Für Eurosport unterwegs mit Boris Becker: Schwerter Sportjournalist lebt seinen Traum

mlzSportjournalist Markus Paszehr

French Open, Olympia, Leichtathletik-EM - für den Schwerter Sportjournalisten Markus Paszehr gab es 2018 viele Highlights. 2019 geht es spannend weiter. Nächster Stopp: Australien.

Schwerte

, 09.01.2019, 17:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Flieger hebt am Mittwochabend ab. Das Reiseziel: Melbourne. Mit an Bord sitzt Markus Paszehr (25). Er macht sich auf den Weg zu den Australian Open, dem ersten Grand-Slam-Tennisturnier des neuen Jahres.

Paszehr ist mal wieder als Digital-Reporter für den TV-Sender Eurosport unterwegs, wie mehrfach auch schon im vergangenen Jahr.

Auf die Vierschanzentournee und die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu Jahresbeginn folgten im Frühjahr die French Open, im Sommer die Leichtathletik-EM in Berlin, im Herbst die US-Open – was für ein aufregendes Jahr 2018 für den 25-Jährigen.

Traumjob bei Eurosport, aber auch harte Arbeit

Und es sieht ganz so aus, als gehe es im neuen Jahr genauso spannend weiter. „Ich lebe meinen Traum“, sagt Paszehr – auch wenn er darauf hinweist, dass der Job auch „zwei Wochen harte Arbeit“ ist. Aber um nicht falsch verstanden zu werden: Paszehr beklagt sich keineswegs, im Gegenteil: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das Eurosport damals als Rookie in mich gesetzt hat. Nun empfinde ich es als großes Glück, diese Chance genutzt zu haben. Es ist ein Privileg, bei so großen Veranstaltungen wie den Australian Open dabei sein zu dürfen.“

Die Jobs für Eurosport waren 2018 ohne Zweifel die Highlights in Paszehrs Berufsleben. Zu erzählen hat er von allen Großereignissen eine Menge – verbunden mit einem hohen „Promi-Faktor“, den die Social-Media-Tätigkeit für den Fernsehsender mit sich bringt.

Unvergessliche Szene mit Boris Becker

Allen voran Boris Becker, der als Tennisexperte für Eurosport unterwegs ist. Auch in Australien wird Paszehr wieder mit Becker zusammenarbeiten und wird wohl auch diesmal wieder hautnah miterleben, wie sich dessen Bekanntheit im Alltag bemerkbar macht. „Boris konnte nicht durch Paris laufen, ohne dass sich sofort eine Menschentraube um ihn gebildet hat“, berichtet Paszehr.

Facebook live mit Boris Becker auf der Seine. Kurz nach dieser Aufnahme kam es zu einer Boots-Kollision.

Facebook live mit Boris Becker auf der Seine. Kurz nach dieser Aufnahme kam es zu einer Boots-Kollision. © privat

Den ersten „Facebook-Live“-Beitrag mit der Tennis-Ikone auf dem Eiffelturm wird Paszehr wohl sein Leben lang nicht vergessen. Erst recht nicht die Szene, als er mit seinem prominenten Arbeitskollegen auf der Seine unterwegs war. „Wir hatten unser Boot am Steg angebunden und produzierten wieder einen Beitrag für Facebook live. Plötzlich schrien die Leute von draußen, weil ein anderes Schiff andockte und mit unserem Boot kollidierte – eine krasse Situation, in der wir aber live drauf geblieben sind. Ich glaube, diese Szene wird selbst Boris nicht vergessen“, meint Paszehr – für ihn selbst gilt das wohl genauso.

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Von Paris nach Berlin zur Leichtathletik-EM. Gleich am ersten Tag der Titelkämpfe im August lernte er Heike Drechsler kennen. „Als sie 2000 Olympia-Gold in Sydney gewonnen hat, habe ich als kleiner Junge auf der Couch bei meiner Oma mitgefiebert“, erzählt Paszehr. 18 Jahre später nahmen die beiden einen gemeinsamen Vodcast (Video und Podcast) auf. „Das ist schon verrückt“, meint Paszehr.

Imagefilm für Bürgermeister Axourogs gedreht

So prägend die Eurosport-Jobs im vergangenen Jahr waren, Paszehr war 2018 auch noch anderweitig aktiv. Zum Beispiel für Dimitrios Axourgos. Der Imagefilm, mit dem Axourgos im Bürgermeisterwahlkampf auf Stimmenfang ging, stammt von Paszehr – die Folge eines Zufalls im Jahr 2017. Paszehr absolvierte seinerzeit ein Auslandssemester in Spanien und war in Malaga, wo Axourgos, damals noch Lehrer am Friedrich-Bährens-Gymnasium, auf einer Stufenfahrt unterwegs war.

Als Axourgos den Entschluss fasste, fürs Bürgermeisteramt zu kandidieren, suchte er jemanden für besagten Imagefilm und fragte bei seinem Ex-Schüler an. Paszehr sagte Ja – und hat somit zumindest einen kleinen Anteil daran, dass Axourgos nun an der Stadtspitze steht.

In der Endauswahl beim Sky-Moderatoren-Casting

Nicht fehlen bei Paszehrs Rückblick aufs vergangene Jahr darf auch das Moderatoren-Casting beim Bezahl-Fernsehsender Sky. Über 600 Nachwuchsmoderatoren hatten sich beworben. Paszehr schaffte es unter die letzten Vier, die in München eine Probe-Moderation unter Live-Bedingungen bei Sky Sport News HD absolvieren durften. „Als kleiner Junge habe ich vor dem Fernseher die Reporter im Sky-Studio imitiert. Sie waren ein Grund, warum ich ein Sportstudium angefangen habe“, erzählt der Schwerter.

Letztlich reichte es in der Endausscheidung aber nicht ganz zum Gewinn des Castings, der mit einem Jahresvertrag als Sky-Moderator belohnt worden wäre. „Ganz ehrlich: Natürlich war ich enttäuscht. Andererseits war ich einer der jüngsten Bewerber. Und das Feedback hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, bilanziert der 25-Jährige.

Zudem ist er weich gefallen, denn ein paar Tage nach dem Casting hat er die Zusage von Eurosport bekommen, zu den Australian Open fliegen zu dürfen – nicht die schlechteste Alternative.

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