Viele Tore – aber keine Beförderung

Fussball

Jonas Michel hat in der zweiten Mannschaft des SuS Olfen in der Fußball-Kreisliga B schon zwölf Saisontore erzielt. In der ersten Mannschaft spielte Michel jedoch noch keine Sekunde, obwohl der SuS zwischenzeitlich im Sturm erhebliche Not hatte.

Olfen

10.11.2017, 19:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jonas Michel (l.) jubelt für Olfens Zweite, nur für Olfens Zweite. Er hat mit Norbert Sander das Abkommen, auf Einsätze in der ersten Mannschaft zu verzichten.

Jonas Michel (l.) jubelt für Olfens Zweite, nur für Olfens Zweite. Er hat mit Norbert Sander das Abkommen, auf Einsätze in der ersten Mannschaft zu verzichten. © Foto: Teri Herrero

Es ist nun schon ein paar Spieltage her: Lars Meier, bis dahin Olfens bester Torjäger an der Hand operiert, Hinrundenaus bei Marvin Böttcher, muskuläre Probleme bei Sören Neugebauer, Max Müller und dann auch noch bei Niklas Mählmann – Olfen stand ohne etatmäßigen Angreifer da. „Wir mussten ohne Stürmer spielen“, sagte Norbert Sander, Sportlicher Leiter des SuS Olfen. Und Trainer Michael Krajczy musste improvisieren. Jonas Michel war damals nicht die Notlösung, die am einfachsten auf der Zunge hätte liegen können. Fast immer, wenn er für die Zweite spielt, trifft er.

Nur nicht für die Erste. Und das hat einen Grund: „Wir stehen in ständigem Austausch. Er studiert berufsbegleitend und kann daher nicht trainieren“, begründete Sander, warum Michel nur in der Reserve des Vereins kickt. Michel bestätigte das am Mittwoch. Studienbedingt hielt er sich unter der Woche in Hennef im Rheinland auf. „Ich konnte in der Woche nicht zum Training kommen und kann somit nicht regelmäßig trainieren. Ich habe daher vor Saisonbeginn mitgeteilt, dass es sinnvoll ist, wenn ich ausschließlich in der Zweiten spiele“, sagte Michel.

In den Planungen für die erste Mannschaft ist Michel vorerst außen vor. Wer nicht trainiert, spielt nicht in der Ersten, heißt es in Olfen immer wieder. Den Leistungsgedanken hat Michel akzeptiert. Der 26-Jährige hat sich damit angefreundet, die Rollen sind klar verteilt.

Aber bei Olfens neuem Trainer Michael Krajczy hat sich Michel zumindest etwas in den Vordergrund gespielt. „Der Name ist schon mal gefallen“, sagte Krajczy vergangene Woche.

Ein Comeback ist auch deswegen nicht ausgeschlossen, weil in Michels Studium Halbzeit ist. Er arbeitet bei einer Berufsgenossenschaft und absolviert Studien zur gesetzlichen Unfallversicherung – drei von sechs Semester sind absolviert. Doch Illusionen macht er sich nicht. „Ich kann so lange nur temporär trainieren. Mal gucken, ob ich noch mal angreife.“ Zumindest für die Kreisliga B reicht es für Michel ohne regelmäßiges Training. „Ich bin schneller k. o., aber im Sturm kann man sich auch mal ausruhen und auf den Sprint bereitmachen“, sagte er. Dass diese Taktik aufgeht, ist in zwölf Toren zählbar.

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