Ein Spielabbruch, „Theater“ am Rande der Bande, ein Kantersieg und eine gerissene Serie

Fußball-Bezirksliga

Siebter Spieltag der Fußball-Bezirksliga, und man darf getrost feststellen: Es war mal wieder richtig was los. Leider gab es aber auch eine schwere Verletzung eines Spielers zu beklagen.

von Uwe Wiemhoff, Jörg Krause, Markus Leyk, Dennis Heinings

Schwerte

, 22.09.2019, 22:03 Uhr / Lesedauer: 4 min
Ein Spielabbruch, „Theater“ am Rande der Bande, ein Kantersieg und eine gerissene Serie

Rassiger Zweikampf zwischen Jasmin Smajlovic (li.) und Geburtstagkind Manuel Pais beim 2:0-Sieg des SC Berchum/Garenfeld. © Bernd Paulitschke

Geisecker SV - ASSV Letmathe abgebrochen

Vorzeitiges Ende einer Bezirksliga-Partie: Nach einer halben Stunde wurde das Spiel zwischen dem Geisecker SV und dem ASSV Letmathe abgebrochen.

30 Minuten waren am Sonntagnachmittag zwischen dem Geisecker SV und dem ASSV Letmathe auf der KS-Logistic-Sportanlage gespielt, als der Letmather Canluka Kutlu am Boden liegen blieb. Nach einem Kopfballduell auf Höhe der Mittellinie kam Kutlu unglücklich auf und zog sich einen offenen Armbruch zu. Nachdem der Krankenwagen sowie der Notarzt im Hubschrauber vor Ort eingetroffen waren, war den beiden Teams nicht mehr nach Fußball zu Mute. Schiedsrichter Armin Hurek (Bochum) brach die Partie ab.

In den 30 Minuten zuvor waren die ‚‚Kleeblätter“ die aktivere und spielbestimmende Mannschaft und gingen bereits in der vierten Minute durch Florian Ruß in Führung. Die Gäste aus Letmathe standen tief in der eigenen Hälfte und versuchten durch Konter für Gefahr zu sorgen, eine Chance ergab sich dadurch allerdings noch nicht.

Die Geisecker verpassten durch Patrick Filla nach einer Viertelstunde nur knapp das 2:0. Sein Kopfball nach einer Ecke von Mathis Leuer ging an die Latte. Ein paar Minuten später folgte dann das vorzeitige Ende der Partie.

SC Berchum/Garenfeld - ETuS/DJK Schwerte 2:0 (1:0)

Am Rande der Bande war mehr los als auf dem Platz: Das 2:0 des SC Berchum/Garenfeld gegen den ETuS/DJK Schwerte wird sicher keinen Platz in den Annalen des Schwerter Fußballs finden. Da war im Fanlager und auf der Bank der „Östlichen“ deutlich mehr los. Das Schiedsrichtergespann um Nico Thielmann aus Siegen hatte alle Hände voll zu tun.

So auch nach 27 Minuten: ETuS/DJK-Trainer André Haberschuss hatte den gelb-rot- gefährdeten Rodi Mohammad ausgewechselt. Danach leistete sich der frustrierte Spieler eine verbale Entgleisung gegen den Schiedsrichter, für die es die Rote Karte gab. Und auch in der Folge gerieten der Schiedsrichter und die Ost-Schwerter immer wieder aneinander. ETuS/DJK-Platzkassierer „Bibi“ Kern wollte mit beruhigenden Worten beschwichtigen. Es blieb aber bei einer aufgeheizten Stimmung – es wird wohl einen Sonderbericht des Unparteiischen geben.

Ein bisschen Fußball gespielt wurde auch, aber leider auch nur ein bisschen. Gute Torchancen konnten man an den Fingern einer Hand abzählen. Die erste hatte Marcel Grzondziel nach sieben Minuten nach einem Diagonalball von Nicolas Külpmann. Für den ETuS/DJK traf Kevin Kinach nur den Pfosten (21.).

Als sich dann alle schon auf eine Nullnummer zur Pause eingestellt hatten, gab es noch einen Freistoß für den Gastgeber, der unumstritten war. Das gaben auch Verantwortliche des Gastgebers zu. Grzondziel staubte nach Deuerlings Kopfballablage in der aus kurzer Distanz ab (44.).

Die nächste gute Aktion brachte auch gleich wieder einen Treffer: Deuerling ließ gleiche mehrere Gästespieler stehen und schob überlegt zum 2:0 für das Kampmann-Team ein (67.).

In der Schlussminute vergab der eingewechselte „Giggi“ Ntontos freistehend das 3:0 – Kevin Loke konnte parieren. Das störte im Lager der Gastgeber am Ende niemanden mehr, denn die Punkte blieben beim Tabellenführer, der nach dem Spiel noch auf dem Platz ein Geburtstags-Ständchen anstimmte. Der ETuS/DJK dagegen ist mit dem 0:2 auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Justin Amstutz, Robin Becker (82. Georgios Ntontos), Vladimir Kunz, Daniel Wanderer, Manuel Pais, Daniel Huber (62. Kevin Noschka), Christian Deuerling, Rafael Agacinski (69. Jerome Nickel), Marcel Grzondziel (90. Patrick Pietrzinski), Nicolas Külpmann.

Schwerte: Kevin Loke, Yannik Körner, Marcel Neumann, Dennis Cela, Yücel Balta, Rodi Mohammad (26. Oguzhan Cona), Ismail Ayar, Harun Sentürk, Kevin Kinach, Fillipe Ferreira (56. Dennis Frohn), Jasmin Smajlovic.

Tore: 1:0 Grzondziel (44.), 2:0 Deuerling (67.).

