Hitze und eine „kochende Bahn“ - doch Läuferin Marie Gövert beißt sich durch bei der DM

Leichtathletik

Platz elf und eine ordentliche Zeit - Marie Gövert und auch ihr Trainer Bernhard Bußmann vom SuS Olfen sind mit dem Abschneiden in Ulm zufrieden. Gleichzeitig kritisiert Bußmann den DLV.

Olfen

, 26.07.2019, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hitze und eine „kochende Bahn“ - doch Läuferin Marie Gövert beißt sich durch bei der DM

Marie Gövert (l.) läuft in Ulm auf Rang elf. © Wolfgang Birkenstock

Marie Gövert, Läuferin des SuS Olfen, hat bei den Deutschen U18-Leichtathletik-Meisterschaften in Ulm Platz elf über 3000 Meter erreicht. In 10:51,98 Minuten kam Gövert am Ende ins Ziel. Eine Frage bleibt aber: Warum hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) das Rennen, das um 15.10 Uhr am Freitag ausgetragen wurde, nicht verlegt?

„Ich bin sehr zufrieden. Am Anfang bin ich im Pulk gelaufen. Dann hat sich das Feld auseinandergezogen. Ich bin danach immer in einer kleinen Gruppe als Zweite gelaufen. Das hat gut geklappt“, sagte Marie Gövert am Freitagnachmittag gut eine Stunde nach dem Saisonhöhepunkt in Ulm.

Nach zwei Runden nahm das Rennen im Donaustadion Fahrt auf. Das Feld, das bis dahin zusammengelaufen war, splittete sich auf: eine Spitzengruppe aus vier Athletinnen, eine Verfolgergruppe mit vier Läuferinnen und dann noch eine Vierergruppe, in der sich auch die Olfenerin befand.

Marie Gövert auf der Überholspur

„Marie hat sich dann am Ende rangezogen und noch eine Athletin überholt. Ich dachte sogar noch, dass sie unter die besten Zehn laufen könnte“, sagte Trainer Bernhard Bußmann. Aus ihrem Jahrgang 2003 war Gövert am Ende starke Vierte. 21 Läuferinnen waren insgesamt auf der Bahn. „Sie ist als Elfte in der Meldeliste angereist und auch Elfte geworden. Klar war, dass hier keine Bestzeiten möglich sind. Die Kunststoffbahn kochte“, sagte Bußmann. Vor allem auf den letzten 1000 Metern habe auch Gövert dann nachgelassen.

„Man kann froh sein, dass sie durchgekommen ist. Das ist vorrangig. Platzierung und Zeit sind sekundär. Ich bin stolz, dass sie durchgehalten hat auf so einer Strecke bei 35 Grad“, sagte Bußmann und schob eine Kritik in Richtung DLV nach. Es sei unverantwortlich, unter diesen Bedingungen eine Deutsche Meisterschaft auszutragen.

Eine Athletin sei weit über 12 Minuten gelaufen - dabei lag die Qualifikationszeit bei 10:50 Minuten. „Man hätte den Lauf irgendwann auf den Abend legen können“, sagte Bußmann - dann wäre wenigstens die sengende Sonne untergegangen. Bußmann will jetzt auch als Vorsitzender des Leichtathletikausschusses im FLVW tätig werden. „Es geht mir nicht um Marie, sondern um die Gesundheit aller.“

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