Tempoläufe und Techniktraining - Leichtathletik beim SuS Olfen läuft wieder an

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In Kleingruppen haben die Leichtathleten das Training wieder aufgenommen. Mehrere Gruppen trainieren parallel im Steversportpark. Der erste Eindruck: Auch mit Kindern funktioniert es gut.

Olfen

, 27.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

An den Unterstellmöglichkeiten an der Tribüne und vor dem gemauerten Technik- und Regieraum am Steversportpark sind mit Kreide Zwei-Meter-Zonen eingezeichnet. In jeder Zone darf sich in Pausen nur ein Leichtathlet aufhalten. Jeder hat in seiner „Basis“ die Sporttasche abgestellt. Es ist eine der Bestimmungen, um in der Corona-Krise wieder das Training aufnehmen zu dürfen. Seit einer Woche sind die Leichtathleten des SuS Olfen wieder im Training. Ein Ortsbesuch.

„Lauft euch dann mal ein“, ordnet Bernhard Bußmann seiner Kleingruppe an. Das Quintett setzt sich für Einlaufrunden in Bewegung, immer mit viel Abstand zueinander. Aber es wird wieder gequatscht. Es geht um Schule, Sport und Corona. Nicht zu übersehen sind die zahlreichen Hinweisschilder, die Bußmann am Platz angebracht hat.

Mit zwei Metern Abstand sitzen die Sportler von Bernhard Bußmann unter dem Tribünendach.

Mit zwei Metern Abstand sitzen die Sportler von Bernhard Bußmann unter dem Tribünendach. © Sebastian Reith

Fünf Jugendliche trainieren immer gleichzeitig bei ihm. Bietet Bußmann drei Einheiten an, kann er somit 15 Trainingsplätze pro Woche anbieten. Bei vier Einheiten gibt es dann sogar 20 Plätze. Doch 9 davon sind immer für seine drei U18-Top-Läuferinnen Marie Gövert, Luca-Lynn Faßbender und Sarah Lübbert reserviert. „Die drei Mädels sind nationale Spitze. Die Leistungsorientierten haben Vorrang“, stellt Bußmann klar. Die übrigen Athleten melden sich, wann sie Zeit haben - und Bußmann teilt dann ein.

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Das Wetter an diesem Montagabend ist gut. Insgesamt sind an diesem Abend sechs Gruppen aktiv, die sich laut Hygienekonzept nicht begegnen dürfen. Jede Gruppe trainiert mit maximal sechs Sportlern. Die Läufer von Bernhard Bußmann bilden die erste Gruppe. Rüdiger Lenz betreut eine Springergruppe auf dem Nebenfeld.

Auf dem Kunstrasenplatz trainiert Andreas Dunke die U14: erst die Mädels für 75 Minuten, dann in einem zweiten Durchgang die Jungs. „Du musst dich als Trainer dreiteilen oder es verkürzen“, scherzt Bußmann. Normalerweise dauert das Training in dieser Altersklasse schon zwei Stunden. Jetzt ist es verkürzt - und Dunke ist trotzdem länger am Platz.

Schön Abstand halten! Die U12-Jungs laufen hintereinander.

Schön Abstand halten! Die U12-Jungs laufen hintereinander. © Sebastian Reith

U12-Trainingsgruppe ist gesplittet

Auf der Gegenseite haben noch Norbert Ruholl und Melanie Lenz die U12 in ihrer Obhut. Die Gruppe ist gesplittet. Immer wieder weisen die Trainer auf die Abstandsregeln hin. Normalerweise ist auch ihre Gruppe viel größer - und sie trainiert zwei Mal. „Wir haben die Gruppe aufgeteilt“, erklärt Norbert Ruholl. Montags kommt der eine Teil, freitags der zweite. Spiele mit Körperkontakt sind verboten. „Die haben teilweise ja nur einmal pro Woche Schule. Die Eltern sind froh, dass die Kinder mal raus kommen“, sagt Ruholl.

An diesem Tag stehen Speerwurf und Starttraining auf dem Programm. Ruholl betreut zuerst die Jungs, die teilweise noch nie einen Speer in der Hand gehalten haben. Jeder hat ein für sich festgelegtes Sportgerät - getauscht wird der Speer untereinander nicht.

Melanie Lenz betreut an diesem Montagabend die Mädchen der U12.

Melanie Lenz betreut an diesem Montagabend die Mädchen der U12. © Sebastian Reith

Melanie Lenz übernimmt in dieser Zeit die Mädels, die Antritte aus dem Startblock üben. Die Blöcke sind bereits aufgebaut - auch das ist Sache der Trainer beim SuS Olfen. Zwischen den Sportlerinnen muss immer eine Bahn frei bleiben - zwei Meter Sicherheitsabstand. „Wenn am Startblock mal etwas klemmt, kann ich natürlich nicht helfen“, sagt Melanie Lenz. Die schweren Blöcke aus Eisen verkanten sich manchmal und lassen sich nicht immer gut in die Halterung führen. Nach einer Stunde tauschen die Gruppen die Orte, natürlich nicht, ohne vorher ihre Sportgeräte zu desinfizieren.

Sechs Bahnen, drei Läuferinnen gehen aus den Blöcken. Jede zweite Bahn muss freibleiben.

Sechs Bahnen, drei Läuferinnen gehen aus den Blöcken. Jede zweite Bahn muss freibleiben. © Sebastian Reith

Tempoläufe auf der Bahn haben bisher gefehlt

Bernhard Bußmann ist mittlerweile bei den Langsprints angekommen. Die waren in der Vorbereitung Mangelware. Wochenlang waren Waldtraining und Grundlagenausdauer angesagt, wie der Olfener Trainer in einem Interview im April mal deutlich machte. Was fehlte, waren die Tempoläufe auf der Bahn. Die Trainingspläne sahen anders aus als zu vergleichbaren Vorbereitungszeitpunkten.

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Damit fangen seine Läuferinnen jetzt an - anderthalb Monate später als sonst. 300-Meter-Sprints und 150-Meter-Läufe sollen für höheres Grundtempo sorgen. Und dann plant Bußmann demnächst auch einen internen Wettkampf, einen individuellen Lauf gegen die Uhr. „Ich brauche einfach mal einen Ansatzpunkt, wo sie stehen. Es werden zwar nicht die gleichen Zeiten wie im Wettkampf mit Konkurrenz, aber besser als nichts.“

Luca-Lynn Faßbender (r.) wird beim Steigerungslauf von Sarah Lübbert verfolgt.

Luca-Lynn Faßbender (r.) wird beim Steigerungslauf von Sarah Lübbert verfolgt. © Sebastian Reith

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