Alltag eines Tennistrainers in Corona-Zeiten: Rosenbeet-Pflege statt Training auf Asche

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Dass es eine ganze Reihe von Berufsgruppen gibt, die unter der Corona-Krise zu leiden haben, ist kein Geheimnis. Im Bereich des Sports gehören die Tennistrainer dazu.

Schwerte

, 27.03.2020, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oliver Manz ist hauptamtlicher Trainer des TC Rot-Weiß Schwerte. Tennis ist das Ein und Alles für den 34-Jährigen. Dass er seinem Hobby und Beruf in diesen Tagen und Woche nicht nachgehen kann, schlägt ihm aufs Gemüt.

„Wir haben ja gerade mal knapp zwei Wochen hinter uns. Aber das gab es noch nie, dass ich so lange keinen Schläger in der Hand hatte. Tennis ist einfach mein Lebensinhalt, der vor Corona praktisch jeden Tag stattgefunden hat und der jetzt von einem Tag auf den anderen weggebrochen“, beschreibt Manz seine Situation.

Wie lange hält der „No-Sports“-Zustand an?

Natürlich gibt es in diesen Krisenzeiten Schlimmeres als nicht Tennis spielen zu können – das weiß auch Manz. Aber dass er sich besorgte Gedanken darüber macht, wie lange dieser aktuelle „No-Sports“-Zustand noch anhält ist genauso verständlich.

Auch in finanzieller Hinsicht ist Manz in keiner beneidenswerten Lage. Kein Tennistraining geben zu können, bedeutet: eine Null auf der Einnahmenseite.

Hilfspaket für Solo-Unternehmer

Für solche Fälle – Stichwort Solo-Unternehmen – hat die Bundesregierung ein umfangreiches Hilfspaket geschnürt, von dem auch Oliver Manz profitieren dürfte. Weil er auf der anderen Seite kaum Fixkosten hat, werde er die ausbleibenden Einnahmen über eine gewisse Zeit überbrücken können, meint Manz – auch in dieser Hinsicht gibt es sicherlich Andere, die mit größeren finanziellen Problemen zu kämpfen haben.

Zudem kann er wohl auch darauf setzen, dass ihm der TC Rot-Weiß als Verein im Fall der Fälle unter die Arme greifen würde. Ein bisschen trete er deshalb schon in Vorleistung, sagt Manz augenzwinkernd: „Zurzeit pflege ich die Rosenbeete auf der Anlage.“

Tennisspezifischer Parcours im Garten

Der finanzielle Aspekt ist für Manz die eine Sache. Zum Anderen gehe es aber auch darum, dass ihm nicht die Decke auf den Kopf fällt, sagt er.

Auch deshalb hat er sich Anfang der Woche die Trainingsutensilien aus der Halle in Schwerte-Ost nach Hause geholt, um im Garten einen tennisspezifischen Fitness-Parcours einzurichten.

Und so weit es möglich ist, sollen sich auch seine Schützlinge in den eigenen vier Wänden fit halten – Anleitungen dazu gibt’s online vom Trainer. „Ich kann nur an alle appellieren, sich nicht gehen zu lassen. So bitter die Situation auch ist – es ist auch für jeden eine Chance, sich einen Trainingsvorsprung zu erarbeiten“, meint Manz.

Wie alle Anderen: „Wir können nur abwarten“

Ansonsten geht es dem Schwerter Tennistrainer nicht anders als allen Anderen: „Keiner weiß, wann wieder Tennis gespielt werden kann. Wir können nur abwarten“, sagt er – verbunden mit der leisen Hoffnung, dass er seine ersten Trainingsstunden auf der roten Asche geben kann, wenn die Schulen ihre Pforten wieder öffnen. Die Rosen auf der Anlage wird er dann nicht mehr pflegen müssen.

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