Nach Massenschlägerei: Wie sich Herta-Spieler vor dem Sportgericht drücken

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Die Spieler der ersten Mannschaft des SV Herta haben sich von ihrem Verein abgemeldet. Damit könnten sie sich den Sportgerichten entziehen - denn greifbar sind die Spieler dann nicht mehr.

Vinnum

, 23.10.2019, 22:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kunibert Gerij, Vorsitzender von Westfalia Vinnum, hat den SV Herta Recklinghausen kritisiert. Die Spieler der ersten Mannschaft des SV Herta haben sich mittlerweile geschlossen vom Verein abgemeldet und wollen sich offenbar der Sportgerichtsbarkeit entziehen.

Wer nicht Mitglied in einem Sportverein des DFB ist, kann auch nicht belangt werden - so einfach sind die Regeln. Zwar sind Ordnungsgelder für Vereine üblich, wenn Zuschauer und Spieler ihnen klar zugeordnet werden können, doch persönliche Strafen gibt es für vereinslose Spieler nicht.

Spieler des SV Herta sind inzwischen vereinslos

Und genau das sind die Spieler des SV Herta Recklinghausen, die Teil der Massenschlägerei am 15. September in Vinnum waren, mittlerweile. Nach übereinstimmenden Recherchen ist die Mannschaft nicht nur vom Spielbetrieb abgemeldet. Die Spieler sind nicht mehr Mitglied ihres alten Vereins - und damit nicht mehr Mitglieder des Verbandes. Das bestätigte sowohl der Kreis als auch der Verein selbst. Die Fußballer entziehen sich damit vorerst der Sportgerichtsbarkeit, können aber belangt werden, sobald sie sich in einem anderen Verein wieder anmelden. Doch das könnte Jahre dauern.

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Für Kunibert Gerij, Vinnums Vereinschef, ein Unding: „Die wollen sich durchmogeln, ist doch ganz klar“, sagte Gerij. Seit Wochen kämpft der langjährige Vorsitzende engagiert beim Kreis und in der Politik gegen ein „Weiter so“ und dafür, dass sich etwas ändert. Dass das Buch beim Sportstrafverfahren, das gegen den SV Herta als Verein, aber nicht mehr gegen die Spieler stattfinden kann, einfach so geschlossen werden könnte, ist für Gerij frustrierend.

Gerij hinterfragt Hertas Verbandsmitgliedschaft

Dabei wünscht er sich auch von Herta-Seite mehr Beteiligung an der Aufklärung und nicht nur warme Worte. Tage vergingen, bis sich die Vereinsspitze um Ahmed Omayrat öffentlich äußerte - Gerij hätte sich eine viel frühere Distanzierung gewünscht. „Ich hätte erwartet, dass der Verein sich sofort klar distanziert und sagt: Das ist nicht Herta Recklinghausen.“

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Gerij geht sogar noch weiter: „Wer nicht dabei mithilft, welche Spieler beteiligt waren, muss damit leben, dass er grundsätzlich nicht im Verband sein kann. Wenn das Usus wird, was will der Verband denn dann machen?“ Gerij kündigte für die kommende Woche eine Stellungnahme von Westfalia Vinnum an.

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