Geisecke im Herzen - trotzdem wechselt Florian Kliegel zu Berchum/Garenfeld

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Sein Abgang schmerzt den alten Verein und freut den neuen umso mehr: Florian Kliegel wechselt im Winter von Geisecke nach Garenfeld. Doch in Geisecke wird er „alles und jeden“ vermissen.

Schwerte

, 20.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Florian Kliegel wechselt in der Winterpause vom Fußball-Bezirksligisten Geisecker SV zum SC Berchum/Garenfeld. Im Interview wehrt sich der 24-Jährige gegen die Bezeichnung Wandervogel und erklärt die besondere Beziehung zu drei ganz unterschiedlichen Weggefährten: Thomas Wotzlawski, Fabian Kampmann und Nils Klems.

Florian, der Wechsel zum SC Berchum/Garenfeld im Winter ist schon dein vierter im Seniorenbereich. Würdest du dich dagegen wehren, als Wandervogel tituliert zu werden?

Nach je zweimal beim VfL Schwerte und dem Geisecker SV sowie einem kurzen Ausflug zum SV Brackel 06 würde ich mich nicht als Wandervogel bezeichnen. Das darf aber jeder selbst entscheiden. Ich spiele da Fußball, wo ich mein privates Leben und meine persönlichen Ziele unter einen Hut bringen kann. Das konnte ich zuletzt beim Geisecker SV, doch jetzt sind die persönlichen Ziele höher als zuletzt, weshalb ich eine Veränderung brauchte.

Du hast es in Brackel bereits zwei Ligen höher probiert. Nun geht es eine hoch. Wird die Landesliga deine optimale Liga?

Das wird sich zeigen. Das Tempo, die Handlungsgeschwindigkeit und die Intensität werden höher sein als in der Bezirksliga, darauf freue ich mich sehr. Es wird zwar nicht so intensiv wie in der Westfalenliga, aber auf jeden Fall eine deutliche Steigerung. In der Saison 2019/20 haben wir ja gegen den SC Berchum/Garenfeld unter der Leitung von Fabi gespielt. Da war ich schon begeistert von deren Spielstil, obwohl wir uns mit Geisecke gut verkauft haben.

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Welche Rolle hat dein ehemaliger Jugendtrainer Fabian Kampmann beim Wechsel gespielt?

Eine sehr große und wichtige. Ich kenne ihn schon sehr, sehr lange auf und neben dem Sportplatz. Er ist wirklich ein sehr guter Freund und zählt eigentlich zur Familie. Fabi kann sportlich Sachen aus mir herauskitzeln, wie es sonst keiner geschafft hat. Das habe ich damals in der A-Jugend beim VfL Schwerte schon gemerkt. Deswegen war die Entscheidung für den Wechsel umso leichter.

Was erwartest du beim SC Berchum/Garenfeld?

Dass ich mich noch einmal auf ein neues Level weiterentwickeln kann. Ich denke, es herrscht eine unglaubliche Disziplin in der Mannschaft. Jeder ist hochmotiviert, an sich selbst zu arbeiten und hat den Drang, sich stets zu verbessern.

Florian Kliegel adelt seinen baldigen Ex-Trainer Thomas Wotzlawski als „klasse Menschen“.

Florian Kliegel adelt seinen baldigen Ex-Trainer Thomas Wotzlawski als „klasse Menschen“. © Bernd Paulitschke

Und was wirst du in Geisecke vermissen?

Ich werde alles und jeden vermissen, der etwas mit dem Verein zu tun hat. In Geisecke ist es sehr familiär. Jeder ist für den anderen da, ganz egal ob es mit dem Sport zu tun hat. Die Truppe ist einmalig: So viele Charaktere und doch gibt es einen riesigen Zusammenhalt. Und vor allem werde ich meinen Trainer Thomas Wotzlawski vermissen. Er verbindet Spaß und Disziplin im Training und Spiel wie kein anderer. Ich habe die Zeit mit ihm sehr genossen. Er ist ein klasse Trainer und vor allem Mensch. Thomas hat für alles Verständnis, solange man ehrlich zu ihm ist.

Du bist schon mal nach Geisecke zurückgekehrt. Machst du das eines Tages wieder?

Das kann ich nicht sagen, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Die nächste Zeit konzentriere ich mich erstmal auf den SC Berchum/Garenfeld.

Aktuell ruht der Ball. Wann rechnest du damit, deinen ersten Landesliga-Einsatz zu haben?

Am besten so schnell wie möglich. Ich habe Bock, mit dem Verein und der Mannschaft etwas zu reißen, und kann es kaum erwarten, im Trikot des SC Berchum/Garenfeld gegen den Ball zu treten.

Vor rund einem Jahr hast du etwas überraschend das Ende deiner Futsal-Karriere verkündet. Immerhin bist du Deutscher Futsal-Nationalspieler. Kehrst du eines Tages aufs Futsal-Feld zurück?

Wenn ich irgendwann wieder mal auf dem Court stehen sollte, dann nur mit dem Holzpfosten-Logo auf der Brust. Durch den Futsal bin ich der, der ich heute bin. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn mich Nils Klems damals nicht gefragt hätte: „Jung, schon mal etwas vom Futsal gehört?“ Geplant habe ich aber in der Richtung nichts.

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