Nach Volleyball-Aus 2020: Schwerter Trainer haben Gedankenmodelle

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Am Sonntag hat der Westdeutsche Volleyball-Verband entschieden: 2020 findet kein Volleyballspiel mehr statt. Daher grübeln die Trainer der zwei Schwerter Oberliga-Teams über neue Spiel-Modi.

Schwerte

, 19.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Blick auf den Kalender wird Sabine Rott etwas ratlos. Seitdem der WVV entschieden hat, 2020 keine Jugend- und Seniorenspiele bis zur Oberliga stattfinden zu lassen, steht für die Damen des VV Schwerte fest: Es häufen sich gleich sieben Spiele an, die irgendwann nachgeholt werden müssten. Allein fünf Partien wurden schon wegen des Lockdowns light gecancelt, zwei weitere hätten die Schwerterinnen noch im Dezember gehabt.

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„Es ist vernünftig, dass der Verband diese Entscheidung gefällt hat“, meint Rott, die seit dieser Saison verantwortlich für die Damen 1 und 2 beim VVS ist. „Die hohen Infektionszahlen lassen nichts anderes zu.“ Zugleich grübelt auch sie, wie die Saison im neuen Jahr weitergeführt werden könnte.

Sabine Rott nennt Alternativoption

Die Spielzeit regulär zu beenden, hält Sabine Rott bereits für unrealistisch. Dafür müsste man bis in den Mai gehen und ferner die Osterferien mit Terminen belegen. Eine mögliche Alternativoption wäre für Rott, die Saison nur als Hinrunde und die Auf- und Abstiege in Playoff-Formaten auszutragen.

„Ich tendiere zu dieser Lösung, da ich mir eine Hin- und Rückrunde in dieser Saison einfach nicht mehr vorstellen kann“, sagt Rott. Fast genauso wichtig wie die Lösung dieser Frage ist jedoch eine baldige Rückkehr in den Trainingsbetrieb.

Das bislang letzte Spiel vor dem Lockdown light war am 25. Oktober das Derby zwischen dem VV Schwerte und Hennen, das der Sportclub mit 3:1 für sich entschied.

Das bislang letzte Spiel vor dem Lockdown light war am 25. Oktober das Derby zwischen dem VV Schwerte und Hennen, das der Sportclub mit 3:1 für sich entschied. © Bernd Paulitschke

„Die Bemühungen des Verbands sind sehr groß, dass wir bald eine Genehmigung bekommen, zumindest wieder in die Halle zu können“, lobt Rott. Sie könnte dann auf fertige Hygienekonzepte des VV Schwerte zurückgreifen und sich zum Beispiel eine Beschränkung der in der Halle aktiven Spielerinnen vorstellen.

Gut in die Saison gestartet

Bitter bleibt das Volleyball-Aus für 2020 so oder so. Aus den vier bisher ausgetragenen Spielen haben die Oberliga-Damen des VV Schwerte starke drei Siege geholt. Sie stehen auf Platz drei, auch wenn die Tabelle wegen der Pandemie ein ziemlicher Flickenteppich ist. „Wir haben im Sommer definitiv gut gearbeitet und sind fit“, berichtet Sabine Rott.

Trainingsfrei haben die Mannschaften beim Volleyballverein Schwerte übrigens nicht. Mindestens zweimal wöchentlich treffen sich beispielsweise Rotts Mannschaften zum virtuellen Athletiktraining. Hier halten sie sich fit für einen Re-Start im neuen Jahr. Hoffentlich.

Hennens Trainer Christoph Schulte überlegt bereits, wie man die Saison unter den gegebenen Umständen noch zu Ende bringen könnte.

Hennens Trainer Christoph Schulte überlegt bereits, wie man die Saison unter den gegebenen Umständen noch zu Ende bringen könnte. © Bernd Paulitschke

Für Sabine Rotts Trainerkollegen vom Nachbarn SC Hennen, Christoph Schulte, ist der Sachverhalt ebenfalls klar: „Das Einstellen ist alternativlos. Alles andere macht keinen Sinn.“ Das bislang letzte Spiel vor dem Lockdown Ende Oktober bestritten übrigens der VVS und SC Hennen im Derby gegeneinander. Hennen gewann 3:1 und steht aktuell mit 16 Punkten aus sechs Spielen an der Tabellenspitze der Oberliga.

Schultes Vorschlag mit Aufstiegs- und Abstiegsrunde

Dass die Saison im Umfang und Zeitplan wie ursprünglich geplant zu Ende gespielt werden kann, hält Schulte bereits für ausgeschlossen. Vielmehr hofft er auf eine faire Entscheidung des Verbands, wie nun weiterverfahren wird. Schultes Vorschlag ähnelt dem von Sabine Rott: „Wir könnten zumindest eine Hinrunde zu Ende spielen. Danach könnten die ersten fünf Mannschaften in einer Aufstiegs-, und die letzten fünf in einer Abstiegsrunde spielen.“

Dies würde die Anzahl der Spiele reduzieren. Und gleichzeitig jedem Team eine halbwegs faire Chance wahren. Hennens Coach weiß aber auch: „Es gibt vielleicht eine gute Lösung. Aber eine ganz gerechte kann es nie geben.“

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