Rot: Mohammad (27., Schiedsrichterbeleidigung).

VfL Schwerte - Sinopspor Iserlohn 7:1 (1:0)

Es war ein einseitiges Spiel, das die knapp 100 Zuschauer am Schützenhof erlebten. Der punktlose Aufsteiger Sinopspor Iserlohn hatte beim 7:1-Erfolg des VfL Schwerte wenig Gegenwehr geleistet.

Und dabei ließ Yannis Schwarze zu Beginn der Partie die Führung noch aus. Nach einer Flanke von Simon Ortiz vergab er freistehend aus fünf Metern. Es sollte nicht die letzte Aktion sein, in der Schwarze in dieser Position frei gespielt wurde.

Nach dieser Szene dauerte es aber zunächst knapp 30 Minuten, bis sich wieder etwas vor dem Tor abspielte. Denn der VfL Schwerte war zwar feldübelegen, doch endeten die Bemühungen am gegnerischen Strafraum.

Erst in der 35. Minute flankte Luca Vöckel vor das Tor und Schwarze stand wieder frei vor dem Tor. Diesmal machte er es aber besser als in der Anfangsphase und traf zum 1:0. Neun Minuten später die gleiche Szene, diesmal flankte Simon Ortiz und Schwarze stand wieder frei – 2:0.

Nach der Pause ging es genau so weiter. Wieder Flanke Ortiz, Schwarze stand erneut völlig frei – 3:0 (52.). Und 120 Sekunden später hätte Schwarze beinahe seinen vierten Treffer erzielt, doch er wurde unsanft im Strafraum gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Robin Heuft zum 4:0.

Die Partie war längst entschieden. Sinopspor war zu schwach, um dagegen zu halten. So erhöhte Heuft nach einem Eckball per Kopf zum 5:0 (59.).

Im Gefühl des sicheren Sieges wurden die Schwerter einmal unkonzentriert und fingen sich nach einer eigenen Ecke durch einen Konter den Gegentreffer (66.). Doch zu einem Aufbäumen auf Iserlohner Seite kam es nicht mehr. Der VfL vergab einige gute Konterchancen. So dauerte es bis in die Schlussminuten, ehe der VfL nachlegte. Tim Birnkraut (87.) und Lennard Smits (89.) schraubten das Ergebnis noch auf 7:1.

Schwerte: Lukas Knoblauch, Luca Vöckel, David Sprungk, Robin Heuft, Yannis Schwarze (72. Gianluca Zocco), Simon Ortiz (62. Lennard Smits), Kai Hintzke (62. Amir Khan), Tim Birnkraut, Sebastian Kozlowski (76. Ayoub Belabbes), Nicolas Ortiz, Sofoklis Ioannidis.

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 alle Schwarze (35., 44., 52.), 4:0, 5:0 beide Heuft (55., Foulelfmeter, 59.), 5:1 (66.), 6:1 Birnkraut (87.), 7:1 Smits (89.).

SC Hennen - Türkiyemspor Hagen 2:6 (0:3)

Die Heimserie des SC Hennen ist jäh gerissen. Drei Siege mit zusammen 11:0-Toren standen zu Buche. Am Sonntag mussten die „Zebras“ eine 2:6-Schlappe gegen den Tabellenzweiten Türkiyemspor Hagen hinnehmen.

Dabei waren die Gäste bei weitem nicht so überlegen, wie es das Ergebnis widerspiegelt. Entscheidend waren die beiden Phasen direkt vor und direkt nach der Halbzeit.

Sechs Minuten vor der Pause bekam Hennen den Ball nicht aus dem Strafraum und Dominik Franz schoss ein. Nur zwei Minuten später zog Juri Marinelli aus knapp 30 Metern ab und der Ball schlug im Winkel ein. 0:2 – fast aus dem Nichts. Damit nicht genug, kassierten die „Zebras“ auch noch das 0:3. Nachdem Sebetci nur die Unterkante der Latte traf, netzte Gianluca Salvo im Nachschuss ein.

Bereits die Entscheidung im Naturstadion? Noch nicht. Hennen kam gut aus der Pause. Prince schoss nach Vorlage von Rudzinski aus zehn Metern über den Kasten (47.), Jan Loos konnte einen Foulelfmeter (an Kordt) nicht verwandeln (48.) und Boulakhrif scheiterte nach Vorlage von Essmann am Keeper (50.). In dieser Phase wackelten die Gäste mächtig.

Zwar traf dann Hauke Reimann bei seinem Comeback in der „Ersten“ zum 1:3 (63.), doch zur Wende sollte es nicht mehr reichen. Türkiyemspor nutze seine Konter durch die schnellen Dominik Franz (2) und Adam Sebetci letztlich noch dreimal, auch wenn Stefan Drews noch einige Male rettete. Sein Gegenüber Wiesner hatte beim 2:4 (77.) durch Marcel Kordt gepatzt.

So stand am Ende eine Niederlage, die zu hoch ausfiel. Die Gäste waren letztlich die reifere und etwas clevere Mannschaft.

Hennen: Stefan Drews, Marcel Rudzinski (77. Kevin Rudzinski), Joshua Quardt, Nils Krawczyk, Hauke Reimann, Jan Loos, Brian Prince (61. Luca Bühren), Hassan Boulakhrif, Dominik Essmann (73. Mohamed Ahraou), Marcel Kordt, Marlon Struck (46. Moritz Hupach).

Tore: 0:1 (39.), 0:2 (41.), 0:3 (45.), 1:3 Reimann (64.) 1:4 (71.), 2:4 Kordt (77.), 2:5 (81.), 2:6 (90.+1).

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