Saisonfortsetzung ist wohl vom Tisch, Vereine sagen: „Richtig so!“

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Eine endgültige Entscheidung zur Sache fällt aber erst auf dem noch nicht exakt terminierten Verbandstag im Juni. Aber die Weichen sind gestellt - im Sinne der meisten Vereine.

Schwerte

, 30.04.2020, 17:38 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit der Empfehlung, die die Verantwortlichen des Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW) nun auf Basis eines Rechtsgutachtens gegeben haben, ist eine Fortsetzung der laufenden Saison so gut wie sicher vom Tisch.

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Die vier wichtigsten Punkte der Empfehlung

Die wichtigsten vier Punkte dieser Empfehlung, die FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders am Donnerstag bestätigte:

- Die Saison 2019/20 wird abgebrochen.

- Die Saison 2019/20 wird nicht annulliert, sondern gewertet.

- Es wird keine Absteiger geben.

- Zur Wertung der Saison 2019/20 und zur Ermittlung der Aufsteiger wird der Verbandsfußballausschuss (VFA) bis Dienstag eine Beschlussvorlage an das Präsidium geben.

Abbruch darf nicht zum Nachteil für Vereine werden

Für die Wertung gibt es – eventuell unter Einbeziehung der Quotientenregel im Falle ungleicher Anzahl an Spielen – die Alternativen, die Hinrundentabelle zu werten (das würde die Quotientenregel überflüssig machen) oder die Tabelle vom 13. März (dem Tag des Abbruchs) zu werten.

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Zur Erklärung sagte Schnieders in der Mitteilung des FLVW: „Die zuständigen Rechtsexperten haben ganz klar formuliert, dass ein Saisonabbruch - auch bei höherer Gewalt wie der Corona-Pandemie - nicht zum Nachteil der Vereine gewertet werden soll.“

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Unaufgeregte Reaktionen aus den Vereinen

Auf die FLVW-Empfehlung angesprochen, reagierten die Trainer und sportlich Verantwortlichen der heimischen Vereine eher unaufgeregt.

Die Stimmen:

Dominik Buchwald (Trainer des VfL Schwerte): „Der Saisonabbruch ist definitiv die richtige Entscheidung. Bei unserer Videokonferenz der Bezirksligen 5 und 6 gab es nur einen Verein, der weiterspielen wollte, etwa 20 waren dagegen. Die weiteren Entscheidungen kann man so oder so als unfair bezeichnen, weil wir nicht wissen, was an den letzten zehn Spieltagen passiert wäre.“

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André Haberschuss (Trainer des ETuS/DJK Schwerte): „Sie sollen die Saison abbrechen, sollen den Ersten aufsteigen lassen - und dann ist gut. Dann können wir alle die nächste Saison planen, die dann hoffentlich Mitte August anfangen kann.“

Thomas Wotzlawski (Trainer des Geisecker SV): „Wenn die Saison abgebrochen wird, ist es für mich in Ordnung. Wenn man dies tut, dann aber bitte mit dem aktuellen Tabellenstand sowohl mit Aufsteiger, als auch mit Absteigern. Jeder war bis zum Zeitpunkt der Unterbrechung für seine eigene Leistungen verantwortlich.“

Fabian Kampmann (Trainer des SC Berchum/Garenfeld): „Ich finde gut, dass abgebrochen wird. Fußball ist immer noch Nebensache, die Gesundheit geht vor. Und natürlich bin ich dafür, dass die Hinrunde gewertet wird. Jeder einmal gegen jeden, das ist fair.“

(Anm.d.Red.: Berchum/Garenfeld stand in der Bezirksliga nach der Hinrunde an erster Stelle und ist im aktuellen Klassement Zweiter).

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Marvin Horn (Sportlicher Leiter des SC Hennen): „Der Abbruch ist die einzige logische Konsequenz und war auch nach den Telefonkonferenzen sowie der Abstimmung genau so zu erwarten. Bei der Aufstiegsregelung wird man eine Lösung finden, auch wenn es dabei sicherlich Verlierer gibt. Am Ende kann man es leider nicht allen gerecht machen.“

Dominic Pütz (Trainer der SG Eintracht Ergste): „Es ist schade, aber absehbar und verständlich. Ein Neustart der aktuellen Saison im Herbst würde wenig Sinn ergeben. Wenn in naher Zukunft kein Amateurfußball gespielt werden kann, ist die Entscheidung daher richtig.“

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Leonard Gashi (Sportlicher Leiter des VfB Westhofen): „Ich halte den Saisonabbruch auch für das Vernünftigste, weil dann auch Klarheit für die Vereine herrscht. Zurzeit weiß man einfach nicht, ob man sich mit der Fortsetzung der jetzigen Saison oder schon mit der neuen Saison beschäftigen soll. Es gibt einfach keine verlässliche Zeitschiene, die dem Verband zur Entscheidungsfindung weiterhelfen würde.

Ich beneide die Leute im Verband nicht um diesen Job. Ich hoffe nur, wir können unserem Hobby irgendwann wieder nachgehen und zur Wiederaufnahme passend auch mit der neuen Saison beginnen.“

Arne Werner (Trainer des TuS Holzen-Sommerberg): „Ich halte diese Empfehlung für vernünftig. Sowohl zeitlich als auch sportlich wird es schwierig, die Saison fortzusetzen. Wir hoffen natürlich alle, dass wir hierzu weitere Entscheidungen bekommen, um die Saison mit Vorbereitung und Start planen zu können. Hier ist jedoch auch klar zu sagen, dass dies vom weiteren Verlauf der Pandemie in den nächsten Wochen abhängig sein muss.“

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Ben Gottstein (Trainer von Holzpfosten Schwerte 05): „Gut so. Es scheint mir die richtige Entscheidung zu sein, dass die Saison nicht weiter geführt wird. Wie wir damit umgehen werden – egal, welche Entscheidung zur Wertung endgültig getroffen wird – besprechen wir jetzt noch intern. Und dann sehen wir weiter.

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