Das Jahr 2020 ist kein normales Sport-Jahr

Coronavirus

In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln.

von Rik Amann

Olfen

, 16.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Jahr 2020 ist kein normales Sport-Jahr

© SuS Olfen

Dass man zwar auf dem Weg zur Normalität ist, jedoch noch lange nicht am Ziel ist, haben die Olfener Hammerwerfer letzte Woche wieder hautnah miterlebt. Während sie sich in der Woche noch auf die letzten Wettkämpfe in diesem Jahr vorbereitet hatten, kam die Nachricht, dass der Rasenkraftsport-Wettkampf in Leichlingen, an dem die Hammerwurfgruppe aus Olfen teilnehmen wollte, abgesagt ist.

Doch warum? Laut Veranstalter würde sich eine Ausrichtung mangels Meldungen nicht mehr lohnen. Wer jetzt denkt, dass man in Leichlingen die Befürchtung hatte, kein Geld mit der Veranstaltung einzunehmen, und sie daraufhin abgesagt hat, den muss ich enttäuschen. Denn Hammerwurf-Veranstaltungen werden immer mit sehr wenig Teilnehmern durchgeführt.

Dies wiederum bedeutet, dass man auch nie einen Hammerwurf-Wettkampf durchführen kann mit der Aussicht auf einen großen Gewinn. Die Hammerwurffamilie, wie wir immer so schön genannt werden, richtet Wettkämpfe alleine zu dem Zweck aus, dass wir Athleten die Möglichkeiten bekommen, unsere Leistungen zu zeigen. Die Absage aus Leichlingen bedeutet dann, dass es wahrscheinlich wirklich kaum Meldungen gegeben hat. Für drei, vier oder auch fünf Athleten lohnt es sich nun wirklich nicht, einen ganzen Wettkampf auf die Beine zu stellen.

Vieles ist anders im Jahr 2020

Doch da zeigt sich wieder, dass dieses Jahr alles andere als normal ist. Es gibt kaum Wettkämpfe für uns Hammerwerfer und in diesem Jahr sind es noch weniger, da sie – wie in Leichlingen – abgesagt werden oder Veranstalter erst gar keine Wettkämpfe ausschreiben. Mangelnde Wettkämpfe, erschwerte Trainingsbedingungen und wenn, dann alles nur unter Hygieneauflagen.

Da ist es für mich kein Wunder, dass einige Athleten sich nicht motivieren können. So geht es mir persönlich auch. Es mangelt nicht an Spaß am Sport, aber dennoch ist man irgendwie nicht so ehrgeizig wie in den letzten Jahren. Deshalb nehme ich persönlich die letzten Wettkämpfe des Jahres als Spaß mit, ohne mir große Ziele zu setzen.

Auf der anderen Seite habe ich sehr viel Respekt vor den Athleten, die voll durchtrainiert haben und alle Wettkämpfe mitgenommen haben. Egal, ob man den einen oder den anderen Weg gewählt hat, ist es kein verlorenes Jahr, denn man hat trotzdem etwas gelernt, wenn auch auf eine andere Art und Weise.

Einer meiner Deutschlehrer mal gesagt: Ein Text sollte so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig sein - und ich denke, so sollten wir es in der Leichtathletik mit der Rückkehr zur Normalität auch halten. Wir wollen so schnell wie möglich zurück zur Normalität, doch werden es so langsam wie nötig umsetzen.

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In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Hammerwerfer Rik Amann (18) vom SuS Olfen, wie die Auswirkungen des Coronavirus sein Sportlerleben durcheinanderwirbeln. Amann war bereits Leichtathlet des Jahres im SuS Olfen, in dem er seit 2006 Mitglied ist. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Deutschen U16-Meisterschaften im Jahr 2016 und der sechste Platz in der U18 im Jahr 2018.
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