Alexander Höring beschützte andere vor Tritten auf den Kopf - und wurde selbst geschlagen

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Vor dem Sportgericht äußerte sich Vinnums Alexander Höring als Zeuge zur Massenschlägerei vor drei Monaten. Er sprach von gezielten Angriffen der Herta-Anhänger und äußerte einen Verdacht.

Vinnum

, 17.12.2019, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Zeugen erzählten am Montagabend, 16. Dezember, vor dem Sportgericht in Recklinghausen von ihren Erlebnissen rund um die Massenschlägerei am Rande des Kreisliga-Spiels zwischen Westfalia Vinnum und Herta Recklinghausen. Vinnums Spieler Alexander Höring vermutete, dass es für einige Herta-Anhänger nicht die erste Prügelei war.

Als vierter Zeuge erzählte Höring, was er am 15. September auf dem Fußballplatz des A-Kreisligisten erlebt hatte. Schon vor dem Abpfiff und dem Beginn der Schlägerei, „waren die Gemüter am Spielfeldrand erhitzt“. Wenige Minuten vor dem Schlusspfiff habe es die ersten ungebetenen Gäste auf dem Vinnumer Spielfeld gegeben.

„Dann habe ich Geschrei gehört“

Nachdem der Schiedsrichter ein Foul abpfiff, seien bereits ein Herta-Anhänger und der Linienrichter, den die Recklinghäuser stellten, auf den Platz gerannt. „Sie waren mit der Entscheidung nicht einverstanden“, stellte Höring fest.

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Auch bei einer Ecke für die Gäste kurz darauf sei es einigen Zuschauern nicht schnell genug gegangen. Doch bis dahin sei alles nicht dramatisch gewesen - eher wie ein übliches Kreisliga-Spiel.

Nach Abpfiff habe er mit seinen Teamkollegen noch auf dem Platz gestanden, als er sah, „dass da oben Tumulte waren“. Damit meinte er die leichte Anhöhe vor der Cafeteria und dem Grillstand. Eine Gruppe von Herta-Spielern sei ebenfalls schon dort gewesen. „Dann habe ich Geschrei gehört.“

Vinnumer musste sich gegen Tritte auf den Kopf schützen

Er selbst geriet dabei auch in eine brenzlige Situation, als er versuchte, zu helfen. „Ich bin quasi immer nachgelaufen und habe versucht, dazwischenzukommen“, erzählte Höring. Als er versuchte, einem bereits auf dem Boden liegenden Vinnumer zu helfen, der sich gegen „Tritte auf den Kopf“ schützen musste, sei er dazwischengegangen. Nach einigen Schlägen auf seinen Hinterkopf, „hat dann jemand versucht, mir ins Gesicht zu schlagen“.

Wie viele Anhänger und Spieler von Herta Recklinghausen insgesamt beteiligt waren, konnte Vinnums Nummer sechs nur schätzen. Es sei aber „bestimmt ein Pulk von 30 bis 40 Leuten“ gewesen. Dabei seien die Herta-Anhänger immer in Gruppen mit fünf oder sechs Personen auf einzelne Vinnumer Spieler und Zuschauer losgegangen.

Ob die Herta-Anhänger strategisch oder emotional vorgingen, fragte ihn Kreischef Hans-Otto Matthey. „Sowohl als auch“, sagte Höring. Teilweise hätten sie Personen den Ausgang versperrt. Zudem seien sie „gezielt auf Leute losgegangen“.

Mit etwas Abstand von den Ereignissen habe sich bei ihm immer mehr das Gefühl breitgemacht, dass es „nicht das erste Mal war, dass sie auf Menschen eingeschlagen haben“. Zudem seien Herta-Anhänger auch gezielt auf Personen zugegangen, die Teile der Schlägerei gefilmt hatten. „Sie wurden bedroht, mussten ihre Handys abgeben oder Videos löschen.“

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