Kunibert Gerij und Westfalia Vinnum reagieren auf das Urteil nach der Massenschlägerei

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Fußballvereine werden sich nun genau überlegen, welche Spieler sie in ihren Reihen dulden werden, und bei der Auswahl der Spieler stärker selektieren, glaubt Kunibert Gerij.

Vinnum

, 17.12.2019, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kunibert Gerij ist wohl einer der deutlichsten Kritiker des Kreises Recklinghausen in den letzten Wochen gewesen. Der Vorsitzende von Westfalia Vinnum übte nach der Massenschlägerei viel Druck auf Fußballfunktionäre, Politik und Behörden aus. Der 70-Jährige forderte sogar öffentlich den Ausschluss des SV Herta Recklinghausen, dessen Spieler und Zuschauer acht Menschen nach dem Kreisliga-Fußballspiel am 15. September in Vinnum teilweise schwer verletzten.

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Doch am Tag nach der Sportgerichtsverhandlung in Recklinghausen - drei Monate nach der Schlägerei - reagierte der Vereinschef mit lobenden Worten auf das Urteil des Sportgerichts. „Das Sportgericht hat es sehr gut gemacht. Man hat sich da wirklich Gedanken gemacht. Es war fair. Der SV Herta bekommt eine Chance“, sagte Gerij.

Kunibert Gerij lobt Präventivcharakter der Maßnahmen

Gleichzeitig sei die Strafe abschreckend, so Gerij, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Matthias Gießler nur eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro beantragt hatte. Das Sportgericht hatte die Geldstrafe dann auf 4.500 Euro erhöht, 2.000 Euro davon sind zur Bewährung ausgesetzt.

Kunibert Gerij und Westfalia Vinnum reagieren auf das Urteil nach der Massenschlägerei

Vinnums Vorsitzender Kunibert Gerij, hier neben seinem Stellvertreter Matthias Gießler, lobte den Ausgang der Sportgerichtsverhandlung und war sehr zufrieden. © Pascal Albert

„Das Sportgericht hat es geschafft, präventive Maßnahmen zu ergreifen“, lobte Gerij und meinte damit die zahlreichen Auflagen, die der SV Herta Recklinghausen nun stemmen muss. Da wären zum einen die Ordner bei Heimspielen, zum anderen ein Fanbeauftragter bei Auswärtsspielen.

Vereine werden sich nun überlegen, wen sie sich in ihre Reihen holen

Weiter steht der SV Herta unter Beobachtung. Gibt es Spielabbrüche oder schwere Unsportlichkeiten droht der Ausschluss. Gerij: „Diese Maßnahmen zeigen, dass den Vereinen Konsequenzen drohen. Die Vereine sind gefordert und müssen sich überlegen, mit welchen Spielern sie die Mannschaften besetzen.“

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Problemspieler könnten es so schwerer haben, einen Klub zu finden, wenn den Vereinen bei Vergehen sportrechtliche Konsequenzen drohen. Und auch die Vereinsstruktur wie beim SV Herta, bei dem der Präsident sich nur für die zweite und dritte Mannschaft, aber nicht für die autark agierende und abgeschottete erste Mannschaft verantwortlich fühlt, sei dadurch kaum noch möglich. Der Vorsitzende steht allen Spielern und Mannschaften vor - und der Verein haftet im Grundsatz auch für sie.

Kunibert Gerij war überrascht bei der Urteilsverkündung

Gerij gab zu, überrascht gewesen zu sein bei der Urteilsverkündung. „Damit habe ich so nicht gerechnet“, sagte Gerij, der Bewährungsauflagen zuvor nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen hatte. Er hob wegen des vorbeugenden Charakters die Einmaligkeit des Urteils hervor.

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Auch lobte er das Verhalten des SV Herta. Das Vorstandsduo Ahmad und Ziad Omayrat sowie Ex-Geschäftsführer Michael Gassner unterhielten sich nach der Verhandlung ausführlich miteinander. „Sie haben sich klar von der Gewalt distanziert und wollen mit uns reden“, sagte Gerij - vielleicht ein erster Schritt zu einer Normalisierung des Verhältnisses der beiden Klubs.

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