Fußball-Sportchef: „Ich bin sicher, dass wir keine normale Saison durchspielen werden“

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Der Fußballverband Westfalen hat die Saison für dieses Jahr abgepfiffen. Bei den Vereinen trifft das auf Verständnis, sie haben aber auch Hoffnungen und Wünsche.

Schwerte

, 19.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat am Dienstag in einer Videokonferenz mit den Kreisvorsitzenden beschlossen, dass in diesem Jahr keine Meisterschafts- und Freundschaftsspiele mehr ausgetragen werden.

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Bei den Vereinen trifft das auf Gegenliebe. Die meisten waren ohnehin nicht mehr davon ausgegangen, dass die Amateurkicker in diesem Jahr nochmals ihre Fußballschuhe schnüren.

Wir haben Stimmen der Verantwortlichen von den überkreislich spielenden Mannschaften aus dem Stadtsportverband zum FLVW-Entscheid gesammelt.

Thomas Redel, Sportlicher Leiter des Geisecker SV.

Thomas Redel, Sportlicher Leiter des Geisecker SV. © Foto: Bernd Paulitschke

Thomas Redel (Sportlicher Leiter Geisecker SV): „Die Entscheidung ist alternativlos, alles andere wäre zerhackstückelt. Willst du im Dezember anfangen und dann wieder Pause machen... Jetzt werden wir irgendwann im Januar, Februar oder März einen Neustart haben. Ich bin mir aber sicher, dass wir keine normale Saison durchspielen werden. Aber was ist schon normal? Wir haben andere Probleme. Man kann sich ja auch gar nicht mehr darauf konzentrieren. Aber wir sind entspannt.“

Sebastian Schulte, Teammanager des SC Berchum/Garenfeld.

Sebastian Schulte, Teammanager des SC Berchum/Garenfeld. © Bernd Paulitschke

Sebastian Schulte (Teammanager SC Berchum/Garenfeld): „Es ist genauso gekommen, wie wir es erwartet hatten - auch durch die Entscheidung der Politik, die ja noch verschärfen will. Die Jungs werden sich weiter fit halten und dann hoffen wir, dass wir die Hinrunde zu Ende spielen können, damit die Saison gewertet werden kann. Dass wir eine ganze Saison spielen werden, glaube ich nicht.“

Kamal Hafhaf, Sportlicher Leiter des VfL Schwerte.

Kamal Hafhaf, Sportlicher Leiter des VfL Schwerte. © Bernd Paulitschke

Kamal Hafhaf (Sportlicher Leiter VfL Schwerte): „Ganz ehrlich, ich habe mir schon gedacht, dass es so kommt. Es macht auch keinen Sinn, mit Vorlaufzeit. Wann hätten wir da noch im Dezember spielen sollen. Die Entscheidung ist schon vernünftig. Ich hoffe auf einen Anfang im Januar, dass wir die Winterpause vorziehen und dann durchspielen. Das wäre mein Wunsch. Wir haben ja gerade erst sechs Spiele gemacht. Aber ich gehe von der Fünfzig-Prozent-Regel aus. Man kann nur hoffen, dass es irgendwann weitergeht. Ich bin gespannt.“

André Haberschuss, Trainer des ETuS/DJK Schwerte.

André Haberschuss, Trainer des ETuS/DJK Schwerte. © Bernd Paulitschke

André Haberschuss (Trainer des ETuS/DJK Schwerte): „Das war ja zu erwarten. Es macht auch keinen Sinn im Dezember für zwei Spiele anzufangen und dann wieder Pause zu machen. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, die Hinrunde zu Ende zu spielen oder Englische Wochen einzuschieben. Aber wir haben da schlaue Gremien, die sich Gedanken machen. Es sind ja alle Mannschaften gleich betroffen. Ich würde mich freuen, wenn es wieder irgendwann los geht, aber es gibt wichtigere Dinge im Leben.“

Marvin Horn, Sportlicher Leiter des SC Hennen.

Marvin Horn, Sportlicher Leiter des SC Hennen. © Bernd Paulitschke

Marvin Horn (Sportlicher Leiter SC Hennen): „Wir haben mit nichts anderem gerechnet. Ich hätte mich schwer gewundert, wenn wir noch gespielt hätten. Wir sind dann vier Wochen raus. Die Mannschaften aus dem Kreis Unna sogar noch länger. Es macht ja auch keinen Sinn. Die Frage stellt sich, wie es dann weiter geht. Da sind noch eine Menge Fragezeichen. Ich könnte mir vorstellen, dass man ab März die Hinrunde zu Ende spielt und dann in Sachen Auf- und Abstieg Playoffs spielt.“

Fabian Kampmann, Trainer des Landesligisten SC Berchum/Garenfeld.

Fabian Kampmann, Trainer des Landesligisten SC Berchum/Garenfeld. © Bernd Paulitschke

Einen Vorschlag hat auch Fabian Kampmann, Trainer des Landesligisten SC Berchum/Garenfeld noch parat: „Wir sollten die Saison abbrechen und bis Sommer nur Freundschaftsspiele durchführen. Der Druck wird sonst zu groß. Es funktioniert nicht mit immer nur zwei Wochen Vorlauf, da steigt die Verletzungsgefahr unfassbar.“

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