Schwerter Fußballer Lasse Sobiech zurück in der Bundesliga: Seine Ziele mit dem 1. FC Köln

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Vom FC St. Pauli zum 1. FC Köln - mit Kult-Klubs kennt sich Lasse Sobiech aus. Mit uns hat er über seine Premierensaison und die Chancen auf den Bundesliga-Verbleib der Kölner gesprochen.

Schwerte

, 09.05.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Innenverteidiger war nach vier Jahren beim FC St. Pauli vor der Saison zum damaligen Bundesliga-Absteiger Köln gewechselt. Seine erste Saison in der Domstadt fing vielversprechend mit einigen Einsätzen an. Dann warf ihn ein Zehbruch zurück.

Mittlerweile ist der 28-Jährige wieder fit und hat sich auch von der Aufstiegsparty gut erholt.

Im Interview spricht Lasse Sobiech über seine Premierensaison in Köln, seine Bundesliga-Ziele – und Unterschiede zwischen alter und neuer Heimat.

Der FC ist „widder do“. Welche Erinnerungen sind von der Aufstiegsparty am Montag übrig geblieben?

Durch die Ansetzung am Montagabend in Fürth war es ehrlich gesagt ein bisschen unspektakulär. Das ist schon etwas anderes, als wenn wir in Köln gewesen wären, um dort mit den Fans zu feiern. Wir sind am Montag in Nürnberg geblieben und haben im engsten Kreis mit der Mannschaft in einer Bar gefeiert. Das war relativ entspannt. Am Dienstag sind wir dann aber nochmal in Köln losgegangen und da wurde kräftig gefeiert.

Eine Zehverletzung hat dich in dieser Saison zurückgeworfen. Was genau hat Probleme gemacht?

Im Training habe ich mir einen Trümmerbruch am großen Zeh zugezogen. Daraufhin gab es dann auch eine Operation. Das hat etwa vier Monate gedauert und mich einige Einsätze gekostet. Dem Zeh geht es jetzt aber wieder gut, auch wenn ich ihn wohl nie wieder so bewegen kann wie vorher. Zum Fußballspielen reicht’s. (lacht)

Bisher hast du acht Spiele von Beginn absolviert, wurdest dazu achtmal eingewechselt. Wie beurteilst du deine Leistungen?

Es ist natürlich nicht optimal gelaufen. Allein durch die Verletzung habe ich etliche Spiele verpasst. Mit dem Verlauf bis zur Verletzung bin ich aber sehr zufrieden. Ich habe mehrere Spiele hintereinander gemacht, war eigentlich Stammspieler. Nach der Verletzung habe ich dann nicht mehr so viel gespielt wie erhofft. So ist das nun mal im Fußball. Wichtig ist es, trotzdem nach vorne zu schauen.

Du wurdest 2011 mit dem BVB Meister, ohne gespielt zu haben. Nun hast du auch deinen spielerischen Anteil am Aufstieg. Lassen sich die beiden Erfolge vergleichen?

Nicht wirklich. In Dortmund habe ich damals nicht gespielt und fühle mich nicht unbedingt als Deutscher Meister. Wobei so ein Meistertitel und eine Feier mit 400000 Dortmundern nochmal etwas anderes ist als ein Aufstieg. Die Rückkehr in die Bundesliga war für mich aber immer das große Ziel, nachdem ich mit Fürth und dem HSV dort gespielt habe. Ich habe lange darauf hingearbeitet. Jetzt hat es endlich geklappt.

Kölns Trainer Markus Anfang wurde kurioserweise vor dem Meisterspiel in Fürth entlassen. Wie hast du die Situation erlebt?

Für jeden Außenstehenden ist es erstmal überraschend, wenn man Erster ist und der Trainer entlassen wird. Letztlich wird die sportliche Führung ihre Gründe gehabt haben, da sind wir Spieler aber nicht involviert.

Was hatte ein Jahr Köln zu bieten, was zuletzt vier Jahre St. Pauli nicht hatten?

Der Konkurrenzkampf und die alltägliche Trainingsarbeit waren in Köln von Anfang an viel größer und intensiver. In jedem Training hat jeder Vollgas gegeben. Alle hatten das große Ziel, in die Bundesliga zurückzukehren. Nach diesem Ehrgeiz habe ich gesucht. Ich habe aber schon sehr viel Glück mit den Vereinen gehabt. Hamburg und Köln sind zwei tolle Städte. Hier in Köln ist der Verein vielleicht noch etwas größer. Es gibt nur den FC und nicht St. Pauli und den HSV. Die Mentalität ist vergleichbar mit der in Dortmund. Die Leute leben für den 1. FC Köln, hier spürt man alles noch ein Stück intensiver.

Du hast in dieser Saison gegen deine beiden Ex-Klubs HSV und St. Pauli gespielt, bei einem weiteren, Greuther Fürth, seid ihr aufgestiegen. Wie hat sich diese kleine Reise durch deine bisherige Laufbahn angefühlt?

Vor allem die beiden Spiele gegen St. Pauli, in denen ich ja auch zum Einsatz kam, waren ganz besonders für mich. Hier habe ich die meiste Zeit verbracht und noch viele Freunde, von denen ich jetzt auch ganz viele Glückwünsche bekommen habe. Beim HSV und in Fürth sind mittlerweile so viele neue Spieler, die ich gar nicht mehr von damals kenne.

Jetzt bist du wieder Erstligaprofi. Sind der FC und Lasse Sobiech gewappnet fürs Oberhaus?

Auf jeden Fall. Ich habe schon in der Bundesliga gespielt und kann das Niveau ungefähr einschätzen. Ich kann auch unsere Mannschaft gut einschätzen und bin mir sicher, dass wir eine gute Rolle spielen können. Für mich geht es darum, Stammspieler zu werden. Dafür will ich mich in der Vorbereitung gut positionieren. Ich will nicht nur irgendwie mitschwimmen, sondern meinen Stempel aufdrücken.

Zur Person

Die Karriere des Lasse Sobiech

147 Zweitliga-Spiele (16 Tore), 34 Erstliga-Spiele (3 Tore). 1995-2003: VfL Schwerte. 2003-2011: Borussia Dortmund. 2011-2012: FC St. Pauli. 2012-2013: SpVgg Greuther Fürth. 2013-2014: Hamburger SV. 2014-2018: FC St. Pauli. Seit 2018: 1. FC Köln.
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