Paukenschlag: Rücktritt nach über fünf Jahren beim SC Berchum/Garenfeld

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Der Sportliche Leiter, Thomas Wegener, hört beim Landesligisten SC Berchum/Garenfeld auf. Seit März 2015 hatte er diese Funktion beim Sportclub bekleidet.

Schwerte

, 30.09.2020, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Paukenschlag beim Fußball-Landesligisten SC Berchum/Garenfeld: Der Sportliche Leiter Thomas Wegener hat den Verein am Dienstagabend darüber informiert, dass er sein Amt zum Ende des Monats niederlegen möchte. Seit März 2015 war Thomas Wegener Sportlicher Leiter des Seniorenbereichs.

Thomas Wegener war seit März 2015 Sportlicher Leiter des SC Berchum/Garenfeld.

Thomas Wegener war seit März 2015 Sportlicher Leiter des SC Berchum/Garenfeld. © Bernd Paulitschke

„Er hatte mit seiner erfolgreichen Arbeit großen Anteil an der Entwicklung der ersten Mannschaft, die ihren vorläufigen Höhepunkt im Landesliga-Aufstieg gefunden hat. Der Verein hat die Kündigung des Vertrages akzeptiert. Wir bedanken uns bei Thomas Wegener für seine Arbeit und wünschen ihm persönlich und beruflich für die Zukunft alles Gute“, heißt es im Statement des Vereins.

„Nach fünfeinhalb Jahren in dieser Funktion ist der innere Antrieb, den ich benötige, um in einem stark gewachsenen Verein diese Funktion vernünftig und nachhaltig auszufüllen, nicht mehr groß genug. Diese Erkenntnis ist in den letzten Monaten immer mehr in mir gereift und schließlich zur Gewissheit geworden“, meint Wegener.

Interessen unvereinbar

Speziell im letzten halben Jahr habe es sich für ihn immer mehr danach angefühlt, dass es unvereinbar wurde, einerseits die Interessen der Mannschaft und deren Funktionsteams zu vertreten und zu fördern und andererseits auch dem Vorstand gerecht zu werden. Wegener ließ durchblicken, dass ein konstruktives, zielgerichtetes Zusammenarbeiten mit dem Vorstand zusehends mühseliger wurde. Dies sei auch kürzlich bei einer Aussprache auf einer Vorstandssitzung deutlich geworden.

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Zu einem ersten Zerwürfnis war es im April gekommen. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) holte seinerzeit für den Fall eines Saisonabbruchs das Votum der Vereine ein, wie diese dann gewertet werden solle. Eine Option war die Wertung nach der Hinrundentabelle, welche die erste Mannschaft des SC Berchum/Garenfeld vorne sah und den Aufstieg in die Landesliga bedeutet hätte. Doch der SC-Vorstand hatte sich für eine Enthaltung entschieden, da ein Abbruch nach den aktuellen Tabellenständen eine Qualifikation der D1-Junioren des Vereins für die Aufstiegsrunde zur Bezirksliga bedeutet hätte.

Schlechter Kompromiss

Wenn man sich zwischen einem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga und einer Teilnahme der D-Jugend an einer Aufstiegsrunde entscheiden müsse und diese Entscheidung nicht zugunsten der „Ersten“ ausfällt, „dann ist das für einen Sportlichen Leiter, der das Ziel Landesliga-Aufstieg hat, schon bitter“, so Wegener damals. Die Enthaltung des SC-Vorstands sei „ein schlechter Kompromiss“, machte Wegener keinen Hehl aus seiner Verärgerung.

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Am Ende hatte der Verband einen Kompromiss in der Wertung vorgenommen. Letztlich profitierten beide Teams des SC und konnten den Aufstieg feiern.

„Die Ziele des Vereins mögen bei beiden Parteien dieselben geblieben sein, aber der Weg dorthin wurde immer mehr zum Stein des Anstoßes.“ Den Zeitpunkt seines Rücktritts sieht Wegener als fair an. Die kommenden zwei Monate seien erfahrungsgemäß die am wenigsten arbeitsintensiven für einen Sportlichen Leiter. Seine Tendenz hin zur Aufgabe sei dem Verein bereits bekannt gewesen. „Die Zeitschiene dürfte also nicht kritisch werden, bis es heißt im Dezember anzufangen, die Weichen für die kommende Saison zu stellen“, so der scheidende Sportliche Leiter.

Wegener werde auch künftig häufig bei den Spielen des Sportclubs anzutreffen sein: „Da spielt die Funktion keine Rolle, sondern das Herz.“

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