 Stunde)

Insgesamt kommen bei Hin- und Rückfahrten 2030 Kilometer zusammen. 23 Stunden benötigt man laut Navi insgesamt. Olfen müsste sich also zahlreiche Fünf-Satz-Schlachten liefern, damit die Spielzeit die Fahrzeit überschreitet. Das Extrem: Bis zum VC Minden sind es 164 Kilometer pro Strecke. Dreieinhalb Stunden werden die SuSlerinnen für Hin- und Rückweg benötigen. Plus Aufwärmzeit und die eigentliche Spielzeit geht dann ein ganzer Tag am Wochenende für Volleyball drauf.

Noch ein Beispiel: Um das Spiel beim SuS Holzhausen zu bestreiten, ist eine Abkürzung durch Niedersachsen lohnenswert. Dann sind es aber immer noch 298 Gesamtkilometer. Fahrzeit: 3:10 Stunden.

In der Verbandsliga 4 sind die Fahrten kürzer

In der Verbandsliga 4 hätte das ganz anders ausgesehen. Etwa 900 Kilometer hätten hier die Wege betragen - weniger als die Hälfte. Die längste Fahrt nach Mesum dauert etwas mehr als eine Stunde und ist 72 Kilometer lang - ein Klacks gegenüber der Verbandsliga 5. „Das ist heftig“, sagte auch Kapitänin Johanna Jäger. Gerade für die Spielerinnen im Schichtdienst würden sich dadurch Probleme ergeben. Auch Trainer Dietmar Köhler weiß: „Die Mädels fanden das nicht prickelnd.“

Positiver Aspekt der Verbandsliga ist, dass der SuS Olfen in Zukunft auch zehn Heimspiele austrägt. In der Landesliga war es noch üblich, dass sich zwei Mannschaften auf neutralem Boden begegnen - in fremder Halle, wo zuvor schon ein weiteres Spiel ausgetragen worden war. Das spart Hallenbuchungen, Mannschaften pfeifen sich gegenseitig. Das ändert sich ab Verbandsliga-Niveau aber. „Durch die Heimspiele sparen wir uns jetzt ja auch Fahrten“, merkte Jäger an.

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