Peter Schubert im Interview – „Mein erster Gedanke war: Dafür habe ich keine Zeit“

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15 Jahre lang war Heiner Kockelke das Gesicht des Stadtsportverbandes. Im Mai trat Peter Schubert seine Nachfolge als Vorsitzender an. Schubert berichtet über seine neuen Aufgaben und Ziele.

Schwerte

, 28.08.2019, 17:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Peter Schubert (65) hat sich nach drei Monaten im Amt als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Schwerte gut mit seinen neuen Aufgaben akklimatisiert. Das liegt zum einen an seinen Vorstandskollegen – er spricht von einem „tollen Team“. Vielleicht aber auch am ohnehin ausgeprägten Ausdauervermögen des begeisterten Triathleten, der neben vielen Treppchenplätzen im Triathlon und auch im Duathlon 2004 Westdeutscher Meister über die Mitteldistanz wurde. Noch heute legt der ehemalige Kämmerer der Stadt Schwerte bis zu fünf Sporteinheiten pro Woche hin. Vor dem Triathlon war Schubert, demnächst auch sachkundiger Bürger im Ausschuss für Schule und Sport, über 30 Jahre lang im Schwerter Fußball aktiv. 1980 stieg er mit dem TuS Wandhofen in die Landesliga auf. Im Interview gibt er Einblicke in die Arbeit des Dachverbandes und erklärt seine Ziele.

Erinnern Sie sich noch an den ersten Gedanken, der Ihnen kam, als Heiner Kockelke Sie um seine Nachfolge bat?

Mein erster Gedanke war: Dafür habe ich keine Zeit, das möchte ich nicht machen. Ich habe ja noch andere ehrenamtliche Aufgaben. Jetzt habe ich auch in der Einarbeitungs- und Übergangsphase festgestellt, dass es wirklich sehr viel Aufwand ist (lacht).

Was hat Sie denn dann trotzdem dazu bewogen, es zu tun?

Nicht nur Heiner hat mich angesprochen, sondern auch andere Personen. Dann bin ich zu der Meinung gekommen, dass ich die richtige Person für den Job sein könnte. Zum einen wegen meines früheren Jobs mit dem Zugang zur Verwaltung und Politik. Und zum anderen verstehe ich auch ein bisschen was vom Sport. Ich war immer sehr sportinteressiert, habe über 30 Jahre Fußball gespielt und bin dann zum Triathlon gekommen. Für mich war es schon immer sehr wichtig, morgens neben dem normalen Lokalteil in der Zeitung auch den Lokalsport zu lesen.

Wie waren die ersten drei Monate im Amt?

Wir machen immer noch Staffelübergabe und richten zum Beispiel gerade in der Cafeteria im Stadtbad ein Büro ein. Ich habe immer noch nicht alle Unterlagen, Heiner arbeitet mir da aber gut zu. Der Übergang war fließend und weich und wird spätestens im Herbst vollzogen sein.

Wie kann man sich die Arbeit im Schwerter Stadtsportverband vorstellen?

Der Stadtsportverband vertritt als Dachorganisation die Interessen der Sportvereine. Unsere Hauptaufgabe ist es, dass wir uns überparteilich für den Schwerter Sport einsetzen. Da geht es um politische Themen, aber auch um eigene Veranstaltungen, die der Stadtsportverband veranstaltet. Ausrichter sind zwar die Vereine und doch steckt viel Arbeit besonders im Hintergrund dahinter. Da geht es dann um Urkunden, Pokale oder Sponsoren sowie Organisation. Für den Ruhrstadtlauf im nächsten Jahr laufen die Vorbereitungen zum Beispiel schon. Da muss eine Menge organisiert und die helfenden Leute gewonnen werden. Das betrifft auch die Sportabzeichen an den Grundschulen, um die wir uns kümmern. Diese Aufgabe führt erfreulicherweise mein Vorgänger Heiner als Schulsportbeauftragter weiter. Wichtig ist natürlich besonders die Präsenz des Verbands. Das ist schon ein großer, bunter Blumenstrauß an Jobs und eine Vielfalt an Aufgaben.

Den Ruhrstadtlauf hat Heiner Kockelke als „seine“ Veranstaltung zu einem großen Event im Schwerter Sportkalender gemacht. Gibt es ein Projekt, das auch Sie mit Ihrer eigenen Handschrift versehen wollen?

Im Moment geht es mir weniger darum, neue Projekte zu initiieren. Meine Gedanken gehen eher dahin, die wesentlichen Sportarten neben Fußball und Handball, zum Beispiel die Leichtathletik, mehr zu unterstützen. In der Leichtathletik könnte das eine Stadtmeisterschaft sein, am Anfang vielleicht nur für Kinder bis 14 Jahre. Denn es ist mir sehr wichtig, Kinder zum Sport zu bringen.

Gibt es Dinge, die beim Schwerter Stadtsportverband verbesserungswürdig sind?

Sicherlich können wir einzelne Fachgruppen ein bisschen mehr einbinden beziehungsweise aktivieren. Es sollte nicht zu viel am Vorstand hängen bleiben. Mein Ziel ist es, bei der Organisation mehr an die Fachgruppen zu delegieren und dass diese selbst initiativer werden.

Blicken wir auf den Schwerter Sport: Wie beurteilen Sie den Status Quo?

Schwerte ist schon immer eine Stadt des Sportes gewesen, mit einigen Aushängeschildern. Es ist wichtig, Spitzensportler in der Stadt zu haben, wie zum Beispiel beim Kanu. Diese können dann auch eine Vorbildfunktion einnehmen. Im Fußball haben wir derzeit leider zu viele Bezirksligisten.

Die Sportlerehrung ist eng verknüpft mit dem Stadtsportverband. Werden hier unter Ihrer Führung Änderungen forciert?

Es gibt noch keine endgültigen Neuerungen. Es gibt aber Gespräche – mit der Stadt – über mögliche Veränderungen des Formates. Momentan ist die Sportlerehrung eine Massenveranstaltung, bei der 80 bis 90 Sportler geehrt werden. Wir fragen uns schon, wie wir die Ehrung optimieren können.

Sie sind ein begeisterter Sportler. Wie häufig sind Sie heute noch sportlich aktiv?

Ich versuche, ein- bis zweimal die Woche zu schwimmen, laufe am Wochenende und ein- bis zweimal radle ich dann noch wöchentlich. Ich habe in diesem Jahr zwei Volksdistanzen im Triathlon gemacht. Beweisen muss ich mir da zwar nichts mehr. Ich finde es für mich jedoch sehr wichtig, sportlich aktiv zu sein. Die Füße hochzulegen, das kann ich mir nicht vorstellen.

Ihr Vorgänger war 15 Jahre lang im Amt. Wäre das auch etwas für Sie?

Jein. Ich werde jetzt 66 und dann wäre ich über 80. Das kann ich mir nicht vorstellen (lacht). Aber mir macht es viel Spaß mit anzupacken und ich denke, dass ich schon ein bisschen durchhalten werde.

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