Neues Konzept, sechs Teams, ein Albtraum und in der WVV-Auswahl – die Bilanz beim VVS

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Die Saison des VV Schwerte startete mit einem großen Umbruch. Mit Kai Oliynyk wurde ein hauptamtlicher sportlicher Leiter verpflichtet. Die Bilanz zur Winterpause und ein Ausblick.

Schwerte

, 27.12.2019, 19:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Saison 2019/20 des VV Schwerte startete mit einem großen Umbruch. Sowohl bei den Trainern als auch bei den Mannschaften wurde einiges geändert und mit Kai Oliynyk ein hauptamtlicher sportlicher Leiter verpflichtet. Zum Ende der Vorsaison wechselten fast alle Damen-Teams in eine höhere Liga, daher wurden die Ziele nicht zu hoch geschraubt. Das komplett geänderte sportliche Konzept, in dem der Hallenvolleyball in zwei Teile – Jugend und Erwachsene – geteilt wurde, sieht vor, dass die Durchlässigkeit auch zwischen diesen Teams verläuft.

Neues Konzept mit zwei Spalten

So entstand eine Spalte mit den Mannschaften Damen 1, Damen 3 und Damen 5, die aus erfahreneren Spielerinnen bestehen und von den Trainern Joey Azevedo, Olaf Trinath und Max Fischer trainiert werden, sowie eine Spalte aus reinen Jugendteams mit den Damen 2, Damen 4 und Damen 6, die allesamt vom Kai Oliynyk trainiert werden. Damit soll die Entwicklung der Jugend forciert werden, indem die Spielerinnen sowohl in ihren Jugendklassen als auch im Damenspielbetrieb „unter sich“ bleiben und sich einspielen können. Es entstanden fünf absolut neu gemischte Mannschaften (Ausnahme ist die Damen 5), in der viele Spielerinnen in einer höheren Liga eingesetzt wurden, als noch im Jahr zuvor.

Die „Erste“, mit vielen Aufsteigern aus der Damen 2, stellt einen gemischten, aber den spielerisch erfahrensten Kader. Trainer Joey Azevedo übernahm die Mannschaft in der Oberliga zu Saisonbeginn. Der strategische und taktische Umbau der Spielweise der Truppe kostete etwas Kraft und Nerven, sodass der Start etwas holprig war. Doch mit der Zeit stabilisierte sich das Team in der Liga und ist mittlerweile in der Lage, Sätze zu zeigen, die auf einem sehr hohen spielerischen Niveau verlaufen. Einige Spielerinnen erleben dabei das Abenteuer Oberliga zum ersten Mal. Vier Siege in acht Partien stehen bisher zu Buche und Luft nach oben ist auf jeden Fall vorhanden. Zwar ist der Kampf um den Ligaerhalt noch lange nicht entschieden, doch wenn das Team sich weiterhin steigert, sollte das Ziel ohne große Sorgen gemeistert werden.

Furioser Start und ein Albtraum

Die Damen 2 besteht hauptsächlich aus U20-Spielerinnen, die in der Vorsaison noch Bezirksliga aktiv waren, nun aber in der Verbandsliga starten. Trainer Oliynyk war sich sicher, dass sich das Team etablieren könne. Und tatsächlich startete man mit drei deutliche Siegen furios in die Saison. Gegen den Topfavoriten Gelsenkirchen gab es eine äußerst knappe 2:3-Niederlage. Einen Albtraum erlebte das junge Team gegen Telstar Bochum, als sich in einem Satz gleich drei Stammspielerinnen schwer verletzt hatten, unter anderem die einzige gelernte Mittelblockerin Lara Schulenburg, die bis etwa Februar ausfallen wird. Sehr viele Umstellungen führten zu zwei weiteren Niederlagen. Erst gegen den TuS Bönen konnte sich die „Zweite“ wieder befreien. Mit vier Siegen in acht Spielen hält das Team sogar weiterhin den Anschluss nach oben. Das Ziel bleibt allerdings nur der Ligaerhalt, so Trainer Oliynyk.

Die dritte Mannschaft von Trainer Olaf Trinath, mit vielen erfahrenen Spielerinnen im Kader, startet in der Landesliga, genau wie die „Vierte“, eine reine U16/U18 Jugendmannschaft. Sie zeigt eine starke spielerische Leistung, doch ausgerechnet gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte kann die Truppe keine konstante Leistung bringen. Die „Dritte“ überwintert auf dem letzten Platz. Der Bock soll 2020 endlich umgestoßen werden.

Jüngste Truppe mit Kontakt zur Tabellenspitze

Die „Vierte“, die ihren Kader der letzten Saison hauptsächlich behalten konnte und mit Abstand die jungste Truppe der Liga ist, sorgt als Aufsteiger für Furore. Mit fünf Siegen aus sieben Spielen hält sie sogar den Kontakt zur Tabellenspitze, hat die Spitzenteams SC Hennen 2 und Letmather TV mit 3:2 und 3:1 entzaubert. Trainer Oliynyk fordert: Eiserne Disziplin auf dem Spielfeld bleibt weiter der Schlüssel zum Erfolg.

Die Damen 5, die den Kader des letzten Jahres hauptsächlich behalten konnte noch ihren Platz in der Bezirksklasse bekam, ist momentan das Sorgenkind des Vereins. Zu oft war die Truppe um Trainer Max Fischer nicht komplett, konnte nur drei von sechs Spielen bestreiten. Die anderen drei mussten kampflos abgegeben werden, da nicht genug Spielerinnen zur Verfügung standen. Doch auch die stattgefundenen Partien gingen alle glatt mit 0:3 verloren. Dennoch sind individuellen Steigerungen erkennbar und die Hoffnung auf Siege vorhanden.

In den Kader der Westdeutschen Auswahl berufen

Ganz neu formierte ist die sechste Mannschaft, die aus den U14 und U16 Spielerinnen besteht und noch keinerlei Erfahrung auf dem Großfeld hatte. Einziges Ziel in der Kreisliga: fleißig Erfahrung sammeln. Die Mädels kommen mittlerweile absolut problemlos auf dem großen Feld klar. Mit Mira Tinnefeld und Lotte Neuenhöfer wurden zwei Spielerinnen in den Kader der Westdeutschen Auswahl berufen. Eni Thiel und Toni Spielmann gehören zudem zur Regionalauswahl. Mit der Maximalausbete von fünf Siegen in fünf Spielen und einem Spiel weniger befindet sich die Mannschaft aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz. Die 13-jährige Zuspielerin Lotte Neuenhöffer hatte sogar schon ihre ersten Einsätze in der Verbandsliga. Das Team entwickelt sich enorm und kann eine obere Platzierung erreichen.

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