Westfalia Vinnums Timo Tetzlacht: „Es ist eine verrückte Saison, die keinen Spaß macht“

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Sportlich lief bei Westfalia Vinnum nicht viel zusammen. Timo Tetzlacht hatte eigentlich gar nicht auf dem Feld stehen wollen, ist jetzt aber doch wieder aktiv. Zur aktuellen Lage spricht er Klartext.

Vinnum

, 10.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Timo Tetzlacht hat schon einiges gesehen im Fußball. Seit dieser Saison läuft der Verteidiger für Westfalia Vinnum in der Fußball-Kreisliga A auf. Für den 40-Jährigen ist es mittlerweile die 23. Saison bei den Senioren. Aber eine so ungewöhnliche Spielzeit hat selbst Tetzlacht wohl selten erlebt, allen voran, weil er eigentlich gar nicht mehr geplant hatte, selbst auf dem Feld zu stehen. Doch es kam anders.

„Eigentlich habe ich schon aufgehört“, erzählt Tetzlacht. „Aber dann bin ich durch Yusuf Demir nach Vinnum gekommen.“ Ursprünglich sei er eigentlich nur als Stand-by-Spieler eingeplant gewesen. „Aber dann waren sie von meiner Leistung angetan und ich bin immer weiter eingestiegen.“

Timo Tetzlacht steckt wieder mittendrin

Jetzt steckt Tetzlacht wieder mittendrin. Dabei hatte sich der Familienvater vorgenommen, mehr Zeit mit seinem Anhang zu verbringen. Ganz von Fußball konnte er aber nicht loslassen. Und so findet er sich in einer Saison, die selbst für einen so erfahrenen Spieler wie Tetzlacht eigentümlich sein dürfte.

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Sportlich lief in dieser Spielzeit für die Westfalia Vinnum nicht viel zusammen. Nach einem anfänglich gutem Beginn folgte eine Negativserie mit fünf Niederlagen an dessen Ende sich der Verein von Trainer Michael Nachtigall trennte.

„Das kam nicht unbedingt überraschend, ich hatte da so ein Bauchgefühl“, meint Tetzlacht. „Menschlich hat es total zwischen der Mannschaft und ‚Nachti‘ gepasst. Aber ich glaube, er konnte nicht immer vermitteln, was er rüberbringen wollte und wir haben es nicht richtig verstanden. Da haben wir etwas aneinander vorbeigeredet.“

Westfalia Vinnum steht ohne Trainer da

Nun steht Vinnums A-Liga-Mannschaft erst einmal ohne Trainer da - worin Tetzlacht ein Problem erkennt: „Gute Trainer sind gerade in ihren Vereinen fest verankert. Ich bin gespannt, wer die Mannschaft übernimmt.“ Tetzlacht, der selbst Inhaber eine B-Lizenz ist, schließt ein eigenes Engagement als Trainer bei der Westfalia aus.

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Tetzlacht sieht nun die Mannschaft in der Pflicht, ebenso wie das bereits der Verein kommuniziert hatte. „Es gibt keine Ausreden mehr. Wir sind jetzt in der Pflicht“, so der 40-Jährige. Tetzlacht selbst, weiß worauf es nun ankommt: „Wir brauchen gerade keine Schönwetterfußballer. Wir brauchen Leute, die kämpfen. Sonst werden wir den Bock nicht umstoßen können.“

Zudem schmälerte die Saisonunterbrechung die Chancen der Westfalia. „Wenn wir nicht trainieren, können wir uns nicht verbessern.“ Also macht die Mannschaft das, was gerade möglich ist und hält sich zumindest fit. Tetzlacht selbst geht mit gutem Beispiel voran und absolviert regelmäßig Steigerungsläufe.

Macht Timo Tetzlacht weiter?

Insgesamt ist der Verteidiger unzufrieden. „Durch diesen ganzen Corona-Mist macht es einfach keinen Spaß“, meint Tetzlacht und fügt noch hinzu: „Freud und Leid liegen in Vinnum nah beieinander.“ Leid hatten sie sicher genug. Jetzt lebt der ganze Verein von der Hoffnung auf Freude.

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Sollte es aber nicht so kommen, dann kann die Westfalia weiter auf die Hilfe von Timo Tetzlacht zählen: „Eigentlich wollte ich nach der Saison meine Schuhe an den Nagel hängen. In meiner letzten Saison werde ich aber nicht absteigen“, meint er und fügt fast mehr zu sich selbst hinzu: „Nein, das mache ich auf keinen Fall. Wenn wir absteigen, hänge ich noch ein Jahr dran“, sagt der 40-Jährige, „vorausgesetzt, der Trainer will so einen alten Knopf wie mich überhaupt noch haben.“

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