Plötzlich ein Top-Klub: A-Ligist dreht nach schwachem Start groß auf

mlzFußball-Kreisliga A

Mit diesem A-Ligisten in der Kreisliga Iserlohn hatte niemand in der Spitzengruppe gerechnet. Mitverantwortlich für den Höhenflug ist ein Ur-Gestein des Klubs.

Schwerte

, 05.11.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die SG Hemer I ist der absolute Top-Favorit in der Fußball-Kreisliga A Iserlohn. Das dokumentiert das Team auch mit acht Siegen aus acht Spielen. Nicht weit dahinter rangiert aber ein Team, mit dem niemand so richtig gerechnet hat.

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Wer in der Tabelle der Kreisliga A Iserlohn nach der Zweitvertretung des SC Hennen suchte, musste in der Regel eher in die untere Region blicken.

Für die „kleinen Zebras“ war der Klassenerhalt stets das erste Ziel. In der Saison 2016/17 reichte es nicht zum Ligaverbleib, doch den Schwarz-Weißen gelang der direkte Wiederaufstieg. Mit Platz 14 reichte es in der Spielzeit 2018/19 gerade so eben. In der zuletzt wegen Corona abgebrochen Saison fand sich Hennen nach der Quotientenregel dann auf Platz elf wieder.

Der SC Hennen II tauch unten nicht auf

Doch in der laufenden Spielzeit taucht der SC Hennen II in der unteren Tabellenhälfte nicht auf. Denn die Mannschaft steht auf Rang drei des Tableaus.

Was ist da passiert im Naturstadion, warum läuft es plötzlich so gut? Trainer Kevin Lehmann beschreibt den bisherigen Verlauf so: „Wir sind schwer in die Saison gestartet und stehen jetzt relativ verdient so weit oben.“

Kevin Lehmann, Trainer des SC Hennen 2, steht mit seinem Team auf Platz drei der Kreisliga A Iserlohn.

Kevin Lehmann, Trainer des SC Hennen 2, steht mit seinem Team auf Platz drei der Kreisliga A Iserlohn. © SC Hennen

In der Tat ist seine Mannschaft zunächst mit zwei Niederlagen gestartet. 2:3 hieß es bei der SG Hemer 2 und mit 1:2 unterlag Hennen dann der Erstvertretung der Hemeraner. „Gegen Hemer 2 waren wir nicht gut, waren nicht da. Hemer hatte die bessere Tagesform. Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir nicht konzentriert zu Werke gehen“, erinnert sich Lehmann. Gegen die „Erste“ der SG Hemer hängen die Trauben natürlich ungleich höher. Diese Truppe ist der Topfavorit der Liga. Acht Spiele, acht Siege stehen für den designierten Bezirksligisten bisher zu Buche.

Niederlage erst in der Nachspielzeit

„Hemer ist das Nonplusultra. Aber wir haben gesehen, was möglich ist“, meint Lehmann. Denn seine Mannschaft stand knapp vor einer Überraschung, führte eine Viertelstunde vor Schuss mit 1:0 durch ein Tor von Aaron Schmid und musste das 1:2 erst in der Nachspielzeit durch einen unglücklich abgefälschten Schuss hinnehmen. Dennoch war dieses Spiel wohl eine Initialzündung. Denn danach konnten die „Zebras“ vier Siege in Serie einfahren – mit 21 erzielten Treffern. Das kann sich sehen lassen.

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Apropos Treffer, mit Jan-Hedrik Bergmann und Marcel Kordt hat die Mannschaft zwei ausgesprochene „Knipser“ an Bord. Beide gehörten in der Vorsaison zum Kader der Bezirksliga-Mannschaft. Kordt kehrte nach dem Hemer-Spiel in die „Zweite“ zurück. Hinzu kommt mit Christopher Selle ein weiterer Offensivspieler, der weiß wo das generische Tor steht. Bergmann, der in der Saison 2018/19 als Dritter nur knapp die Torjäger-Kanone der Ruhr Nachrichten verpasste, lobt Trainer Lehmann zudem als sehr mannschaftsdienlich. „Er hat schon massenhaft Vorlagen zu Toren gegeben“, berichtet der Coach.

Karsten Schebesta (li.), hier in der Vorsaison gegen die SG Eintracht Ergste, führt die interne Torschützenliste des SC Hennen 2 mit sechs Treffern an.

Karsten Schebesta (li.), hier in der Vorsaison gegen die SG Eintracht Ergste, führt die interne Torschützenliste des SC Hennen 2 mit sechs Treffern an. © Bernd Paulitschke

Etwas überraschend führt aber ein ganz anderer Spieler die interne Torschützenliste an, der eigentlich andere Aufgaben im Team hat. Routinier Karsten Schebesta steht hier mit sechs Treffern an der Spitze. Als einen sehr erfahrener Spieler, der der Mannschaft mit seiner Spielweise ungemein Stabilität verleiht, schätzt Lehmann den Ur-Hennener.

SC Hennen 2 ist eine große Gemeinschaft

Zudem ist Julian Wantzke nach seinem langen Ausfall wegen eines Achillessehnenrisses wieder mit an Bord und Florian Winterhoff kam von der ersten Mannschaft runter. „Wir sind eine große Gemeinschaft. Hier ist keiner sauer, wenn er mal nicht zum Einsatz kommt oder im Kader steht“, sieht Kevin Lehmann dieses Mannschaftsgefüge als großes Plus - als Basis des bisher erfolgreichen ersten Teils der Saison.

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Wie es mit der unterbrochenen Saison weitergeht, kann auch Lehmann schlecht abschätzen. Im kompletten November ruht der Fußball nach dem Willen der Politik. „Meine persönliche Meinung ist, dass wir in diesem Jahr keinen Fußball mehr spielen und es auch vor Februar, März nicht weitergeht“, glaubt er. Bis Ende November hätte Hennen vier Nachholspiele angehäuft, drei weitere sind noch für den Dezember terminiert. Am 20. Dezember stünde das Lokalduell gegen die SG Eintracht Ergste an. Ob es dazu kommt, steht noch in den Sternen.

Für die Maßnahmen der Politik hat er durchaus Verständnis. „Wir wollen alle Sport betreiben, aber die Gesundheit und der Job sind wichtiger. Sport ist nur Hobby“, sagt Lehmann. Deshalb geht er auch davon aus, dass beim Wiederöffnen der Sport auch hinten ansteht. „Die Gesundheit geht vor. Dann gehen wir eben nur Joggen, wenn wir damit anderen Menschen helfen können.“

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