Michael Krajczy: 45 Siege in 81 Spielen - jetzt wird er U19-Coach beim SuS Olfen

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Michael Krajczy gehört mit dem Bezirksliga-Aufstieg zu den erfolgreichsten Olfener Trainern. Der angekündigte Abschied ist nun vollzogen. Wen er über Olfen spricht, gerät er ins Schwärmen.

Olfen

, 26.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In 81 Ligaspielen saß Michael Krajczy auf der Bank des SuS Olfen. Der 50-jährige Fußballtrainer, mit dem der SuS Olfen den Wiederaufstieg in die Bezirksliga geschafft hat, kam durch einen Zufall nach Olfen und wohnt inzwischen auch in der Steverstadt. Künftig wird er die U19 trainieren.

45 Siege stehen 14 Unentschieden und 22 Pleiten in der Kreis- und Bezirksliga gegenüber. In diesen bejubelte Michael Krajczy 182 Tore, die zu 149 Punkte reichten, und ärgerte sich über 122 Gegentore. In seine Statistik zählen auch noch weitere Freundschaftsspiele und Pokalspiele als Olfener Cheftrainer.

Zwischen Dezember und März war der SuS Olfen zunehmend wieder abstiegsgefährdeter geworden. Die Saison beendeten die Olfener dann als Tabellenzwölfter. Absteiger gibt es in der abgebrochenen Saison nicht. „Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen“, sagte Michael Krajczy, „aber ich glaube fest daran, dass wir es auch so geschafft hätten.“

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Zum letzten Mal saß er am 8. März auf der Olfener Trainerbank. Das Spiel endete mit einem 0:2 gegen den SuS Stadtlohn. Ein richtiger Abschied, eine Nichtabstiegsparty wie ein Jahr zuvor beim Meistertitel im „Klöni“ blieben Krajczy und dem SuS Olfen damit verwehrt. „Dafür hatten wir ein tolles Jahr mit dem Aufstieg“, entgegnet Krajczy.

Vom Platzhalter zur Dauerlösung

Begonnen hatte die dreijährige Bindung zwischen Trainer und Verein durch einen traurigen Anlass. Der damalige Trainer Norbert Sander befand sich im Krankenhaus. Als Krajczy davon erfuhr, stattete er Sander einen Besuch ab. Sander verpflichtete Krajczy als Platzhalter noch am Krankenbett. Zunächst „auf Weiteres“, daraus wurden dann mehrere Jahre. Als absehbar war, dass Sanders Gesundheit eine Rückkehr auf die Bank nicht zulässt, wurde aus der Übergangs- eine Dauerlösung. Und Krajczy wurde heimisch beim SuS.

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Dabei begann seine Amtszeit nicht gerade erfolgreich. Erst im vierten Ligaspiel nach dem Bezirksliga-Abstieg gelang endlich ein Sieg. Doch zur Halbserie lag der SuS mit nur zwei Punkten hinter dem Spitzenreiter noch auf Aufstiegskurs. „Wir hatten auch eine unheimlich gute Vorbereitung“, fand Krajczy - dann kam Karneval und die halbe Olfener Mannschaft lag krank im Bett.

Seine erste Ansprache: Michael Krajczy erklärt der Mannschaft seine Sichtweise auf Fußball.

Seine erste Ansprache: Michael Krajczy erklärt der Mannschaft seine Sichtweise auf Fußball. © Reith

Verbrieft ist, dass das die Olfener zumindest daran hinderte, länger Teil des Aufstiegsrennens zu bleiben. Zum Saisonende trennten Meister Billerbeck und den SuS dennoch 20 Zähler.

In Olfen hatte Michael Krajczy „die schönste Zeit“

Im Winter 2018/19 fast das ähnliche Bild. Olfen verfolgte diesmal Billerbeck, der Rückstand aber betrug zeitweise sieben Punkte. „Es haben trotzdem alle dran geglaubt. Das war auch als Trainer ein cooles Erlebnis. Die Mannschaft war unheimlich motiviert, hat Gas gegeben und war fit“, sagte Krajczy, der auch zum ersten Mal als Trainer einen Aufstieg richtig feierte. Olfen überholte Osterwick noch und stieg auf.

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Michael Krajczy will seine Ex-Vereine nicht schlechter dastehen lassen, als sie waren. Er weiß gar nicht, ob er das überhaupt aussprechen darf, weil er niemanden verärgern möchte. Aber Mannschaft und Umfeld führten dann doch dazu, dass Krajczy von der „schönsten Zeit“ im Fußballerleben spricht. Und vielleicht ist er deshalb auch geblieben.

Gegenwind? Für Michael Krajczy kein Problem. Auch bei Rückschlägen glaubte er immer noch an Erfolg.

Gegenwind? Für Michael Krajczy kein Problem. Auch bei Rückschlägen glaubte er immer noch an Erfolg. © Reith

Neue Aufgabe in der Jugend

Zur neuen Saison übernimmt er die U19 gemeinsam mit Wolfgang Rödiger und Christian Brüse. Die Mission des Trios: der Bezirksliga-Aufstieg. Denn zwischen den C-Junioren und den Senioren ist die A-Jugend die Bezirksliga-Lücke im SuS-Konzept, die dann geschlossen wäre. Am 26. Juni startet auch die A-Jugend des SuS Olfen wieder. Krajczy will die Mannschaft kennenlernen. Wolfgang Rödiger jedenfalls kennt er seit seinem ersten Tag: „Wolle saß am Tisch und ich dachte mir: Vor dem musst du aufpassen. Der ist bestimmt schon lange dabei!“ Jetzt arbeiten beide zusammen.

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