Kreisligakicker auf den Spuren der Champions-League-Profis: soccerwatch.tv macht´s möglich

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Zu behaupten, es sei im Amateurfußball so etabliert, dass es nicht mehr wegzudenken ist, wäre vielleicht noch ein bisschen übertrieben. Aber auf dem Vormarsch ist „soccerwatch.tv“ allemal.

Schwerte

, 01.08.2019, 18:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Schützenhof beim VfL Schwerte und auf der KS-Logistic-Sportanlage der Geisecker SV am Buschkampweg hängen die Kameras schon seit rund anderthalb Jahren. Auf Schwerter Gebiet sind nun der EWG-Sportpark in Schwerte-Ost und das Waldstadion Zuhause in Ergste hinzugekommen. Dort haben die emsigen Soccerwatch-Macher „Kameras unserer neuen Generation“ installiert, wie Soccerwatch-Chefredakteur Marlon Irlbacher erklärt.

Vollautomatische Kamera mit 180-Grad-Panorama

Wie funktioniert soccerwatch.tv? Eine vollautomatische Kamera, deren Bilder sich zu einem 180-Grad-Panorama zusammenfügen, ist an einem Flutlichtmasten montiert. Sie nimmt die Spiele der Erwachsenenmannschaften und A-Junioren des Vereins auf und überträgt sie per Live-Stream ins Internet, sodass alle Fans des Amateurclubs von überall auf der Welt dabei sein können. „Und das Ganze nahezu in HD-Qualität“, sagt Irlbacher mit dem Hinweis auf besagte neue Kamera-Generation.

Darüber hinaus stehen zeitnah nach den Spielen die Tore und andere Höhepunkte des jeweiligen Spiels als so genannte Highlight-Clips zur Verfügung – der intelligenten Software, die die interessantesten Szenen des Spiels automatisch erkennt und sie ohne menschliches Zutun zusammenschneidet, sei Dank.

Stadtwerke Schwerte als Sponsor

Aus Sicht der Vereine wird soccerwatch.tv durchweg positiv bewertet, zumal ihnen kaum Kosten entstehen. Denn für die Installation der Kameras und die laufenden Kosten für drei Jahre konnte man für den heimischen Raum die Stadtwerke Schwerte als Sponsor gewinnen. Stellvertretend sagt Detlef Ens, Geschäftsführer der Fußballabteilung der SG Eintracht Ergste, „Ich sehe keine Nachteile – im Gegenteil. Zum Beispiel für jemanden, der weggezogen und sich immer noch für unseren Verein interessiert, ist das eine gute Sache.“

Aber die Möglichkeit, sich in allen Winkeln der Welt die Amateurfußballmannschaft seines Herzens ins Wohnzimmer zu holen, ist nur ein Aspekt von soccerwatch.tv. Ein zweiter wesentlicher Bestandteil des Angebotes ist das so genannte Trainer-Tool, das für die Trainer hilfreich bei der Spielanalyse sein kann.

Vergleichbar mit der Analyse von Erik Meijer bei sky

„Vergleichbar mit der Spielanalyse von Erik Meijer bei sky“ sei diese Erweiterung des Angebots, sagt Marlon Irlbacher. 30 Euro pro Monat kostet der Zugang zu diesem Tool, mit dem die Trainer den Laufweg jedes Spielers nachverfolgen und virtuelle Linien ziehen können oder entscheidende Szene zusammenschneiden können – Kreisliga-Kicker auf den Spuren der Champions-League-Profis.

Aber was passiert eigentlich, wenn jemand etwas dagegen hat, bei seinen sportlichen Betätigungen gefilmt zu werden? Aus Datenschutzgründen bleiben Jugendspiele unterhalb der A-Junioren prinzipiell außen vor. Ansonsten hängen auf allen Sportplätzen, auf den soccerwatch-Kameras installiert sind, Schilder mit dem entsprechenden Hinweis. „Wenn dann wirklich mal ein Schiedsrichter oder auch eine Gästemannschaft nicht das Okay geben sollte, gibt es eine Hotline bei soccerwatch.tv, die wir dann anrufen müssten. Dann würde die Übertragung sofort gestoppt“, erklärt Detlef Ens.

Ein eher unwahrscheinliches Szenario

Ein solches Szenario ist aber wohl eher unwahrscheinlich. Der durchschnittliche Bezirksliga-Fußballer dürfte kaum etwas dagegen haben, im Gegenteil. Da ist die Vorstellung doch wohl verlockender, mit einem Fallrückzieher in der 90. Minute das Siegtor zu erzielen und diese Szene beim Siegerbier nach dem Spiel im Vereinsheim auf dem Handy immer wieder präsentieren zu können - wie ärgerlich es doch wäre, wenn in einem solchen Fall die Kamera nicht läuft.

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