Fehlverhalten der Zuschauer? Verfahren gegen den VfL Schwerte wurde eingestellt

mlzFußball

Die A-Jugend-Stadtmeisterschaft schlug hohe Wellen. Im Mittelpunkt der Kritik stand das Verhalten einiger Anhänger des VfL Schwerte. Ein Verfahren gegen den VfL wurde nun aber eingestellt.

Schwerte

, 21.02.2020, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die dreimonatige Sperre für seinen A-Junioren-Spieler als Folge dessen Ausrasters im Halbfinale der Jugendfußball-Stadtmeisterschaft gegen den SC Berchum/Garenfeld hinaus hat der VfL Schwerte keine weiteren Konsequenzen mehr zu befürchten.

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Denn ein zweites Verfahren gegen den VfL wegen des Verdachts des Fehlverhaltens von Zuschauern ist vom Kreisjugendsportgericht (KJSG) Herne eingestellt worden.

VfL-Jugendleiter Samson fühlt sich bestätigt

Frank Samson, Jugendleiter des VfL, darf somit in seiner Sicht der Dinge bestätigt fühlen. Samson hatte schon zwei Tage nach den unschönen Begleiterscheinungen des A-Juniorenturniers am 18. Januar Wert auf die Feststellung gelegt, dass es außerhalb des Spielfeldes keinerlei Tätlichkeiten gab und dass er den Einsatz der Polizei, den die Verantwortlichen des Ausrichtervereins Geisecker SV in Absprache mit dem Stadtsportverband veranlasst hatten, für unangemessen gehalten habe.

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In einer vom KJSG Herne angeforderten Stellungnahme hatte Samson für den VfL geschrieben: „Wir weisen jegliche Unterstellung, dass Zuschauer der Halle verwiesen wurden, ausdrücklich zurück. Weiterhin ist es zu keiner Zeit zu irgendwelchen Handgreiflichkeiten seitens der Zuschauer gekommen.

Die angeblich gewaltbereiten Gruppen vor der Halle haben lediglich auf befreundete Spieler gewartet, um das Gelände zu verlassen, wobei es sich hier nicht ausschließlich um Anhänger des VfL Schwerte handelte. Diese Ansammlung ist scheinbar missverstanden worden und machte zwar möglicherweise einen aggressiven Eindruck, ist aber ruhig geblieben.“

Schiedsrichter: Polizeieinsatz nicht notwendig

Einen Sonderbericht zu den Geschehnissen in und rund um die Alfred-Berg-Sporthalle hatten die beiden Schiedsrichter des A-Juniorenturniers verfasst. Daraus geht hervor, dass sie nach Turnierschluss von der Polizei zu ihren Fahrzeugen begleitet wurden, „da man nicht sicherstellen konnte, dass wir nicht auch attackiert werden.“

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Auf seine ergänzende Anfrage erhielt das KJSG aber auch die Antwort, dass der befragte Schiedsrichter den Polizeieinsatz im Nachhinein nicht für notwendig erachtet hat. Er habe sich mit dem betreffenden VfL-Spieler mit etwas zeitlichem Abstand ganz normal unterhalten, „und auf dem Weg zum Klo standen ein paar VfL-Fans – von denen kam nichts.“ Es sei zu keiner Bedrohung gegen ihn und seinen Kollegen gekommen.

Geisecker SV: Keiner wurde der Halle verwiesen

Auch der Geisecker SV als Ausrichterverein und der SC Berchum/Garenfeld waren vom KSJG zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Von Geisecker Seite wurde bestätigt, „dass keine Spieler/Zuschauer der Halle verwiesen wurden“.

Zudem gab es folgende Erörterung zu der Aussage, dass vor der Halle ca. 30 Personen versammelt waren, die einen sehr aggressiven Eindruck gemacht hätten: „Der Eindruck von aggressivem Verhalten ist schlussendlich eine subjektive Empfindung. Allein die Tatsache, dass sich Spieler und Verantwortliche des SC Berchum/Garenfeld bedroht fühlten, hat diesen Eindruck aber verstärkt. Als die Polizei gekommen ist, sind wir als durchführender Verein wieder in die Halle gegangen, um das Turnier fortzusetzen.“ Zu Beleidigungen oder Gewalt sei es bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekommen.

Keine Stellungnahme des SC Berchum/Garenfeld

Und der SC Berchum/Garenfeld? Trotz schriftlicher Anforderung mit Terminsetzung sei die erbetene Stellungnahme nicht zugesandt worden. SC-Vorsitzender Thomas Krah, der selbst auf Geschäftsreise war, musste eingestehen, „dass es uns leider im Verein durchgegangen ist, die Stellungnahme abzugeben.“

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So kam das KJSG Herne nach Auswertung aller vorliegenden Fakten zu dem Urteil, „dass dem VfL Schwerte kein Fehlverhalten seiner Zuschauer, das geahndet werden könnte, vorgeworfen werden kann.“

Die vorgetragenen Vorwürfe hätten sich entweder als unwahr herausgestellt oder hätten sich auf subjektive Wahrnehmungen, größtenteils auf Hörensagen, beruht. Das Gericht weiter: „Fakt ist auch, dass es zu keinen unsportlichen Handlungen, Gewalttaten bzw. Handgreiflichkeiten durch Zuschauer gekommen ist.“

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