Heidemanns starke Premierensaison in der Dritten Liga: Niklas, der Profi

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Niklas Heidemanns Weg als Fußballer geht stetig nach oben. Seine erste Profisaison in der Dritten Liga in Münster ist fast beendet – sie war sehr erfolgreich. Heidemann bleibt ehrgeizig.

Schwerte

, 25.04.2019, 12:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spätestens an diesem 1. Februar um 19.24 Uhr weiß Niklas Heidemann, dass er es geschafft hat. In der 23. Minute wagt sich der Linksverteidiger mit in die Offensive, wird von Mitspieler Pires bedient und schließt trocken wie sehenswert zum 1:0 ab. Münster führt 1:0. Dank Niklas Heidemann, der eben sein erstes Tor als Fußballprofi erzielt hat. Gegen den einst so großen 1. FC Kaiserslautern.

In diesen Momenten weiß der 24-Jährige, dass sich sein immenser Aufwand immer gelohnt hat – und immer lohnen wird. „Das war ein sehr schönes Erlebnis“, erinnert sich Niklas Heidemann, der das Hinspiel gegen die Pfälzer noch prägender in Erinnerung hat. Vor 23000 Zuschauern am legendär-berüchtigten Betzenberg schaffte Münster seinerzeit einen Last-Minute-Sieg in der Nachspielzeit. Auch die Derbys gegen den VfL Osnabrück oder das Gastspiel vor kurzem bei 1860 München sind für Heidemann eindrucksvolle Momente in der namhaften Dritten Liga gewesen.

Starke Statistiken

Eindrucksvolle Momente in einer eindrucksvollen Premierensaison als Profi. Als Heidemann im Sommer aus Wuppertal und der Regionalliga in den Profibereich wechselte, war er ambitioniert und ehrgeizig. Nun, die Saison ist fast beendet, kann er zudem noch sehr zufrieden sein. In bisher 24 Spielen hat er neben dem Tor noch vier weitere vorbereitet und wurde nur einmal eingewechselt. Heidemann glänzt als stabile Stammkraft, das Sportmagazin Kicker honoriert es mit einer starken Durchschnittsnote von 3,16. „So etwas nimmt man gerne zur Kenntnis und es ist eine schöne Bestätigung“, sagt Heidemann zum Notensystem. „Aber ich höre eher darauf, was mir mein enger Umkreis sagt.“

Er wurde lediglich einmal zum Ende der Hinrunde rausrotiert, hatte auch mit einer Verletzung zu kämpfen. Doch die Vorbereitung im Winter nutzte er für sich, den Platz hinten links hat er seitdem für sich reserviert. „Sportlich läuft es für mich sehr gut. Ich habe mir die vielen Spielzeiten erarbeitet“, meint Heidemann.

Von der höchsten Amateurklasse in die Profiliga – für Heidemann, der schon in der Jugend für Preußen Münster spielte, hat sich viel verändert. „Die Mit- und gegnerischen Spieler sind besser geworden, die Konkurrenz größer. Darunter sind auch namhafte Spieler wie Weltmeister Kevin Großkreutz, der für KFC Uerdingen in der Dritten Liga spielt und mein direkter Gegenspieler war. Man muss einfach viel mehr investieren, um jetzt Punkte zu holen. Und die Infrastruktur und Organisation sind deutlich professioneller geworden“, erklärt Heidemann.

„Ich genieße es sehr“

Er hat sich bestmöglich akklimatisiert. „Ich genieße es sehr. Der Profibereich war immer mein großer Traum und das große Ziel. Es ist schön, dort jetzt angekommen zu sein“, sagt der Schwerter. Doch Heidemann ist seit jeher ein sehr ehrgeiziger und zielstrebiger Fußballer. „Der Weg geht immer weiter, die nächsten Ziele kommen.“

Erst einmal heißt das, dass er mit dem SC Preußen Münster die Saison gut abschließen möchte. Im sehr engen Tabellenmittelfeld steht Münster derzeit bei noch vier ausstehenden Spielen auf Platz sechs. Dann freut er sich schon auf die neue Saison bei den Westfalen. Und danach? Heidemanns Vertrag läuft bis 2020. Mit einer Wiederholung seiner starken Premierensaison würde er sich zwangsläufig für noch höhere Aufgaben empfehlen. Wundern würde es bei seinem Karriereweg, der bislang ausschließlich auf den Weg nach oben programmiert ist, jedenfalls nicht. Doch das ist Zukunft, „für mich zählt nur der SCP und die Konzentration auf meine eigenen guten Leistungen“, sagt Heidemann.

Anfang des Jahres zeigte sich Heidemann auch als Profi abseits des Platzes. Für seinen in Finanznot geratenen Ex-Klub Wuppertal steuerte er ein signiertes Trikot für eine Crowdfunding-Aktion bei. In einer Videobotschaft bedankte er sich beim Wuppertaler SV. „Ich habe die Chance bekommen, mich beim WSV weiterzuentwickeln und habe so den Sprung in die Dritte Liga geschafft“, sagte er. Das hat er. Und das weiß er spätestens seit dem 1. Februar um 19.24 Uhr.

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