Yusuf Demir wehrt sich gegen Anschuldigung einer Tätlichkeit

mlzFußball-Kreisliga A

Erst die Rote Karte in Herten, jetzt ein Verfahren beim Sportgericht am Hals: Die Folgen des Platzverweises könnten für Yusuf Demir von Westfalia Vinnum weit bis in den Mai hineinreichen.

Vinnum

, 26.03.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Yusuf Demir, Fußballer von Kreisligist Westfalia Vinnumm, droht nach seinem Platzverweis im Auswärtsspiel gegen den SC Herten am Sonntag (1:1) eine lange Sperre. Der Mittelfeldspieler war drei Minuten vor dem Abpfiff vom Platz gestellt worden. Jetzt hat Staffelleiter Friedhelm Dukat den Fall zur Kreisspruchkammer abgegeben.

Es war schon fast Schluss, als der Schiedsrichter auf der Anlage des SC Herten zwei Rote Karten verteilte. Erst ging die Ampelkarte an einen Hertener, eine Minute später die glatt Rote Karte an den Vinnumer Yusuf Demir. Was war passiert?

Erst eine Rudelbildung, dann ein Platzverweis

„Ich habe es nicht zu hundert Prozent von A bis Z gesehen“, sagte Sebastian Klandt, Trainer der Hertener, am Montag. Plötzlich habe ein Spieler am Boden gelegen. Es entstand eine unübersichtliche Rudelbildung. „Am Ende hat der Schiedsrichter dann Demir die Karte gezeigt“, sagte Klandt. Aus Vinnumer Richtung gab es keine Angaben zur Situation auf dem Platz.

„Die Angelegenheit geht zum Sportgericht“, gab Friedhelm Dukat am Montag Auskunft. Dukat ist Vorsitzender des Kreisfußballausschusses und auch Staffelleiter der Kreisliga A2 Recklinghausen, in der Vinnum und Herten spielen. Gibt es Platzverweise, legt Dukat das Strafmaß fest. Bis zu vier Wochen kann er maximal verhängen. Hält er das Vergehen für schwerwiegender, kann er den Fall zum Sportgericht geben, das dann unabhängig vom Staffelleiter urteilt.

Sperre von vier Wochen ist wohl zu niedrig

Und das ist bei Demir auch passiert. „Ich erachte die Sperre für zu niedrig“, sagte Dukat, nachdem er den Bericht des Schiedsrichters ausgewertet hatte. Darin ist von einem Schlag gegen einen Gegenspieler die Rede. Dukat will den Vinnumer aber nicht vorverurteilen und sagt vorsichtig: „Es gibt den Verdacht, dass er einen Gegenspieler geschlagen hat.“ Laut Kriterienkatalog des Kreises gibt es dafür sechs Wochen Sperre. Das Sportgericht wird in den nächsten Wochen wahrscheinlich in einem schriftlichen Einzelrichterverfahren entscheiden. Yusuf Demir hat auf unsere Anfrage um eine Stellungnahme bisher nicht reagiert.

Yusuf Demir wehrt sich gegen die Anschuldigung

Der Westfalia-Spieler aber sah den Vorfall ganz anders: „Wir haben einen Freistoß bekommen, und ich bin hingegangen, um den zu treten. Dann dreh ich mich um und sehe, dass drei Herterner Spieler auf meinen Bruder losgehen. Einer sprang ihm sogar von hinten mit dem Knie rein. Also bin ich schnell hingerannt und wollte die Situation schlichten“, erklärt Demir. Der Schiedsrichter habe die Situation einfach anders aufgefasst. Wichtig ist ihm aber besonders: „Ich habe niemanden geboxt oder getreten! Alles was da stand, ist so nie passiert.“

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