Der Schwerter Boxsport und sein vorsichtiger Weg zurück zur Normalität

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Die Corona-Zeit ist keine einfache Phase für den Schwerter Boxsport. Doch die Vereinsverantwortlichen nehmen auch Positives mit. Das hat vor allem mit dem Verhalten der Mitglieder zu tun.

Schwerte

, 19.06.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktuell hat Peter Kröning unfreiwillig einen zweiten Posten in seinem Verein, dem Schwerter Boxsport, übernommen. Eigentlich ist er 2. Geschäftsführer. Jetzt arbeitet er eifrig an einem Hygienekonzept, damit die Vereinsmitglieder bald wieder boxen können.

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„Die Vorschriften sind schon sehr umfangreich“, erzählt Kröning, neuerdings wohl auch so etwas wie der Hygienebeauftragte. Das Konzept möchte er noch der Stadt vorlegen und Rücksprache halten. Ein Muss ist das für den Verein nicht. Gleichwohl möchte er sich absichern.

Training hat zunächst draußen stattgefunden

Als der Lockdown im März den Vereinssport lahmgelegte, wurden Boxwettkämpfe und auch das Training der Schwerter sofort bis auf Weiteres abgesagt. Seit rund fünf Wochen bietet der Schwerter Boxsport wieder Training an, zunächst draußen und mit dem gebotenen Abstand.

Im Normalbetrieb hat der Verein drei Trainingseinheiten pro Woche. Von seinen 130 Mitgliedern boxen rund 70 aktiv und regelmäßig. Doch seit dem Frühjahr ist das Vereinsleben gezwungenermaßen auf nahezu Null heruntergefahren worden.

Regelmäßige Telefonkonferenzen mit Trainern

„Wir hatten lediglich regelmäßige Telefonkonferenzen mit den Trainern. Die Vorstandssitzungen wurden alle ausgesetzt“, berichtet der 32-jährige Kröning. Die U18-Westfalenmeisterschaften, die der Schwerter Verein Ende März hätte ausrichten sollen, wurden auch gestrichen.

Doch jetzt befinden sich auch die Schwerter Boxsportler auf dem vorsichtigen Weg zurück Richtung Normalität. Sobald das Training in der Jahn-Turnhalle wieder stattfinden kann, sollen maximal zehn Personen trainieren dürfen. Alle müssen ihr eigenes Material mitbringen. Ist das Wetter gut, weichen die Boxer nach draußen aus. Dann dürfen bis zu 30 Personen trainieren.

Verband reagiert rigide: Alle Termine abgesagt

Der Verband agiert indes relativ rigide. Für diese Saison sind längst alle Termine abgesagt. Gleichzeitig sollen ab Herbst die Wettkämpfe wieder starten.

Weil der Verband sowohl für den Profi- als auch Amateurbereich zuständig ist und dabei nicht differenziert, dürften strenge Regularien auf einen Verein wie den Schwerter Boxsport zukommen.

Zudem ist lange nicht klar, ob alle Wettkampfboxer bis zum Herbst ihr altes Fitnesslevel erreichen.

Homeoffice führt zu Rückenbeschwerden

Peter Kröning ist froh, bald wieder boxen zu können. Drei Monate Homeoffice haben ein paar Rückenbeschwerden hinterlassen. Die will er wieder loswerden – genauso wie mittelfristig den Posten des Corona-Beauftragten.

Kröning nimmt aber auch Positives aus der Corona-Zeit mit.

Die Mitglieder brachten dem Vorstand großes Verständnis entgegen. Und der Vorstand unterdessen bietet seinen Mitgliedern an, für das gesamte Jahr lediglich den passiven Mitgliedsbeitrag zahlen zu müssen.

Kröning berichtet, dass sich schon viele Mitglieder gemeldet hätten. Einhelliger Tenor: Das käme für sie überhaupt nicht infrage.

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