Die U23 des TuS Haltern zaubert einen ehemaligen DFB-Pokal-Torhüter aus dem Hut

mlzFußball: Bezirksliga

Bei der U23 des TuS Haltern drückte zwischen den Pfosten der Schuh: Stand Mittwoch hatten die Halterner keinen Torhüter zur Verfügung. Und so wurden die Trainer Ostdorf und Lehmann kreativ.

Haltern

, 14.10.2019, 13:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er spielte bereits in der A-Jugend des FC Schalke 04 und trug mehrere Jahre das Trikot von RW Essen. Sogar in drei Spielen im DFB-Pokal stand der Schlussmann für die Essener im Kasten. Seit Sonntag steht nun auch ein Spiel in der Bezirksliga 11 in seiner Vita. 90 Minuten stand er für die U23 des TuS Haltern gegen Union Lüdinghausen im Kasten (4:1).

„Das Gegentor fuchst mich ein bisschen“, sagt Dennis Lamczyk. Denn eigentlich hängen seine Schuhe seit dem Jahr 2017 am Nagel. „Glücklich bin ich aus dem aktiven Sport ausgeschieden“, erklärt er. Sein letztes Spiel für Resse war ein Pokalspiel. „Ein Spiel, mit dem ich gut aufhören konnte“, sagt er.

„Das war schon cool“

Nun war er am Sonntag wieder zurück auf dem Spielfeld. „Das war schon cool, das Feuer ist ja immer da, wenn auch unterbewusst“, sagt der Torhüter. Eigentlich war er nur eingesprungen, um den Halternern von Timo Ostdorf und Kevin Lehmann aus der Patsche zu helfen.

Die U23 des TuS Haltern zaubert einen ehemaligen DFB-Pokal-Torhüter aus dem Hut

Dennis Lamcyzk trug am Sonntag das Trikot des TuS Haltern. © Privat

Denn Leo Backmann-Stockhofe - die eigentliche Nummer eins des Bezirksligisten - war am Sonntag in London. Ubeyd Güzel, der aus der A-Jugend in die zweite Mannschaft kam, fehlt weiter mit Problemen an der Achillessehne. „Und am Mittwochabend bekam ich die Info, dass ich keinen Torwart aus der ersten bekommen würde, weil Tim Oberwahrenbrock und Rafael Hester nicht fit waren“, erklärt Halterns Trainer Timo Ostdorf. „Also brauchten wir einen arbeitslosen Torhüter, der in keinem Verein angemeldet war.“

Und so kam Lehmann auf die Idee, der Lamczyk aus der gemeinsamen Zeiten aus Erkenschwick und Essen kennt, sich bei dem 32-Jährigen zu melden. „Am Donnerstag war alles klar und am Freitag hatten wir dann die Spielberechtigung“, sagt Ostdorf. Und so stand der ehemalige Torhüter der Essener am Sonntag in der Stauseekampfbahn auf dem Kunstrasen.

Ein Ritt auf der Rasierklinge

Aktuell sei es für die Halterner sowieso ein Ritt auf der Rasierklinge, ohne zweiten Torhüter in die Saison zu gehen. Denn auch am Sonntag war der verletzte Feldspieler und Kapitän Tobias Becker als Ersatztorwart im Spielberichtsbogen eingetragen. Am Montag feierte Becker Geburtstag, am Freitag wird er am Knie operiert.

Für Lamczyk waren die 90 Minuten auf dem Kunstrasen „wie Fahrradfahren“. Auch wenn er die letzte Zeit nicht mehr viel aktiv gemacht habe, verlernt habe der Torwarttrainer vom Oberligisten SC Westfalia Herne nicht viel. Dementsprechend „tun mir die Knochen auch am Montag nicht weh“, sagt er und lacht. Und trotz der längeren Pause „hat er uns in der zweiten Halbzeit zwei bis drei Mal sehr stark die Führung gesichert“, sagt Ostdorf.

Sehen wir den ehemaligen Regionalligaspieler also häufiger in Trikot des TuS Haltern? „Wir haben nichts geplant“, sagt der 32-Jährige. Für ihn sei es eine einmalige Aushilfe gewesen. „Vielleicht entwickelt sich da irgendwann ein Wunsch, häufiger dazuzustoßen“, sagt Lamczyk. „Aber ich bin auch Familienvater und will meiner Familie gerecht werden.“

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