Die Kilometerfresser des SC Berchum/Garenfeld

mlzFußball-Landesliga

Nach seinem Aufstieg in die Landesliga muss der SC Berchum/Garenfeld in der nächsten Saison einen hohen Aufwand betreiben. Die Auswärts-Spielstätten liegen im Schnitt 68 Kilometer entfernt.

Garenfeld

, 24.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nein, das große Los haben die Fußballer des SC Berchum/Garenfeld nicht gezogen bei der Staffeleinteilung für die Saison 2020/21.

Im Schnitt 135,5 Kilometer pro Spiel

Denn mit der Einordnung in die Staffel 2 warten auf den Landesliga-Aufsteiger jede Menge weite Auswärtsfahrten ins Sauerland und Siegerland.

Jetzt lesen

In Zahlen: Für die 16 Auswärtsspiele spuckt der Routenplaner satte 2168 Kilometer aus. Das sind 135,5 Kilometer pro Auswärtsspiel.

Oder anders ausgedrückt: Die Spielstätten liegen im Durchschnitt 67,75 Kilometer vom Garenfelder Waldstadion entfernt.

„Attraktive Liga? Dem kann ich nicht zustimmen“

„Wer von einer attraktiven Liga für uns spricht, dem kann ich einfach nicht zustimmen. Natürlich freuen wir uns alle, in der Landesliga spielen zu dürfen. Aber die Freude darüber besteht vor allem in der Aufregung, etwas Neues erleben zu dürfen – aber nicht in den Auswärtsfahrten“, sagt Thomas Wegener, Sportlicher Leiter des SC.

Jetzt lesen

Lieber wären die Berchum/Garenfelder in der Ruhrgebietsstaffel 3 gelandet, um zum Beispiel gegen die Dortmunder Vereine Hombrucher SV, Kirchhörder SC oder Türkspor Dortmund zu spielen. Da wären es im Schnitt nur knapp 40 Kilometer zu den Auswärtsspielstätten gewesen, die weiteste Fahrt wäre der 57-Kilometer-Trip nach Horst-Emscher gewesen.

Antrag fand beim Verband kein Gehör

Folgerichtig hatten die Vereinsverantwortlichen im Vorfeld einen Antrag beim Verband gestellt, in die Staffel 3 eingeteilt zu werden – allerdings in dem Wissen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür eher gering ist. „Nach der Entscheidung, dass es bei vier Landesliga-Staffeln bleibt, war eigentlich klar, dass es uns erwischen würde“, sagt Wegener.

Jetzt lesen

Nach wie vor versteht der Sportliche Leiter aber nicht, warum man nicht eine fünfte Staffel eingerichtet hat. Die Folge wären kleinere Ligen und ein größerer Puffer im Terminplan gewesen.

Thomas Wegener: „Das ist schlichtweg unzumutbar“

„So aber gibt es einen Plan mit 34 Spieltagen – und das bei einem sowieso schon späten Saisonstart. Ich fürchte, ohne Wochenspieltage wird es nicht gehen – von winterbedingten Spielausfällen mal ganz abgesehen. Und sage ich ganz ehrlich: Wir betreiben unseren Sport zwar ambitioniert, aber letztlich doch immer noch hobbymäßig. Und da finde ich es schlichtweg unzumutbar, unter der Woche mal eben nach Bad Berleburg zu fahren“, sagt Thomas Wegener.

Jetzt lesen

Dieser Ortsname ist in Garenfeld fast schon zum Synonym für den hohen Aufwand geworden, den der Aufsteiger nach seinem Sprung in die Landesliga betreiben muss. Die Spielstätte des von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke geleiteten Klubs Rot-Weiß Erlinghausen ist sogar noch ein Stückchen (122 Kilometer) weiter entfernt.

Aber auch die Touren zum FC Arpe Wormbach nach Schmallenberg und zum TSV Weißtal nach Wilnsdorf sind ein echtes „Brett“.

Attraktive Vereine sind aufgestiegen

Im Gegensatz dazu sind die Partien beim BSV Menden, SC Obersprockhövel und Mitaufsteiger Rot-Weiß Lüdenscheid fast schon Lokalderbys. Ein solches wäre aus Berchum/Garenfelder Sicht das Prestigeduell gegen den SV Hohenlimburg 10 gewesen.

Jetzt lesen

Doch die Hohenlimburger sind vor einem Jahr in die Westfalenliga aufgestiegen, so wie es ihnen jetzt die Spielvereinigung Hagen 11 und Borussia Dröschede nachgemacht haben – dass diese drei Vereine nicht mehr Teil der Landesliga 2 sind, macht die ohnehin schon nicht allzu charmante Liga aus Sicht des SC Berchum/Garenfeld noch ein Stück unattraktiver.

Lesen Sie jetzt