Faire Meisterschaften sind für Rik Amann in diesem Jahr ausgeschlossen

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 17.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wochenlang war der Medizinball das Sportgerät von Rik Amann, der eigentlich mit dem Hammer wirft. Die unterschiedlichen Regelungen machen eine Vergleichbarkeit der Athleten nicht möglich, findet er.

Wochenlang war der Medizinball das Sportgerät von Rik Amann, der eigentlich mit dem Hammer wirft. Die unterschiedlichen Regelungen machen eine Vergleichbarkeit der Athleten nicht möglich, findet er. © Rik Amann

Nun ist es also soweit. Der DLV hat grünes Licht für die Durchführung der DM 2020 in Braunschweig bekommen. Somit steht fest: Es wird dieses Jahr noch Wettkämpfe geben und zwar nicht irgendwelche, sondern sogar Deutsche Meisterschaften. So weit, so gut - könnte man denken, doch so ganz ist das Thema für mich noch nicht durch.

Während nun in diversen Presseberichten die DM in Braunschweig und besonders das 45-Seitige „Konzept zur Durchführung der DM 2020“ präsentiert wird, werden einige Sachen – bewusst oder unbewusst – immer wieder in den Hintergrund gerückt. Zum einen wurden alle Laufdisziplinen, die länger als 800 Meter sind, vorläufig aus dem Wettkampfprogramm gestrichen.

Zum anderen stehen Entscheidungen zu den Deutschen Jugendmeisterschaften und anderen Wettkämpfen immer noch aus. Zwar sollen die gestrichenen Disziplinen bei internationalen Meetings im Verlaufe der „Late Season“ nachgeholt werden, doch das Gefühl einer Deutschen Meisterschaft kommt da wohl eher nicht auf.

Wie geht es mit der Jugend weiter?

Wie geht es denn jetzt mit den Athleten der Jugend weiter? Wann findet eine Deutsche Meisterschaft statt? Darf ich überhaupt teilnehmen? Infos über Termine und Qualifikationsanforderungen sickern zwar nach und nach zu uns Athleten durch, doch offizielle Infos vom DLV? Fehlanzeige.

Man kann den Athleten ja nicht zwei Wochen vor einem Saisonhöhepunkt sagen, ob sie Teilnehmen dürfen oder nicht. Genauso wie sich der DLV immer noch die Option offenhält, die Langstrecke kurzfristig doch noch in das Programm für Braunschweig mitaufzunehmen.

Dies setzt natürlich voraus, dass bis dahin weitere Lockerungen in Kraft treten. Doch wie sollen sich die Athleten nun vorbereiten? Mit optimaler Trainingssteuerung hat das nicht mehr viel zu tun. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass im nächsten Jahr die Olympischen Spiele anstehen. Da möchte kein Top-Athlet bis in den September oder Oktober noch Wettkämpfe machen. Von den unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten der Athleten in den einzelnen Bundesländern brauchen wir da gar nicht anfangen.

Keine fairen Deutschen Meisterschaften

Also warum mit den Deutschen Meisterschaften direkt das größte Event des Jahres für die meisten wieder in den Terminkalender holen? Hätten in diesem Jahr nicht auch kleine Wettkämpfe gereicht? Untergegangen wäre die Leichtathletik davon sicher auch nicht. Denn „faire“ Deutsche Meisterschaften werden wir in diesem Jahr auf jeden Fall nicht sehen.

Alle Teile der Serie:

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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