SuS Olfen drückt noch auf die Bremse: „Nach dem Aufwärmen bist du die reinste Virenschleuder“

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Hallensportler dürfen wieder loslegen. Olfens Handballer sind dabei allerdings vorsichtig. Der Tenor: Regeln müsse man nicht ausreizen und Vorsicht sei weiter geboten.

Olfen

, 15.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hallensportler des SuS Olfen freuen sich über die Lockerungen in der Corona-Schutzverordnung, die ab dem 15. Juni gilt. Demnach dürften jetzt auch die Hallensportler Kontaktsport betreiben - bis zehn Personen. Für viele eine teilweise Rückkehr in den Alltag. Doch die Olfener Volleyballerinnen und Handballer zögern.

Vor allem Michael Scholten, Chef der Handballabteilung des SuS, tritt auf die Bremse. „Ich freue mich, dass es in Richtung Normalität geht. Aber ich finde es auch sehr befremdlich“, sagte Scholten. Er kennt aus eigener Erfahrung: „Nach dem Aufwärmen bist du die reinste Virenschleuder.“

Gerade bei hohen Temperaturen unter dem Hallendach kommen die Handballer schließlich schnell ins Schwitzen. „Du kannst einfach nicht verhindern, dass du Schweiß im Gesicht eines anderen landet“, sagte Scholten. Bisher ist noch unklar, ob das Coronavirus auch über Schweiß übertragen wird.

Handballer trainieren noch kontaktlos

Ursprünglich hatten die Olfener Handballer sich festgelegt, dass sie nur draußen trainieren und kontaktfrei. „Wir machen nur Ausdauer und Kraftausdauer mit den Herren. Die Damen trainieren schon wieder in der Halle in Kleingruppen“, so Scholten.

Das sollte eigentlich bis zum Juli auch so bleiben. Das war aber, bevor das Land NRW die Maßnahmen weiter lockerte. Nun könnte es doch ein vorzeitiges Umschwenken geben. „Wir werden das mit den Trainern diskutieren. Ich stelle ihnen das frei“, erklärte Scholten, sagte aber auch: „Die Not, dass wir sofort wieder in die Halle müssten, ist bei uns nicht groß.“

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Scholten erneuerte seine Bedenken gegenüber zu schnellen Lockerungen und rief zur Vorsicht auf: „Man musst nicht alles tun, was man darf. Im Vordergrund steht, dass keiner mit dem Coronavirus angesteckt wird.“

Volleyballerinnen lockern nicht

Auch Dietmar Köhler, Trainer der Verbandsliga-Volleyballerinnen des SuS Olfen, kündigte an, erstmal nach bewährtem Modell weiterzuverfahren. „Wir haben nicht so ein großes Problem wie Fußballer mit Zusammenstößen“, sagte er. Als fragwürdig empfand es Köhler, dass Fußballer Bälle einiger Konzepte nach nicht mit der Hand berühren sollen, im Volleyball das Zusammenspiel aber elementar ist und auch angewandt wird.

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