Tor-Vereitler, Abwehr-Dirigent und Kommunikator: SuS Olfens André Milewzyk ist mehr als ein Keeper

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Torhüter André Milewzyk hält den SuS Olfen gegen die Adler Weseke im Spiel - und sichert dem Fußball-Bezirksligisten am Ende einen Punkt. Doch Milewzyk kann mehr als „nur“ Chancen zerstören.

Olfen

, 02.02.2020, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

André Milewzyk steht am Samstagmittag zentral im 16-Meter-Raum des Kunstrasenplatzes der Sportanlage Olfen. Der SuS-Torwart steht aufrecht, hat seine Hintermannschaft ebenso im Blick wie die Angriffsbemühungen der Fußballer von Adler Weseke. Nach einem Ballgewinn seiner Mannen schlägt Milewzyk die Hände zusammen. „Tempo, komm, Tempo!“, feuert der Keeper seine Vorderleute an.

Eine besondere Perspektive

Als Torwart hat er eine besondere Perspektive auf dem Fußballfeld, ebenso wie eine besonders herausfordernde Aufgabe. So musste Milewzyk am Samstag bereits in der 4. Minute hinter sich greifen und den Ball aus dem Netz holen - ohne dass er vorher die Möglichkeit hatte, sich auszuzeichnen.

„Als Torwart willst du natürlich in erster Linie gewinnen, dann kommt irgendwann zu Null spielen - und wenn es damit schon nach vier Minuten vorbei ist, dann ist das natürlich schon irgendwo frustrierend“, gesteht der Keeper. „Auch für die Mannschaft, man hat sich natürlich was anderes vorgenommen.“

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Vier Minuten gespielt, keinen Fehler gemacht, und trotzdem schon einen Gegentreffer kassiert. Als undankbarste Position im Fußball sieht Milewzyk den Torwart-Posten nicht. „Es kann mal passieren, dass das so ist, wenn du einen Fehler machst und 0:1 verlierst. Aber es kann auch total dankbar sein, wenn du zum Beispiel einen Elfmeter hältst und dadurch dann gewinnst“, erklärt er. „Genauso gut kann ein Stürmer die undankbarste Position haben, wenn er das Tor nicht trifft.“

Mehr als „nur“ ein Tor-Vereitler

Doch seine Rolle geht über die des Tor-Vereitlers und der als letzten Anspielstation für seine Vorderleute hinaus. Milewzyk hat aus dem Tor die Abwehr im Blick, sieht Lücken, die geschlossen werden müssen. Und dementsprechend instruiert der Keeper seine Mitspieler - auf dem Fußballplatz natürlich mit der nötigen Lautstärke, damit seine Kommandos im hektischen Trubel nicht untergehen.

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„Nachdem Christian Brüse aufgehört hat, der ja in der Innenverteidigung auch immer sehr viel gesprochen hat, musste ich mehr sprechen“, erklärt Milewzyk. „Vorher konnte ich mich so ein bisschen sprachtechnisch zurückhalten. Jetzt sagt mir der Trainer auch immer, dass ich viel sprechen muss.“

Gegen Adler Weseke hat Milewzyk seinen Part mehr als erfüllt. Und das nicht nur mit der Stimme: Mit seinem Torwartspiel sicherte der Rückhalt seinen Olfenern den Zähler gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Gegen Ende der ersten Halbzeit entschärfte Milewzyk, nachdem er seit dem Gegentreffer in der 4. Minute nur wenig Möglichkeiten hatte, ins Spiel einzugreifen, im Eins-gegen-Eins-Duell gegen Wesekes Dennis Kamp eindrucksvoll einen Konter.

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Auch in Hälfte zwei trumpfte der Keeper groß auf. In der Schlussphase lenkte der der Keeper nach einem Konter der Gäste das Spielgerät spektakulär über sich hinweg an die Querlatte, ehe er ihn im zweiten Versuch sicher festhalten konnte.

Milewzyk ist auf dem Posten

In der 89. Minute war Milewzyk ebenfalls auf dem Posten, als er den Ball im Nachfassen kurz vor der Strafraumgrenze sicherte - andernfalls wäre es wohl der sichere Rückstand gewesen. Bei einer Niederlage wäre Weseke nun punktgleich mit dem SuS, so beträgt der Vorsprung der Olfener auf den ersten Nichtabstiegsplatz vier Zähler.

Sehenswerte Flugeinlage: André Milewzyk lenkt in der Schlussphase gegen die Adler Weseke einen Schuss an die Latte.

Sehenswerte Flugeinlage: André Milewzyk lenkt in der Schlussphase gegen die Adler Weseke einen Schuss an die Latte. © Jura Weitzel

„Weiter, immer weiter“, spornte Milewzyk seine Mannschaftskollegen am Samstag an. Für ihn selbst ist nach dieser Saison aber Schluss: „Es ist mein elftes Seniorenjahr. Ich habe mir überlegt, dass der Aufwand mit dreimal Training pro Woche plus Spiel am Samstag sehr groß ist und ich deshalb aufhöre“, hatte er dieser Zeitung gesagt.

Dann muss der SuS Olfen einen neuen Tor-Vereitler, Abwehr-Dirigenten und Kommunikator in Personalunion suchen. Keine leichte Aufgabe: Milewzyks Fußstapfen sind groß.

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