Trainer Heino Rickmann tritt beim SuS Olfen zurück

Handball

Dass Trainer Heino Rickmann ausgerechnet nach einem Sieg seinen Rücktritt bei Olfens Kreisliga-Handballern erklärt, war nicht vorzusehen. Intern hat es aber schon länger Spannungen gegeben.

Olfen

, 15.11.2017, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heino Rickmann ist nicht mehr Olfener Handballtrainer. Er hat den Verein verlassen – aus beruflichen Gründen.

Heino Rickmann ist nicht mehr Olfener Handballtrainer. Er hat den Verein verlassen – aus beruflichen Gründen. © Weitzel

Heino Rickmann ist nicht mehr Trainer von Olfens Kreisliga-Handballern. Der Coach, den der SuS Olfen im Sommer verpflichtet hatte, teilte seine Entscheidung Abteilungsleiter Michael Scholten schon am Samstagabend direkt nach dem 33:15-Sieg gegen die ETG Recklinghausen II mit. Am Dienstagabend verabschiedete sich Rickmann von der Mannschaft, Scholten übernimmt die Mannschaft wieder interimsweise. Am Mittwoch wandte sich Scholten dann an die Presse.

„Heino Rickmann ist zurückgetreten – aus beruflichen Gründen. Er ist beruflich deutschlandweit aktiv und musste relativ schnell handeln. Deswegen hat er uns mitgeteilt, dass er uns ab sofort nicht mehr zur Verfügung steht“, sagte Scholten am Mittwoch.

Keine sportlichen Gründe

Sportliche Gründe habe der Rücktritt nicht. Olfen hatte die ersten vier Ligaspiele verloren und steht nach zwei Siegen aus fünf Spielen auf dem drittletzten (12.) Rang in der Tabelle. Scholten hätte gerne weitergemacht mit Rickmann. „Wir waren ein stückweit geschockt“, sagte Scholten, „die Mannschaft hat unter Heino viel gelernt.“ Der Verein sei mit Rickmanns Arbeit zufrieden gewesen, obwohl die Ergebnisse nicht befriedigend waren. Nach der vierten Pleite in Serie hatte Scholten seinem Trainer noch den Rücken gestärkt und gesagt, dass man durch den Fehlstart nicht alles infrage stelle.

Auch Kapitän Benedikt Höning war von der Entwicklung überrascht. „Wir sind enttäuscht“, sagte Olfens Rückraumspieler, „aber berufliche Gründe gehen vor. Wichtig ist, dass der Spielbetrieb gesichert wird. Wir müssen das als Neuanfang sehen, auch sportlich, um wieder höher in der Tabelle zu kommen.“ Höning hatte seinen Ex-Coach zuletzt mehrfach kritisiert und war mit dessen Personalentscheidungen nicht einverstanden. Trotz der Differenzen bedauerte Höning aber den Rücktritt: „Ich bin davon nicht begeistert.“ Die Verabschiedung am Dienstag sei kurz ausgefallen. „Heino hat uns persönlich und als Team sportlichen Erfolg gewünscht. Das Kapitel ist jetzt zu Ende.“

Am Montag nach der Rücktrittsankündigung habe Olfens Abteilungsvorstand getagt. Eigentlich turnusmäßig – doch statt der üblichen Stunde dauerte die Sitzung diesmal rund zweieinhalb Stunden, teilte Scholten mit. „Die Entwicklung ist natürlich unglücklich. Wir haben das Problem, dass wir jetzt sehr kurzfristig einen Trainer in der Saison suchen“, sagte Scholten. Zwei Absagen von potenziellen Kandidaten habe er schon erhalten.

Scholten springt ein

Deswegen wird Scholten selbst am Sonntag (15.30 Uhr, Adenauer Allee 110, Gelsenkirchen) gegen den TB Beckhausen wieder an die Linie zurückkehren, aber nur so lange, bis der SuS einen neuen Trainer verpflichtet, betonte er.

Scholten war zuvor anderthalb Jahre Trainer der ersten Mannschaft. Nach der Trennung von Aufstiegstrainer Christoph Sprenger im Dezember 2015 hatte Scholten übernommen, aber für die Saison 2016/17 keinen neuen Trainer gefunden. Scholten machte also weiter, bis er für die laufende Saison einen Trainer präsentierte: Heino Rickmann.

Der wollte sich am Mittwoch nicht ausführlich äußern. Nur so viel: „Ich habe Michael Scholten mitgeteilt, dass ich aus beruflichen Gründen aufhöre. Das muss reichen“, sagte Rickmann.

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