HSG Schwerte/Westhofen zieht die Wildcard fürs „Abenteuer Oberliga“

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Als Tabellenfünfter in den Genuss zu kommen, in die nächst höhere Liga aufzusteigen, ist eher ungewöhnlich. Die Handballerinnen der HSG Schwerte/Westhofen kommen nun aber in diesen Genuss.

Schwerte

, 22.04.2020, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch die Entscheidung des Handballverbandes Westfalen (HVW), die Saison mit der so genannten Quotientenregelung zu beenden, ergibt sich für die Verbandsliga-Frauen der HSG Schwerte/Westhofen diese Möglichkeit – und die HSG-Verantwortlichen haben sich schnell dazu entschlossen, die Chance beim Schopfe zu packen.

Mannschaftliche Video-Konferenz

„Wir gehen das Abenteuer Oberliga an“, gab Trainer Mischa Quass das Ergebnis einer mannschaftlichen Video-Konferenz bekannt, das nach ein paar kurzen HSG-internen Gesprächen am Tag danach bestätigt wurde.

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Damit wird es in der nächsten Saison zu einem Novum kommen. Denn noch nie in der Vereinsgeschichte der HSG Schwerte/Westhofen hat eine Frauenmannschaft um Oberliga-Punkte gespielt.

Eine Nummer zu groß? Trainer Quass verneint

Aber ist diese Liga für die Schwerterinnen, die zum Zeitpunkt des Abbruchs der laufenden Spielzeit mit 20:14-Punkten auf besagtem fünften Rang der Verbandsliga-Tabelle standen, nicht eine Nummer zu groß? Trainer Quass verneint diese Frage. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in der Oberliga eine realistische Chance auf den Klassenerhalt haben werden“, sagt der Trainer.

Trainer Mischa Quass ist zuversichtlich, in der Oberliga bestehen zu können.

Trainer Mischa Quass ist zuversichtlich, in der Oberliga bestehen zu können. © Bernd Paulitschke

Zwar steht sein Team nur auf Platz fünf, doch vom reinen Leistungspotenzial her habe es in dieser Saison zu den besten Teams der Verbandsliga gehört, meint Quass. „Was uns hauptsächlich in dieser Saison gefehlt hat, war die Konstanz“, sagt der Coach.

Ganz normale Leistungsschwankungen

Das habe hauptsächlich damit zu tun, dass es sich um eine sehr junge Mannschaft handelt, bei der gewisse Leistungsschwankungen ganz normal seien. Aber weil die meisten Spielerinnen noch Entwicklungspotenzial haben und leistungsambitioniert bei der Sache seien, sei man sich im Mannschaftskreis schnell einig gewesen, die Wildcard in Anspruch nehmen zu wollen.

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Schlaflose Nächte habe er deshalb keineswegs, sagt der Trainer – im Gegenteil: „Natürlich ist es eine glückliche Konstellation für uns, dass wir jetzt aufsteigen können. Aber letztlich haben wir es sportlich dahin gebracht, dass wir guten Gewissens auf diese Regelung zurückgreifen können.“

„Das Handy ist fast explodiert“

Dass sich überhaupt die Möglichkeit ergeben hat, als Tabellenfünfter eine Liga höher zu klettern, kam für alle Beteiligten überraschend. „Dass der Verband über eine Quotientenregel nachdenkt, wusste ich schon. Aber ich hatte mir nicht im Vorfeld irgendwas ausgerechnet. Als dann am Sonntagnachmittag die Meldung kam, ist mein Handy fast explodiert“, berichtet der Trainer.

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Ruckzuck hatten sich Spielerinnen und Trainer zu einem Video-Chat zusammengeschaltet, um virtuell auf die Oberliga anzustoßen – Aufstiegsfeierlichkeiten im Corona-Zeitalter.

Wann es weitergeht, steht in den Sternen

Wie es jetzt handballerisch weitergeht, steht für das Aufstiegsteam ebenso in den Sternen wie für alle anderen Mannschaften. „An eine Saisonvorbereitung braucht man noch nicht zu denken, man kann ja aktuell nichts planen“, erklärt Quass.

„Aber irgendwann werden wir schon wieder in die Halle können, um wieder Handball zu spielen.“ In der nächsten Saison dann erstmals in der Oberliga.

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