Westfalia Vinnum lässt Andreas Stolzenberg ziehen - zu einem Ligakonkurrenten

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Ungewöhnlich ist an dem Wechsel, dass Westfalia Vinnum den Spieler gehen lässt. Winterabgängen wollten die Vinnumer einst einen Riegel vorschieben. Doch nun sitzen sie in der Zwickmühle.

Vinnum

, 01.02.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Westfalia Vinnum lässt im Winter keine Spieler zu anderen Vereinen wechseln - das war spätestens seit der Posse um Sven Görlich bekannt in Vinnum. In der Winterpause 2018/19 kündigte Görlich seinen Abschied in Richtung Union Lüdinghausen an, saß dann aber monatelang in Lüdinghausen auf der Bank, weil Westfalia Vinnum ihm die Freigabe verweigerte. Nun macht Westfalia Vinnum in dieser Winterpause schon die zweite Ausnahme von einer Regel, die Klubchef Kunibert Gerij einmal als in Stein gemeißelt betrachtete.

„Wir haben einen Vorstandsbeschluss, dass wir Spielern in der Winterpause grundsätzlich keine Freigabe erteilen“, sagte Gerij Anfang Januar 2019. Sein Fußball-Kreisligist wollte dadurch verhindern, dass Spieler sich in der Winterpause möglicherweise dominoartig verabschieden. Zusagen gelten nach Auffassung der Vinnumer immer für eine Saison - und nicht nur für eine halbe. Vinnums Ansage war damals knallhart. Und die Westfalia zog sie durch. Görlich schmorte monatelang ohne Spielberechtigung auf der Union-Tribüne.

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Ein Jahr später sieht die Lage aber ganz anders aus. Zwei Vinnumer Spieler laufen in der Rückrunde für andere Klubs auf. David Olschewski ist zum PSV Bork weitergezogen und Andreas Stolzenberg, der vor der Saison aus Meckinghoven kam, ist dorthin zurückgekehrt - ausgerechnet zum ärgsten Konkurrenten, was die Vinnumer eigentlich verhindern wollten. Stolzenberg jedenfalls sollen die Verantwortlichen im Vorfeld mitgeteilt haben, dass ein Wechsel nach Meckinghoven unrealistisch sei.

Dass Vinnum den Torjäger, der vier Mal in der Hinrunde traf, aber von dem sich der Verein viel mehr erhofft hatte, jetzt trotz aller Grundsätze gehen lässt und noch dazu zu dem Klub, bei dem man ihn nicht gerne sieht, hat auch mit der Tabellensituation zu tun. Denn der Abstiegskampf zwang Westfalia Vinnum dazu, in der Winterpause selbst auf dem Transfermarkt aktiv zu werden und den Kader zu verstärken.

Vinnumer wollten Florian Yavuz aus Meckinghoven loseisen

Fündig geworden sind die Vinumer in Person von Florian Yavuz, der schon einmal in Vinnum gespielt hat und gerne aus Meckinghoven zurück nach Vinnum wechseln wollte sowie in Keeper Dennis Apitzsch, ebenfalls aus Meckinghoven - für Vinnum eine ungünstige Konstellation, um prinzipientreu zu bleiben.

Am Ende saß Meckinghoven einfach am längeren Hebel. Eine sechsmonatige Sperre für Stolzenberg, die die Verweigerung der Freigabe zur Folge gehabt hätte, hätte zwar den Konkurrenten geschwächt, umgekehrt aber auch den eigenen Kader, weil Meckinghoven die Freigabe für Yavuz nicht erteilt hätte. Und Stolzenberg ist weg - und hätte den Vinnumern nicht mehr geholfen.

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Das Gleiche im Fall Olschewski: Aus Bork ist etwa Felix Preuß in die Vinnumer Reserve (B-Liga) gewechselt. Was das mit der ersten Mannschaft zu tun hat? Je breiter der Kader von Vinnum II, desto wahrscheinlicher wird es, dass Spieler den dünnen Kader der ersten Mannschaft verstärken.

Ursprünglich hatte sich Stolzenberg noch einmal äußern wollen. Darauf verzichtete er nun: „Darf leider nur sagen, dass ich glücklich bin, dass alles geklappt hat zwischen Vinnum und SW Meckinghoven“, ließ er per Kurzmitteilung wissen. Am Donnerstag, einen Tag vor der Transfer-Deadline (31. Januar), soll einem Bericht der „Dattelner Morgenpost“ zufolge die Einigung zwischen den Sportlichern Leitern Andreas Tewes (SW) und Patrick Roser (Vinnum) zustande gekommen sein. Mehr Details zur Vereinbarung nannten die Vereine nicht.

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