Erschreckend schwacher SuS Olfen verliert deutlich gegen Tabellenvorletzten

mlzFußball: Bezirksliga 11

Matthias Potthoff saß zehn Minuten nach dem Ende noch mit tristem Blick auf der verwaisten Olfener Auswechselbank. Die Sportanlage glich kurz nach der enttäuschenden 1:3-Niederlage verlassen.

Olfen

, 13.10.2019, 19:36 Uhr / Lesedauer: 2 min


Bezirksliga 11
SuS Olfen - FC Epe 1:3 (0:0)

Nur Potthoff, der bei Olfen Co-Trainer ist und 90 schlechte Minuten aus der Innenverteidigung live miterlebt hatte, saß da noch. Auf der Gegenseite spielte Gordon Zyla noch mit einer Plastikflasche, die er dann genervt auf die Bande schlug und auch vom Platz schlich.

Die schon vierte Heimniederlage des Fußball-Bezirksligisten schlug vielen Akteuren ganz gewaltig auf das Gemüt. Mittelfeldspieler Niklas Mählmann sagte, es sei das schlechteste Fußballspiel gewesen, an dem er je mitgewirkt habe. „Das war eine Frechheit“, sagte Mählmann.

Olfens Trainer Michael Krajczy zog sich trotz milder Bedingungen schon nach fünf Minuten eine Jacke an – als ob er geahnt hatte, dass sich die Olfener doch noch warm anziehen müssten. Der FC Epe war von der ersten Minute an viel präsenter und drückte dem Spiel den Stempel auf. Man fragte sich: Wer ist hier eigentlich das Kellerkind? Und wer der Tabellenachte? Olfen jedenfalls lief viel hinterher. Die Gäste machten das Spiel und ließen den SuS gar nicht richtig teilnehmen. „Von allem, was uns sonst so ausgezeichnet hat, war heute nicht viel zu sehen. Das Tor war ja auch geschenkt, das wir da geschossen haben. Das war heute nix“, sagte Krajczy hinterher.

Dass einige Spieler wegen des Oktoberfestes in Olfen angeknockt ins Spiel gegangen seien, dem widersprach er. „Das ist nun mal in Olfen so. Das ist auch völlig in Ordnung. Da muss man sich wieder aufrappeln. Ob es daran gelegen hat, kann man nicht sagen. Ich gehe davon aus, dass wir einfach einen schlechten Tag hatten“, kommentiert Krajczy. Unterschätzt habe Olfen den Gegner nicht. „In der Bezirksliga brauchst du nicht auf die Tabelle gucken. Du musst jeden Sonntag top vorbereitet sein und eine Topleistung bringen. Sonst schaffst du es nicht“, sagte Krajczy.

Offen bleibt aber, wie Olfens schwächste Saisonleistung zu erklären ist. In der ersten Hälfte konnte sich der SuS noch bei Fortuna und Keeper André Milewzyk bedanken. Der parierte Jannik Holtmanns Schuss nach 25 Minuten ganz stark und hielt auch Julius Kleins Volleyschuss fünf Minuten vor der Pause. Glück hatte auch er, als Jan Frieling den Außenpfosten traf (37.).

Olfens einzige Gelegenheit vergab der SuS symptomatisch. Kapitän Marvin Böttcher war nach 30 Minuten mal frei durch, spielte den Ball dann aber neben das Tor. Fabian Konietzni erlief ihn sich aber noch, bevor er ins Aus rollte und flankte. Diesmal beförderte Böttcher den Ball volley sogar ins Seitenaus – nichts lief. Dass es torlos in die Pause ging, war die gute Nachricht für alle Olfener.

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Auch in Hälfte zwei war der SuS meist nur zweiter Sieger. Holtmann vergab Chancen, dass Epe verzweifelte. Erst prallte der Ball von seiner Brust aus kurzer Distanz nicht ins Tor (46.), dann traf er das Außennetz (48.) und köpfte vor sich auf den Boden statt den Ball besser zu platzieren (62.). Olfen ließ durch Fabian Konietzni und Böttcher auch zwei gute Chancen liegen (70., 72.).

Doch als dann Klein Milewzyk überwand und der Ball ins Tor trudelte, war der Jubel auf Eper Seite riesengroß (75.). Den schmeichelhaften Ausgleich ersprintete sich Felix Schröder, der seinem Gegenspieler den Ball abluchste und Niklas Baumann überlupfte (79.). Doch durch einen Konter entschied am Ende doch noch Holtmann das Spiel (87.) verdient, Felix Wobbe beseitigte in der Nachspielzeit alle Restzweifel.

Glücklich waren nur die Gäste: „Mir ist völlig egal, wie der Sieg zustande gekommen ist. Hauptsache, endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis. Wir müssen das aufsaugen, wie es sich anfühlt, mal wieder zu gewinnen und sich zu belohnen, obwohl man noch einen Rückschlag kriegt“, sagte Epe-Spielertrainer André Hippers. Bei Olfen überwog nur die Enttäuschung.

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